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Aus der Wirtschaft

Getreidepreise steigen und steigen und ...

© agrar-press
von , am
18.07.2012

Mit jedem weiteren Tag, an dem Niederschläge im Mais- und Sojagürtel der USA und in den Schwarzmeerländern ausbleiben, klettern die weltweiten Notierungen für Getreide, Mais und Ölsaaten.

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Die weltweiten Notierungen für Getreide, Mais und Ölsaaten erreichen derzeit - zum Teil - Rekordmarken. Hintergrund sind die ausbleibenden Niederschläge im Mais- und Sojagürtel der USA sowie in den Schwarzmeerländern Russland, Ukraine und Kasachstan.
 
In Europa leiden die Bestände auf den Feldern in Zentral- und Südosteuropa ebenfalls unter Hitze und Trockenheit, während sich im Westen, in Frankreich, Großbritannien und Irland die Befürchtungen von Qualitätseinbußen wegen übermäßiger Niederschläge mehren. Auf der Südhalbkugel lässt das mit Hitze und Trockenheit verbundene Wetterphänomen El Nino die Erwartungen an die Weizenernte Australiens im kommenden Winter um vier bis fünf Millionen Tonnen schrumpfen.
 
Marktbilanzen revidieren globale Ernteerwartungen
 
Die ehedem von optimistischen Hoffnungen auf eine Rekord-Maisernte 2012/13 und einen Bestandsaufbau nach Jahren des Abbaus getragenen namhaften monatlichen Markt- und Versorgungsbilanzanalysen wie der
  • WASDE-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates) des US-Landwirtschaftsministeriums USDA,
  • die Grain Market Summary (GMR) des in London ansässigen Internationalen Getreiderates IGC
  • sowie die französische Analyse Strategie Grains
revidierten in ihren jüngsten, im Laufe des Juli veröffentlichten Ausgaben unisono die globalen Ernteerwartungen für Weizen, Mais, Getreide insgesamt sowie für Ölsaaten gegenüber ihren Vormonatsprognosen zum Teil drastisch nach unten.
 
Siehe auch:

Kursfeuerwerk an den Terminmärkten

Die Warenterminbörsen setzen die beunruhigenden Wettermeldungen seit Wochen in ein Kursfeuerwerk ausgehend vom Mais um: An der CBoT in Chicago schnellte der Schlusskurs des Dezember-Weizenfutures seit Mitte Juni von 223,92 US-Dollar (183,89 Euro) pro Tonne (t) auf 324,96 US-Dollar (EUR 266,86) pro t empor. Das sind 45,12 Prozent (%) Kursgewinn.
 
Ähnlich der europäische November-Weizenfutures an der Euronext in Paris: Dieser legt im selben Zeitraum um 29,94 % von 203,75 auf 264,75 Euro (Schlusskurs vom Montag, 16. Juli) zu und stieß zu Wochenbeginn kurzfristig auf ein Kontrakthoch von fast 270 Euro pro t.
 
Ähnlich nach oben geht es mit den Ölsaaten, ob Soja an der CBoT oder Raps an der Euronext: Mit 526,50 Euro erreichte der in Paris notierte Raps für den Liefertermin August 2012 am Montag seine historische Spitze, ehe er mit einem Schlusskurs von 523,25 Euro den Handelstag beendete. Dies ist ein Notierungsgewinn von 14,62 % gegenüber Mitte Juni. Die Ölsaatennotierungen werden vom Sojakomplex an der CBoT getrieben, wobei die jüngste Bonitierung des USDA die mit gut bis exzellent bewerteten amerikanischen Sojabestände im Wochenabstand um sechs auf 34 % zurücknahm und die der schlechten bis sehr schlechten um drei auf 30 % hinaufsetzte. Zur gleichen Zeit 2011 waren 64 % gut bis exzellent und zehn Prozent schlecht bis sehr schlecht. In Europa litt der Raps massiv unter Auswinterungsschäden und Frühjahrsdürre und auch beim nordamerikanischen Rapsexportriesen Kanada zeichnet sich trotz besserer Ernteaussichten als 2011 eine sehr enge Versorgungsbilanz ab.
 
El Nino soll im Gegenzug zur Trockenheit im pazifischen Raum dagegen Brasilien mehr Niederschläge und 2012/13 eine Rekord-Sojaernte bescheren.
 
 
Kreditversicherer warnt vor Rezession in Südeuropa
 
Der Kreditversicherer Coface warnte vorigen Donnerstag in einer Aussendung davor, dass die Rezession in Südeuropa immer ausgeprägtere Züge annehme. Coface hat daher Spanien und Italien auf die negative Watchlist gesetzt und Zypern herabgestuft.
 
Die Coface-Länderbewertungen zeigen das Ausfallsrisiko, ob die Unternehmen eines Landes ihre Zahlungen rechtzeitig leisten können. Als Gründe nennt Coface die schrumpfende Wirtschaft in den drei Ländern: Das Bruttosozialprodukt (BIP) werde 2012 voraussichtlich um 2,0 % in Spanien, um 1,8 % in Italien und um 1,3 % in Zypern zurückgehen.

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Marktanalyse: Hitze treibt Getreidepreise in die Höhe (13. Juli)

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