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Grünland

In 9 Schritten zur Top-Silage

von , am
28.04.2015

Bei der Bereitung der Grassilage kommt es auf viele Faktoren an. Vom richtigen Erntezeitpunkt bis hin zum Gärprozess. Die wichtigsten Schritte zur Top-Silage im Überblick.

Für ein gutes Anwelken ist es empfehlenswert, alle Grasbestände möglichst früh am Morgen zu mähen. © Mühlhausen/landpixel
Eine qualitativ hochwertige Grassilage ist der Grundstein für eine hohe Futteraufnahme der Kühe. Dadurch lässt sich eine hohe Milchleistung aus dem Grundfutter erzeugen, was zu niedrigen Produktionskosten je Liter Milch führt. Bei der Bereitung der Grassilage greifen viele Produktionsschritte ineinander. Worauf besonders geachtet werden sollte, um eine Top-Silage zu erzeugen, ist in den folgenden Tipps erläutert.
 

Richtiger Erntezeitpunkt

Der richtige Schnittzeitpunkt ist neben einem hochwertigen Pflanzenbestand entscheidend für eine hohe Futterqualität. Dieser ist zu Beginn des Ährenschiebens optimal. Die Schnitthöhe sollte bei Dauergrünland nicht niedriger als fünf cm und bei Ackergras nicht tiefer als sieben cm sein. Dadurch ist der Messerverschleiß geringer und die Futterverschmutzungen auch durch die anderen Arbeitsgänge werden reduziert.

Früh am Morgen mähen

Für ein gutes Anwelken ist es empfehlenswert, alle Grasbestände möglichst früh am Morgen zu mähen und breit zu streuen. So lässt sich die zur Verfügung stehende Anwelkzeit optimal nutzen. Dies kann zum einem durch den parallelen Einsatz von Mähwerk und Kreiselheuer oder mit Hilfe von Mähwerken mit Aufbereitern und Breitverteilhauben erfolgen. In der Regel sollte beim ersten und zweiten Schnitt das breit verteilte Gras noch einmal gewendet werden, da es sonst zu einer ungleichmäßigen Abtrockung kommt. Wird auf das Wenden verzichtet, werden Feuchtenester einsiliert, die trotz Vermischung bei der Bergung die Futterqualität senken können.

Kurze Feldliegezeit

Die Feldliegezeit sollte so kurz wie möglich gehalten werden, jedoch ist ein Trockenmassegehalt von mindestens 30 Prozent anzustreben. Dies ist bei ?normalen Witterungsbedingungen? selten das Problem. Wesentlich häufiger wird das Futter mit Anwelkgraden von über 40 % zu trocken.  Zu trockenes Gras führt dazu, dass es sich wesentlich schlechter verdichten lässt, was dann einen schlechteren Gärverlauf und häufig auch Nacherwärmungen zur Folge hat.

Schlagkräftige Technik

Eine schlagkräftige Technik ist mit entscheidend für ein Gelingen der Silage. Sie ermöglicht es, den Anwelkprozess so zu steuern, dass das Gras mit optimalen TS-Gehalten einsiliert wird. Beispielsweise kann man bei gutem Wetter durch vorzeitiges, schlagkräftiges Schwaden und dem Erstellen möglichst großer Schwaden den Anwelkprozess abbremsen. Hingegen sollte bei schlechteren Witterungsbedingungen erst kurz vor dem Bergen geschwadet werden, um so die zur Verfügung stehende Anwelkzeit optimal auszunutzen.

Kurze Schnittlängen

Beim Bergen sind kurze Schnittlängen einzuhalten. Dadurch kommt es zu einem höheren Zuckeraustritt, einer schnellen pH-Wert-Senkung und das Gras lässt sich besser verdichten. All dies führt zu einer gärstabilen Silage. Je trockener das Gras ist, desto kürzer muss es geschnitten bzw. gehäckselt werden. Der Häcksler hält im Vergleich zum Ladewagen kurze Schnittlängen besser ein und hat deshalb besonders bei höheren TS-Gehalten Vorteile.
 

Gleichmäßig abladen

Das Abladen vom Gras sollte auf dem Silo in einer gleichmäßigen Schicht von max. 40 cm erfolgen. Ideal sind Lade- bzw. Silierwagen mit Dosierwalzen. Dann ist eine gute Verdichtung möglich. Ausreichend breit angelegt ist ein Silo, wenn das Abladen und Walzen parallel erfolgen kann.

