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Pflanzenbau

Greening: 3 Konzepte im Direktvergleich

Dominic Sturm/Karl Bockholt/dlz agrarmagazin
am
14.07.2016

Je nach Standort und Betrieb bieten sich unterschiedliche Greening-Maßnahmen an, die unterschiedlich förderwürdig sind - drei Maßnahmen unter der Lupe.

Ackerunkräuter und Zwischenfrüchte sind die Nahrungsbasis für höhere Tier­gruppen und damit die Treiber für ein funktionierendes Ökosystem.

Neben weniger ­Bodenerosion, verbesserter Stockstofffixierung oder Bodenlockerung fördern sie zusätzlich die Artenvielfalt. Doch nicht jede Maßnahme ist gleich effizient und förderwürdig. Das dlz agrarmagazin stellt drei Konzepte vor.

Konzept Nr. 1: Extensiv wirtschaften

Heute kommen seltene Arten wie Adonisröschen, Frauenspiegel oder Venuskamm vor allem auf sehr extensiv bewirtschafteten Flächen vor. Doch wozu sollen wir diese Unkräuter, bzw. Beikräuter oder Wildkräuter schützen? Die Argumente:

  • Sie tragen potenzielle Gene für Resistenzzüchtungen oder Inhaltsstoffe von Kulturpflanzen mit sich
  • Sie sind häufig Nahrungs- und Heilpflanzen.
  • Einige Tierarten sind davon abhängig, darunter auch Nützlinge, deren Leistungen wir heute mit Insektiziden ersetzen müssen.
  • Sie verlieren häufig den Konkurrenzkraft gegenüber anderen Pflanzenarten.

Das müssen Sie beachten:

  • auf Herbizid- und Düngereinsatz verzichten,
  • die Saatstärke herunterfahren und
  • Äcker bewirtschaften, damit sie nicht zur Brache verkommen.

Extensivierung wird durch Vertragsnaturschutz gefördert, um den geringeren Ertrag zu kompensieren. So wird etwa in Baden-Württemberg die Einführung extensiver Ackerflächen mit eingeschränkter Stickstoffdüngung mit 350 bis 590 Euro/ha gefördert. Auch zusätzliche Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Arten werden mit durchschnittlich 300 Euro/ha unterstützt.

Konzept Nr. 2: Blüh- und Ackerrandstreifen

Blüh- und Ackerrandstreifen sind wohl die gängigste Methode, um intensiv zu wirtschaften und gleichzeitig Biodiversität zu fördern. Die Argumente:

  • Sie geben somit konkurrenzschwächeren Arten die Chance, sich zu etablieren.
  • Sie kombinieren eine Vielzahl an Pflanzenarten, die viele Tiergruppen unterstützen.
  • Die abhängigen Tierarten leisten Dienste wie Bestäubung und Schädlingsvertilgung

Die Kosten für das Anlegen einjähriger Blühstreifen belaufen sich mit Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz und Arbeits­erledigung auf rund 150 bis 300 Euro/ha. Förderfähige Blühstreifen sind auf 20 ha pro Betrieb beschränkt, maximal 10 ha einjährig, 10 ha mehrjährig. Sie ­eignen sich besonders auf ertragsschwachen Standorten, in Streulagen oder im Nebenerwerb.

Konzept Nr. 3: Zwischenfrüchte

Der Zwischenfruchtanbau im Spätsommer und Herbst bringt viele Vorteile. Das sind die Argumente:

  • verbessertes Bodengefüge
  • verringerte Nährstoffauswaschung
  • weniger Bodenerosion
  • eine effektive Unkrautunterdrückung
  • vollständige Erschließung des Bodens (besonders bei Mischungen)
  • Förderung von Bodenleben und Nährstoffeffizienz
  • vielseitige Nahrungsquellen und Überwinterungsmöglichkeiten für nützliche Insekten oder Niederwildarten.

Was sie beachten müssen: Nur frühe Aussaattermine bis Anfang August gewährleisten einen ausreichenden Blütenreichtum. So können die Pflanzen aber teilweise die Samenreife erlangen. Je nach Härte des Winters oder Folgekultur, etwa Buchweizen vor Rüben, kann das zu Problemen führen.

Für den Anbau sind alles in allem gut 120 Euro/ha nötig.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 06/2016 des dlz agrarmagazins.

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