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Getreide/Ölsaaten: Preissturz nach USDA-Report

von , am
29.03.2013

Die Preise für Getreide und Ölsaaten sind sowohl in den USA als auch in Europa am Donnerstag vor Ostern dramatisch abgestürzt. Die Maispreise haben ihr mögliches Tagestief (Limit Down) erreicht.

© landpixel
Verantwortlich für diesen in der Höhe nicht erwarteten Preissturz sind die Daten über die Anbauplanung der US-Farmer sowie über die Entwicklung der Getreide- und Ölsaatenbestände in den USA.
 
Dabei haben offenbar vor allem die Bestandsdaten die Märkte überrascht und die ungewöhnlich scharfe Korrektur bei den Preisen ausgelöst. Analysten halten es im Nachhinein sogar für möglich, dass das US-Landwirtschaftsministerium in einem der nächsten Monatsreports die Daten für die zurückliegende US-Maisernte 2012 nach oben korrigieren muss.

Bestände größer als erwartet

Ausschlagegebend für die scharfe Preiskorrektur in den USA und in Europa waren die für das erste Quartal 2013 erhobenen Bestandsdaten für Mais, Weizen und Soja. Bei allen drei Hauptkulturen hatten Analysten im Vorfeld mit niedrigeren Beständen gerechnet. Das gilt jedoch ganz besonders für Mais. Die Maisbestände in den USA waren am 1. März mit umgerechnet 137,14 Millionen Tonnen (Mio. t) zwar zehn Prozent (%) kleiner als im März vor einem Jahr, jedoch sieben Prozent größer als Analysten erwartet hatten.
 
Diese deutlich über den Erwartungen liegenden Maisbestände wurden von den Analysten zum einen mit einem weitaus geringeren Einsatz von Mais im Tierfutter erklärt. Zum anderen vermuteten Marktbeobachter, dass das USDA die letzte Maisernte zu klein eingeschätzt hat und dass es deshalb bei einem nächsten USDA-Monatsreport eine Korrektur der letzten Ernte nach oben geben wird. Trotzdem haben die großen Analystenhäuser selten so deutlich mit ihrer Prognose daneben gelegen.

Scharfer Preiseinbruch beim Mais

Gleichwohl hat es auch in der Vergangenheit nach der Veröffentlichung der Quartalsreports immer wieder scharfe Preiskorrekturen und sogar Richtungswechsel bei den Preistrends gegeben. Diesmal fielen die Maispreise in den USA um 5,44 % auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Wochen. In Europa gaben die Maispreise für den Frontmonat um 5,50 Euro auf 223 Euro nach und die neue Ernte fiel um 4,50 Euro auf 195 Euro je Tonne (Euro/t).

Anbaufläche noch größer als 2012

Unterstützt wurde der rückläufige Preistrend durch die ebenfalls veröffentlichten Anbaudaten für die neue Ernte. So planen die US-Farmer in diesem Jahr auf umgerechnet 39,37 Millionen Hektar (Mio. ha) Mais anzubauen und damit auf einer ähnlich großen Fläche wie 2012.Bei einigermaßen normalen Witterungsbedingungen wächst damit eine neue Rekordernte heran.

Weniger Weizen verbraucht

Auch die Weizenpreise sind in den USA und in Europa regelrecht abgestürzt. Auch hier lagen die Bestandsdaten für Weizen im ersten Quartal mit umgerechnet 33,59 Mio. t rund fünf Prozent höher als die Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Auch beim Weizen dürfte der geringere Einsatz in der Tierfütterung den Ausschlag für die über den Analystenschätzungen liegenden Bestände gegeben haben. Die Anbaudaten für Weizen zeigen eine mit insgesamt 22,84 Mio. ha rund 1,3 % größere Anbaufläche als im letzten Jahr. Allerdings sind die Ernteprognosen wegen des sehr schlechten Zustands des US-Winterweizens nicht besonders gut.

Weizenpreise stürzen ab

Die Weizenpreise sind in den USA am Donnerstag vor Ostern um 6,7 % abgestürzt. Dabei kostet die neue Ernte in den USA weiterhin mehr als die alte Ernte und der Abstand hat sich sogar etwas vergrößert. In Europa sind die Weizenpreise am Donnerstag am Terminmarkt für den Fronttermin um acht Euro auf 239 Euro/t gefallen. Die neue Ernte rutschte ebenfalls um acht Euro auf 211 Euro nach unten. 

Soja und Rapspreise deutlich runter

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Bei Soja waren die Quartals-Bestände mit umgerechnet 27,19 Mio. t immerhin knapp sechs Prozent höher als von den Analysten im Vorfeld des Reports erwartet wurde. Gleichzeitig sind die aktuellen Sojabestände jedoch rund 27 % kleiner sind als im letzten Jahr zu dieser Zeit. Auch die Anbaufläche von Soja bleibt 2013 recht deutlich hinter den Analystenschätzungen zurück. Mit erwarteten 31,2 Mio. ha bleibt die Anbaufläche in etwa so groß wie im letzten Jahr. Allerdings dürfte es auch auf dieser Fläche im Herbst eine Riesensojaernte und eine deutlich bessere Marktversorgung geben.

Weitere Hintergrundinformationen, Daten und Preise zur aktualen Entwicklung am internationalen Weizenmarkt finden Sie im neuen marktkompass ...
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