Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Unkrautbekämpfung

Wurzelunkräuter: Jetzt auf der Stoppel bekämpfen

Ackerschachtelhalm auf Getreidestoppel
am Montag, 20.07.2020 - 15:40 (Jetzt kommentieren)

Wurzelunkräuter lassen sich am besten nach der Ernte bekämpfen. Achten Sie dabei auf Wartezeiten und Auflagen.

Nach der Ernte ist ein guter Zeitpunkt, um lästige Unkräuter zu bekämpfen. Gerade Wurzelunkräuter lassen sich gut auf der Stoppel angehen. Bei einem hohen Besatz hilft der Einsatz von Herbiziden, die weitere Ausbreitung zu stoppen.

Welche Herbizide helfen am besten gegen Wurzelunkräuter?

Die Pflanzenschutzberater des Regierungspräsidium Stuttgart empfehlen dazu folgende Mittel:

  •  Pyrat XL bzw. Starane XL gegen die Zaunwinde, mit einer Aufwandmenge von 1,8 l/ha. Hier ist nur eine Anwendung pro Jahr möglich. Gegen Distel, Quecke und Ackerwinde lässt sich das Mittel mit einem glyphosathaltigen Mittel kombinieren, etwa Dominator 480 TF (3,75 l/ha).
  •  Kyleo für alle Wurzelunkräuter, insbesondere Ackerschachtelhalm. Wegen möglicher Schäden durch den enthaltenen Wuchsstoff sind Wartezeiten zur Folgekultur einzuhalten (3 Tage für Getreide, 7 Tage für Gräser, 14 Tage für Phacelia, Zwischenfrucht-Senf und Klee sowie 60 Tage für Gemüse, Raps, Senf).
  •  Glyphosathaltige Mittel gegen Distel und Quecke. Falls der Gesamtaufwand zweier Behandlungen mit Glyphosat 2,9 kg Glyphosat/ha überschreitet, sollten 40 Tage Abstand zwischen den beiden Herbizidgaben liegen.

Unkräuter austreiben lassen

Dabei ist Folgendes zu beachten: Die Herbizide wirken nur, wenn die zu bekämpfenden Wurzelunkräuter zum Behandlungstermin schon genügend Blattmasse aufweisen.

Für eine gute Wirkung der chemischen Mittel sollten Quecke, Winde und Ackerschachtelhalm Triebe von mindestens 10 cm Länge zeigen, Windenknöterich höchstens 4 Blätter. Durch flache Bodenbearbeitung lässt sich der Austrieb der Unkrautsamen zusätzlich fördern. Das hilft auch gegen Ausfallraps und -getreide.

Gute fachliche Praxis beachten

Achten Sie darauf, beim Spritzen präzise zu arbeiten. Nachlässiges Mitbehandeln von Freiflächen, wie etwa Feldraine, Feldwege oder Böschungen, ist ordnungswidrig und auch Cross-Compliance-relevant.

Eine mechanische Unkrautbekämpfung kann ebenfalls sinnvoll sein, wenn Witterung und Bodenverhältnisse passen. Sie wirkt am besten auf trockenen Standorten. Im Gegensatz zu chemischen Mitteln zeigen mechanische Maßnahmen auch Wirkung gegen hohe Mäusepopulationen und fördern die Strohrotte.

Mit Material von Regierungspräsidium Stuttgart, Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis
Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Dezember 2020
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin.jpg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...