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Getreide

Züchtung verändert Pflanzen stärker als Gentechnik

von , am
12.04.2010

Erlangen - Pflanzen werden einer aktuellen Studie der Universitäten Erlangen-Nürnberg und Gießen zufolge durch die konventionelle Züchtung stärker verändert als durch gentechnische Verfahren.

© StarSoftGx/fotolia

Wie die Hochschule Erlangen-Nürnberg in der vergangenen Woche weiter mitteilte, entwickelten Forscher an der Washington State University für das Projekt gentechnisch veränderte Gerstensorten, die entweder ein fremdes Chitinase- oder ß-Glucanase-Gen enthielten.

Dadurch seien die Pilzresistenz und die Futtermitteleigenschaften der Ausgangssorten Golden Promise und Baronesse verbessert worden. Feldversuche hätten ergeben, dass die Wechselwirkungen mit nützlichen Bodenorganismen durch die gentechnische Veränderung nicht eingeschränkt worden seien, betonten die Forscher. Außerdem seien in den gentechnisch veränderten Pflanzen im Vergleich zu den Ausgangssorten nur wenige Gene in ihrer Aktivität beeinflusst gewesen.

Bei gleichzeitigen Untersuchungen der konventionellen Elternsorten habe sich dagegen herausgestellt, dass die Unterschiede zwischen Golden Promise und Baronesse erheblich größer seien als die zwischen den Eltern und ihren jeweiligen transgenen Abkömmlingen, erläuterten die Hochschulen. So habe man in den beiden konventionellen Sorten bei mehr als 1.600 Genen unterschiedliche Aktivitäten festgestellt, wobei die Funktion dieser Gene zu einem großen Teil nicht bekannt sei.

Die Ergebnisse des Projekts, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wurde, sind in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht. (AgE)

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