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Wiesen und Weiden

Checkliste: So säen Sie Grünland richtig nach

Nachsaat Weide Wiese
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Karl Bockholt, agrarheute
am
15.03.2018

Regelmäßige Nachsaaten besonders auf Schnittgrünland sind die Basis für gute Bestände. Mit Standardmischungen regional geprüfter Sorten sind Sie auf der sicheren Seite.

Warum nachsäen?

Was für Grünlandpflege ausgegeben wird, lässt sich beim Kraftfutter um ein Vielfaches wieder einsparen. Gräsersorten mit hohen Futterqualitätseigenschaften verbessern die Futteraufnahme. Sie verbessern bei hoher Milchleistung so die Wertschöpfung der Flächen. Und sie bilden die Basis für wiederkäuergerechte Fütterung inklusive gesunder Tiere. Das verringert den betrieblichen Flächenbedarf für Grundfutter. Und es verbessert die Nährstoff- und Ressourceneffizienz insgesamt. Auch unerwünschte Gräser und Kräuter breiten sich weniger stark aus. Das führt nachhaltig zu dauerhaft leistungsfähigen Pflanzenbeständen

Wie oft nachsäen?

Je nach Bestand ist Nachsaat mindestens ein- bis zweimal jährlich bis maximal alle drei Jahre erforderlich.

Bei größeren Lückenanteilen von 20 bis 30 Prozent macht Schlitzen Sinn, etwa mit Technik von Vredo oder mit dem Herbamat von Köckerling. Das ist über Lohnunternehmer oder Maschinenring zu machen. Bei der Schlitztechnik hat das Saatgut guten Bodenkontakt

Wie viel nachsäen?

Die Saatmengen sind nach dem Bedarf auszurichten. Bei Nachsaaten reichen oft 5 bis 10 kg/ha, bei Durchsaaten bis 25 kg/ha. Bei 5 kg/ha Nachsaatmenge sind das je nach Tausendkorngewicht des Saatguts 150 bis 250 Grassamen/m2.

Bei einem Lückenanteil von 5 bis 10 Prozent sind etwa 5 kg/ha Saatgut nötig, bei 10 bis 20 Prozent 6 bis 10 kg und bei 20 bis 30 Prozent Lücken etwa 15 bis 25 kg/ha Saatmenge.

Was nachsäen?

Deutsches Weidelgras ist das wichtigste Futtergras auch auf schwierigen Standorten. Hohe Futterqualitäten und hohe Erträge sind eng miteinander verknüpft. Geprüfte Sorten in empfohlenen Nachsaatmischungen lohnen. Sie enthalten in der Regel Deutsches Weidelgras.

Zwischen ertragsstarken und schwachen Sorten sind die Ertragsdifferenzen groß. Bei 15 Prozent Rohprotein entziehen ertragsstarke Sorten etwa 40 kg/ha mehr Stickstoff (N) als ertragsschwache. Starke Sorten wachsen stark vegetativ und haben meist nur eine geringe Blütenstandsneigung. Wichtig ist es, gesunde, ausdauernde, konkurrenz- und ertragsstarke Sorten zu wählen.

Wann sonst nachsäen?

Nach dem 1. Schnitt ist Nachsaat nur in frischen Lagen bei sicherer Wasserversorgung angesagt. Im August ist sie am sichersten bei nachlassendem Wachstum. Dann lässt sich zugleich die Gemeine Rispe mechanisch bekämpfen. Wichtig ist, nur in kurze Narben nachzusäen bei ausreichender Bodenfeuchte. Und auch danach ist die Grünlandnarbe kurz zu halten und zu beweiden, um die Bestockung zu fördern.

 

Mit Material von Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

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Mathias Heckenberger
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