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Nährstoffeinträge

Zwischenbilanz: So weit ist die EU- Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt

AF_Wasserschutz-Fluss
am
09.04.2019

Ziel ist der „gute Zustand“ aller EU-Gewässer 2028. Agrarumweltprogramme helfen dabei. Auf gut zehn Prozent der deutschen Agrarflächen machen Landwirte mit. Auch Kläranlagen und Gewässerstrukturen werden modernisiert.

Die bisher umgesetzten Vorgaben nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sind jetzt beispielhaft beschrieben. Dazu gehören Daten aus allen Bundesländern. Der Stand ist für die wichtigsten Handlungsfelder in Deutschland seit 2015 dargestellt. Wichtige Beispiele sind

  • die Verbesserung der Gewässerstruktur, 
  • die Reduzierung von Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft und
  • die Absenkung von Stoffeinträgen aus Abwasserbehandlungs- und kläranlagen.

So ist an über 3.800 km Fließgewässern die Gewässerstruktur verbessert. An rund 3.900 Hindernissen wird die Durchwanderbarkeit für Fische umgesetzt. Etwa zwei Drittel der Pläne, die Abwasserbehandlung zu verbessern, sind begonnen oder inzwischen abgeschlossen.

Landwirtschaftsfläche dient dem Umwelt- und Wasserschutz

Auf rund zehn Prozent der deutschen Agrarfläche sind Agrarumweltmaßnahmen etabliert. 2016 bis 2018 halfen sie auf einer Gesamtfläche von gut

  • 16.600 km², die Nährstoffbelastung der Oberflächengewässer zu senken - das sind rund 10 Prozent der landwirtschaftlichen Gesamtfläche,
  • 10.700 km² dasselbe Ziel für das Grundwasser zu erreichen - das sind etwa 6,5 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche.

Das zeigt die Broschüre „Umsetzungsstand der Maßnahmen nach Wasserrahmenrichtlinie – Zwischenbilanz 2018“ der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser. Die Daten wurden Ende 2018 erhoben.

Noch jede Menge Defizite bis Ende 2027

Allerdings gibt es auch noch jede Menge Defizite. Denn trotz aller Anstrengungen werden die Ziele der WRRL bis Ende 2027 längst nicht an allen Wasserkörpern voll erreicht. Das sind die wichtigsten Hemmnisse:

  • die rein natürlich bedingte Zeit bis zum Eintreten einer messbaren Wirkung,
  • die Knappheit von Flächen,
  • die langen Planungs- und Genehmigungsprozesse und
  • die begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen.

Vereine, Verbände und Gemeinden unterstützen Länder und Flussgebietsgemeinschaften tatkräftig. Nach Artikel 15 Absatz 3 der WRRL legen die EU-Länder in drei Jahren nach veröffentlichtem Bewirtschaftungsplan einen Zwischenbericht vor, der die Fortschritte zeigt.

Mit Material von LAWA
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