Hoher Reifendruck ist vorteilhaft

Das Walzfahrzeug (Radlader, Schlepper) sollte ein hohes Eigengewicht aufweisen, welches durch Betonklötze, Anbaugeräte oder Wasser in den Reifen preisgünstig erhöht werden kann. Bei sehr hoher Bergeleistung ist häufig ein zweites Walzfahrzeug erforderlich. Beim Walzfahrzeug ist ein hoher Reifendruck (über zwei bar) vorteilhaft, da er für einen höheren Punktdruck (kg/cm²) sorgt.

Nacherwärmung vermeiden

Die Walzarbeit muss mit langsamer Fahrgeschwindigkeit durch zwei bis vier Überfahrten je Fahrspur erfolgen. Nur so ist eine ausreichende Verdichtung und darüber hinaus ein sicheres Überfahren des Silos durch die Lade- bzw. Silierwagen (kein Abrutschen) gewährleistet. Falls bei der Walzarbeit ein Engpass auftritt, ist es besser, die Silierkette kurz warten zu lassen als das Risiko einer Nacherwärmung in Kauf zu nehmen. Eine Nacherwärmung führt zu Energieverlusten und die Futteraufnahme geht deutlich zurück, wodurch wesentlich höhere Kosten als beim Warten der Silierkette entstehen. Reicht die Walzkapazität nicht aus, ist es sinnvoll, die Walzarbeit überbetrieblich erledigen zu lassen.

Silohaufen schnellstmöglich luftdicht abdecken

Bereits in den ersten Stunden nach Beendigung des Einsilierens beginnt der Gärprozess. Da dieser nur unter Luftabschluss optimal abläuft, ist der Silohaufen schnellstmöglich und luftdicht abzudecken. Der Gärprozess ist frühestens vier bis sechs Wochen nach dem Einsilieren vollständig beendet, erst dann darf die Silage geöffnet und verfüttert werden.

Grünlandpflegetechnik im Test

Die Redakteure von AGRARTECHNIK veröffentlichten die Ergebnisse eines Grünlandstriegel- und Wiesenwalzetestes, den sie durchgeführt haben. © Tammo Gläser
Bei der Pflegearbeit setzten sie das Gerät Saphir GS802 auf rund 60 Hektar Grünland ein. © Tammo Gläser
... so sah der Boden nach dem Einsatz aus. © Tammo Gläser
Für den Grünlandtest verwendeten die Agrartechnik-Redakteure eine acht Meter breite Maschine, die mit einem APV-Nachsaatgerät ausgerüstet war. © Tammo Gläser
Der Agrartechnik-Redakteur stellt die Bodenbearbeitungmaschine ein. © Tammo Gläser
Das Striegelfeld umfasst 98 Zinken mit einem Strichabstand von acht Zentimeter. © Tammo Gläser
Im Arbeitseinsatz bringt es die Walze gefüllt mit Wasser auf stolze 5,4 Tonnen Einsatzgewicht. © Tammo Gläser
Die Saphir Robust 275FG - Wiesenwalze im Einsatz. © Tammo Gläser
Auch die Arbeit in den Hanglagen ist mit Saphir möglich. © Tammo Gläser
Die Saphir Wiesenwalze verfügt über ein Fahrgestell mit 2-Kreis-Druckluftbremse. © Tammo Gläser
Eine Abstellstütze ist in der Deichsel versteckt und in einem Lochraster höhenverstellbar. © Tammo Gläser
... und nochmal prüft der Agrartechnik-Redakteur, ob die Anschlüsse stimmen. © Tammo Gläser
Seit 2013 ist das Unternehmen Saphir zuständig für den Vertrieb der Grünlandernte- und Mammut Pflegetechnik des polnischen Herstellers Samasz. © Tammo Gläser
Das Schlegelmulchen gehört zu den Wiesenpflegearbeiten. © Tammo Gläser
Nur für Grünlandarbeiten werden sicherlich wenige Kunden ihre Mulcher verwenden. © Tammo Gläser
Grabenpflege, Sonderkulturen, Garten- und Landschaftsbau oder Maisstoppelmulchen - Arbeit gibt es genug für die Maschinen. © Tammo Gläser
Die Maschine hat 36 Hammerschlegeln der Kategorie VI. © Tammo Gläser
© Tammo Gläser
Das Arbeitsbild des Mulchers entsprach den Vorstellungen der Agrartechnik-Redakteure. © Tammo Gläser
Der Umbau von Front- auf Heckbetrieb geht fix. © Tammo Gläser
© Tammo Gläser
Mehr zu diesem Maschinentest der Grünlandpflegetechnik lesen Sie in der AGRARTECHNIK, Ausgabe Februar 2015. © Tammo Gläser
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