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Trockenheit

Abgestorbenes Grünland: Mäuse und Stress fordern Nach- oder Neusaaten

Grünland-Schaden-Mäuse
am
09.08.2019
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Grünland leidet derzeit unter Stress. Der Zustand der Grasnarben ist vielerorts desaströs. Die Witterung der vergangenen Jahre hat Spuren hinterlassen. Reicht jetzt eine Nachsaat oder ist Neuansaat besser?

Zunächst schädigte das nasse Jahr 2017 die Grasnarbe durch Staunässe. Hinzu kamen Tritt- und Fahrspuren. 2018 verdorrten wertvolle Gräser wegen der Hitze. Hohe Lückenanteile waren die Folge. Nach- oder sogar Neuansaaten wurden nötig. Jetzt wird der Lohn dieser Pflege durch Mäusefraß und erneute Dürre zunichtegemacht.

Bei Lücken bald nachsäen

Jetzt brauchen Wiesen und Weiden wieder eine Reparatur. Oft ist Umbruch unvermeidlich. Das bedarf in aller Regel aber einer rechtzeitigen Genehmigung. Damit ist zwar ein guter Zustand der Grasnarbe relativ schnell wiederherzustellen.

Doch Umbruch ist auch mit den höchsten Kosten verbunden - und zugleich mit Unsicherheiten beim Ansaaterfolg. Der hängt nämlich sehr stark vom Regen ab. Bisher sind die Bedingungen weiter zu trocken.

Die Narbe genau bewerten

Ob eine Nachsaat ausreicht, hängt von minderwertiger Kräutern und Gräsern ab. Die Zusammensetzung des Bestands ist exakt zu bewerten:

  • Lücken bis 30 %, sonst wertvolle Pflanzen => nachsäen, früh beweiden zwei bis drei Wochen nach der Saat,
  • Unkräuter bis zu 50 %, Rest Kulturgräser  => selektiv wirkendes Herbizid, dann nachsäen und beweiden,
  • Unkräuter und minderwertige Gräser über 50 %, kaum Kulturgräser => Totalherbizid, neu säen als Direktsaat oder mit Umbruch,
  • Ungräser bis zu 30 % => nachsäen, eventuell mehrmals, danach beweiden,
  • Ungräser mehr als 30 % => Totalherbizid, Neuansaat als Direktsaat oder mit Umbruch,
  • unebener Bestand, maschinelle Nutzung eingeschränkt => Umbruch mit Planieren und Neuansaat.

Minderwertig sind Ampfer, Bärenklau, Hahnenfuß, Wiesenkerbel, weiter Quecke, Wiesenfuchsschwanz, Wolliges Honiggras oder Rasenschmiele, weiter Knickfuchsschwanz oder Gemeine Rispe.

So begünstigen Sie den Erfolg

Die Grasnarbe sollte nicht verfilzt und eher lückig sein. Das ist schon wegen der enormen Mäusepopulationen der Fall. Bei verkrauteten Beständen ist zunächst ein Herbizideinsatz nötig und nachfolgend scharfes Striegeln, um bewusst Lücken zu schaffen.

Günstig ist es, wenn die Konkurrenz der Altnarbe bereits gemindert ist. Nachsaaten gelingen im Sommer daher oft besser als im Frühjahr. Das bodennahe Ablegen des Saatguts in Direktsaat und anschließendes Walzen wirken förderlich auf die Keimung.  

Günstigenfalls ist eine Niederschlagsperiode abzuwarten. Je schneller das Gras die Lücken ausfüllt, desto geringer bleibt der Anteil unerwünschter Kräuter- und Grasarten.  

Mit Material von LWK Niedersachsen, Kalzendorf, Backes
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