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Grünland

Biodiversität im Grünland ist bedroht

© agrar-press
von , am
19.11.2013

Die Artenvielfalt im Grünland ist derzeit alarmierend gering und für die Zukunft sieht es auch nicht gut aus. Bei einem Symposium in Berlin wurde unlängst die Bedeutung biodiversen Grünlandes für das Tierwohl diskutiert.

Durch das Greening wird die Gesamtfläche des ökologisch wertvollen Dauergrünlands stabilisiert. © Mühlhausen/landpixel
Dauergrünlandflächen gehen als Ganzes durch Umbruch, Nutzungsaufgabe und Aufforstung verloren und die Biodiversität des verbleibenden Grünlands wird durch die Intensivierung gefährdet. Die geht aus einer ökologischen Flächenstichprobe in Nordrhein-Westfalen hervor, die beim IBV-Symposium "Biodiversität im Grünland in Gefahr" Mitte November vorgestellt wurde. 
 
Dabei wurden aber auch Beispiele und Potenziale zur Erhaltung artenreichen Grünlands anhand von Länderprogrammen und Vermarktungsansätzen aufgezeigt werden. Biodiverses und damit kräuterreiches Grünlandfutter berge große Potenziale zum Beispiel für das Tierwohl, die noch nicht ausreichend genutzt würden, meldet die BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung). Bei integrativen Ansätzen zur Einbeziehung von artenreichem Grünlandfutter - auch bei intensiv wirtschaftenden Betrieben - werde noch Entwicklungspotenzial gesehen. Dort, wo sich artenreiches Grünland nicht zur rentablen Milchproduktion eigne, seien technische Innovationen und/oder gezielte Förderprogramme notwendig.

Grünlandstrategie erforderlich

"Wir brauchen eine Grünlandstrategie für Deutschland", fasste Professor Alois Heißenhuber am Ende des IBV-Symposiums die zentrale Botschaft zusammen. Eine zentrale Rolle spiele dabei die Ausbildung von landwirtschaftlichen Beratern und Landwirten sowie insgesamt eine verstärkte Beratung der Landwirtschaft beim Thema Grünlandbewirtschaftung. Dies sei über Jahre vernachlässigt worden. Ein weiteres wichtiges Element sei die Verbundforschung, die sowohl interdisziplinäre als auch transdisziplinäre Zusammenarbeit beinhalte. Ein Leitspruch für Veränderungen in der Förderlandschaft, durch die biodiverses Grünland erst möglich werde, müsse lauten: "Öffentliche Gelder für öffentliche Güter".

100 Teilnehmer aus Forschung, Politik, Verwaltung und Verbänden

Das Symposium des Informations- und Koordinationszentrums Biologische Vielfalt (IBV) fand Mitte November anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Wissenschaftlichen Beirats für Biodiversität und Genetische Ressourcen beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Berlin statt. Etwa 100 Teilnehmer aus Forschung, Politik, Verwaltung und Verbänden diskutierten, wie eine wirtschaftlich tragfähige Grünlandnutzung mit der Erhaltung der biologischen Vielfalt verknüpft werden kann. Dabei stellte der Wissenschaftliche Beirat auch sein aktuelles Gutachten "Biodiversität im Grünland - unverzichtbar für Landwirtschaft und Gesellschaft" vor. Die Deutsche Agrarforschungsallianz berichtete über den Diskussionsstand im neu gegründeten "Fachforum Grünland". 
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