Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Erntehelfer im Ausland

Großer Aussaatbericht aus Lettland: Zwei Junglandwirte unterwegs

John Deere 8370R mit Horsch Focus bei der Gerstenausaat.

Clemens und Lukas gehen ins Ausland, um Erfahrungen für den eigenen Betrieb zu sammeln. In Lettland ist die Ernte vorbei, doch es gibt es immer noch viel für sie zu tun.

am Samstag, 24.09.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Was ist in den letzten Tagen passiert? Welche Arbeiten standen an und welche spezielle Bodenbearbeitung haben Clemens und Lukas in Lettland auf den zwei Betrieben machen dürfen. Die zwei Junglandwirte nehmen uns wieder mit nach Lettland und erklären ihre Arbeiten.

Clemens auf dem Betrieb Odinga

Ich, Clemens startete mit der 10 Meter breiten Lemken Gigant 10 Scheibenegge in die Stoppelbearbeitung. Am Tag lag meine Flächenleistung zwischen 80-100 Hektar bei einer Geschwindigkeit von 12 bis 14 km/h. Die Geschwindigkeit hängt stark von der Befahrbarkeit ab und variiert daher teilweise. Mein lettischer Arbeitskollege war währenddessen dabei die Feldränder und grüne Stellen zu mulchen. Vor dem Regen haben wir die letzten 50-60 ha Sommerweizen abgedroschen und somit die Ernte vollkommen beendet. Die Mähdrescher wurden anschließend sauber gemacht und eingewintert. Als dann überraschend mehr Regen kam als erwartet, war erstmal keine Bodenbearbeitung mehr möglich.

Proben aus den Grainbags ziehen

Ich habe in der Zeit unteranderem mit Gerhard Odinga begonnen Proben aus den Grainbags zu nehmen, um einen Gesamtüberblick zu bekommen und zu wissen, wo welche Qualitäten in den Schläuchen eingelagert sind. Nun laufen Vorbereitungen Fahrgassen und nassere Stellen tief durchzuarbeiten.

Eine Woche später wurden Gärreste auf dem Weizenstoppel ausgebracht: mit dem JCB 8330 und dem 25 m3 Samson Güllefass. Die Arbeitsbreite beläuft sich auf 40 m, aufgeteilt auf drei Mischverteiler am Gestänge. Ich arbeitet unmittelbar danach diese mit dem Quadtrac 535 und einem Simba Sl 700 mit 7 Metern Arbeitsbriete auf 25-30 cm Tiefe ein. Ein lettischer Kollege war auf dem bereits von Clemens tief gegrubberten Flächen, mit der Scheibenegge unterwegs, um das Saatbett vorzubereiten.

Lukas auf dem Betrieb an der Westküste

Ich, Lukas habe mich die letzten August-Woche viel mit der Direktsaat von Raps beschäftigt. Bevor ich aber starten konnte, musste ein Ventil an der John Deere 750 A getauscht werden, da kein Druck auf die Säschare kam und deshalb keine Vernünftige Ablage gewährleistet werden konnte. Neben der Reparatur stand dann das Einstellen und Kontrollieren der Aussaatstärke an. Die Ausaatstärke belief sich auf rund 3,5 kg/ha.

Bei dem Direktsaatverfahren muss man Kompromisse eingehen. Ein Kompromiss zwischen der Ablagetiefe und keinen Körnern an der Oberfläche. Das ist gar nicht so einfach bei wechselnden Bodenbedingungen. Die Säscharabstände liegen bei 35 cm als Doppelschar. Die Geschwindigkeit passte ich auf 8 bis 10 km/h an. Ein Vorgewende habe ich, weil es zu nass war, nicht mehr säen können. Aus diesem Grund sind wir mit dem Schneckenkornstreuer und einem Pickup Raps streuen gefahren.

Ich bin gespannt was daraus wird. Anschließend startete ich mit der Gerstenaussaat im Direktsaatverfahren. Die Aussaatstärke betrug hier 150 kg/ha. Nebenbei streuten die lettischen Arbeitskollegen weiterhin Kalk.

Bei beiden Betrieben ist nun die Rapsaussaat abgeschlossen und die Vorbereitungen für die Getreideaussaat laufen.

Neue Wide-Edge-Schare im Test

Im September ging es an der Westküste auf dem rund 7.500 ha Betrieb ging es schließlich mit der Aussaat weiter. Hier wurde die Horsch Focus Striptill-Sämaschine von den normalen Scheibensäscharen auf neue Wide-Edge-Schare umgebaut. Durch den einreihigen 35er Zinkenabstand und die schlechte Strohverteilung, hat das System durch andauerndes Schieben nur beschränkt funktioniert. Aus diesem Grunde haben wir uns wieder für die Scheibenschare entschieden. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten ging die Weizenaussaat voran. Die Aussaatstärke betrug 150 kg/ha. An meinem letzten Abend konnte ich beim Striegeln noch zwei Wölfe sichten. Für mich ging es nun dann nach 6 Wochen nachhause, wo ich mich auch der Aussaat widme, bevor es nach Australien geht.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...