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Glyphosat-Zulassung

Glyphosat-Streit: Experten fordern einheitliche Bewertungskriterien

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Katharina Krenn, agrarheute
am
25.11.2016

Studien widerlegen Studien. Der Verbraucher weiß nicht mehr, was er glauben soll. Die Verunsicherung der Bürger geht auf das Konto der Wissenschaft.

Das aktuelle Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Informationspflichten über Glyphosat hat das Feuer um das umstrittende Herbizid neu angefacht. Das Problem beim Streitpunkt Glyphosat seien laut ‚Bundesverband der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen e.V.‘ (BVS) die widersprüchlichen wissenschaftlichen Publikationen zu dem Herbizid. Das habe die extreme Verunsicherung und Skepsis der Bevölkerung verursacht.

Unterschiedliche Ergebnisse zum Glyphosat

Die unterschiedlichen wissenschaftlichen Risikoabschätzungen sind zurück zu führen auf unterschiedliche Herangehensweisen. So verwendete das IARC zur Beurteilung der Toxizität beispielsweise Formulierungen mit dem Wirkstoff Glyphosat, wohingegen das Bundesinstitut für Risikoforischung BfR die Reinsubstanz Glyphosat als Basis ansetzte.

Unter Einbeziehung aller Studienergebnisse kam jüngst die WHO nach erneuter Prüfung zu dem Ergebnis, dass für den Menschen kein Risiko besteht. Die kontroverse Diskussion und Verunsicherung zeige nachhaltig die große Skepsis der Verbraucher, so das BVS.

Einheitliche Bewertungskriterien schaffen Transparenz

Die Sachverständigen des BVS fordern aus diesem Grund eine Festlegung von einheitlichen Parametern für die Durchführung zukünftiger wissenschaftlicher Studien zu Glyphosat. Zudem fordern sie, dass die Studienurheber ausführlich auf die verwendeten Bewertungskritierien hinweisen.

Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige könnten hier einen erheblichen Beitrag leisten, da sie weisungsunabhängig und unparteiisch agieren und über überdurchschnittliche Fachexpertise verfügen.

Mit Material von BVS
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