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Wahlkampf

Grüne: Das steht im Pestizidreduktionsplan

Pflanzenschutzmittel und Herbizide
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Anke Fritz, agrarheute
am
22.05.2017

Zum Tag der Artenvielfalt haben die Grünen einen 5-Punkte-Plan zur Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln vorgelegt. So wollen sie vorgehen.

Die Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/ Die Grünen kritisieren in ihrem 5-Punkte-Plan die Anstrengungen der Bundesregierung im Bereich des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln und der Alternativen als nachlässig. Der „Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“ (NAP) sei rein kosmetisch. Zudem gebe es keine klar definierten Reduktionsziele.

Die Verfasser erkennen an, dass ein bloßes Verbot eines Wirkstoffs nicht die Lösung sein kann. Denn dieser werde, so heißt es im Pestizidreduktionsplan, umgehend durch einen anderen, womöglich weniger erforschten ersetzt.

Das erklärte Ziel: „Wir wollen daher mehr Energien und Ressourcen in die Forschung nach Alternativen stecken wie Robuste Sorten, vielseitige Fruchtfolgen, angepasste Bodenbearbeitung und Saatzeiträume, die Förderung von Nützlingen oder den Einsatz digitaler Innovationen für den Pflanzenschutz. „Wir wollen die Forschung konsequent auf die Senkung des Pestizideinsatzes ausrichten.“

Die Forderungen im Überblick

  • Pestizid-Einsatz in ökologisch-wertvollen Gebieten verbieten
  • Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide deutlich zurückzufahren (Bonus/Malus: Pestizidabgabe für Produzenten sowie Förderung für pestizidfreie Landwirtschaft)
  • Einsatz besonders schädliche Stoffe (Glyphosat, Glufosinat und Neonicotinoide) stoppen
  • Den alternativen Pflanzenschutz auszubauen und die Forschung zu fördern
  • Den Einfluss der Hersteller bei Zulassungsverfahren ausschließen
  • Klare Reduktionsziele mit Kennzahlen und Zeitfenstern, wie es Frankreich und Dänemark schon heute vormachen,
  • Eine rechtssichere Definition dessen, was die Leitlinien der „guten fachlichen Praxis“ sind und was dem „integrierten Pflanzenschutz“ entspricht,
  • Eine Abgabe auf die Produktion von Pestiziden, um dem Verursacherprinzip Rechnung zu tragen,
  • sowie Landwirtinnen und Landwirte bei der Umstellung auf eine pestizidfreie Bewirtschaftung finanziell zu unterstützen

Hier können Sie den Pestizidreduktionsplan als .pdf herunterladen

Achtung: Diese Pflanzen sind für Weidetiere giftig

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