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Grünland

6 Schadbilder und wie Sie richtig reagieren

© landpixel
von , am
20.08.2015

Je nach Qualitätsanspruch an das Grundfutter muss Grünland regelmäßig neu angesät werden. Der Spätsommer eignet sich besonders gut. Wie Sie auf welche Schadbilder reagieren sollten, lesen Sie hier.

Milchvieh hat höhere Ansprüche an das Grünland als beispielsweise Tiere in extensiver Mutterkuhhaltung. © landpixel
Es gibt viele gute Gründe, Grünlandflächen zu erneuern. Der Frage nach dem Wann und Wie gehen die Fragen nach dem Ob und Warum voraus.
 
Das Kosten/Nutzen-Verhältnis sollte entscheidend für die Wahl des Verfahrens der Grünlanderneuerung sein. Dieses richtig einzuschätzen, bleibt letztlich jedem Bewirtschafter selber überlassen. Hinsichtlich der Futterverwertung ist für die Notwendigkeit einer Grünlanderneuerung zunächst die Verwertungsrichtung, also beispielsweise die vom Grünland zu ernährende Tierhaltung, entscheidend.
 
Milchvieh hat dabei die höchsten Ansprüche und erfordert häufiger eine Grünlanderneuerung als eine extensive Mutterkuhhaltung oder Schafhaltung. Das Neuansaatverfahren richtet sich stark nach dem Standort und dem Ziel der Maßnahme.

Welche Maßnahmen bei welchen Schadbildern im Grünland sinnvoll sind, lesen Sie im Anschluss.

Dauergrünland: Schadbilder und Gegenmaßnahmen

1. Bodenlücken bis zu 30 %; ansonsten wertvoller Pflanzenbestand
  • Nachsaat,
  • frühe Nachnutzung 2 - 3 Wochen nach der Saat
2. Verkrautung bis zu 50 %; mindestens 50 % mittel-hochwertige Futtergräser
  • selektiv wirkendes Herbizid einsetzen
  • Nachsaat und frühe Nachnutzung
Wichtig: Wartezeiten beachten und im  Falle von Giftpflanzen bei nachfolgender Beweidung abgestorbenes Pflanzenmaterial von der Fläche entfernen.
 
3.Verkrautung und minderwertige Gräser > 50 %; kaum hochwertige Futtergräser  und Leguminosen
  • Totalherbizideinsatz und Neuansaat als Direktsaat oder mit Umbruch
  • Wichtig: Wartezeiten beachten und im  Falle von Giftpflanzen bei nachfolgender Beweidung abgestorbenes Pflanzenmaterial von der Fläche entfernen.
4.Minderwertige Futtergräser bis zu 30 %
  • Regelmäßige Nachsaaten
  • intensive Pflege (Striegel)
  • frühe und häufige Nutzung zur Förderung hochwertiger Untergräser
5. Minderwertige Futtergräser mehr als 30 %
  • Totalherbizideinsatz
  • Neuansaat als Direktsaat oder mit Umbruch
6. Wegen Unebenheit sind maschinelle Pflege und Nutzung stark eingeschränkt
  • Umbruch mit Planieren der Fläche
  • Neuansaat
(Quelle: nach MOTT, N.; ERNST, P. (1984), gekürzte Fassung in Leitlinien ordnungsgemäße Landwirtschaft) 
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