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Düngeverordnung

Düngesperrfrist auf Grünland: Was gilt in welchem Bundesland?

Gülledüngung auf Grünland
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
12.09.2018

Die Düngeverordnung ist nicht nur ein Buch mit 7 Siegeln, sondern für viele auch ein rotes Tuch. Demnächst beginnt die Sperrfrist für die N-Düngung. Hier der Bundesland-Check, was auf Grünland gilt.

In vielen Regionen ist es derzeit noch sommerlich und viel zu trocken, doch mit Blick auf die Wintermonate ist jetzt schon an die Sperrfrist für Gülle auf Grünland zu denken.

Grundsätzlich ist die Stickstoffdüngung auf Grünland und auf Flächen mit mehrjährigem Feldfutterbau zwischen dem 1. November und dem 31. Januar verboten. Das sind zwei Wochen früher als nach alter Düngeverordnung.

Es ist aber möglich, die Sperrfrist zu verschieben, um eine bodenschonende Ausbringung bei minimierten Stickstoffverlusten zu gewährleisten. Wichtig: Der Verbotszeitraum verkürzt sich dabei nicht! Es bleibt in jedem Fall bei 3 Monaten Sperrfrist.

Je nach Bundesland müssen die Anträge dazu einzelbetrieblich (beispielsweise Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen) oder regional vom Bauernverband (wie in Bayern) gestellt werden.

Welche Düngerformen sind betroffen?

Als Kriterium gilt ein „wesentlicher Gehalt an Stickstoff“. Der ist bei mehr als 1,5 Prozent Gesamtstickstoff (N) in der Trockenmasse erreicht. Die Grenze gilt für alle N-Dünger wie

  • Mineraldünger
  • Gülle
  • Flüssige und feste Gärreste
  • Klärschlamm
  • Geflügelmist
  • Geflügelkot.

Als mehrjähriger Futterbau sind Flächen definiert, auf denen vor dem 15. Mai 2018 Futtergräser oder Gras-Leguminosen-Mischungen angesät wurden. Gräser, die erst in diesem Sommer nach der Hauptfrucht gesät wurden, fallen nicht darunter.

Sperrfrist verschieben: So funktioniert es

Die Sperrfrist auf Grünland kann grundsätzlich um maximal vier Wochen verschoben, aber nicht verkürzt werden.

Jedes Bundesland handhabt die Umsetzung in der Praxis unterschiedlich. Hier beispielhaft das Antragsverfahren in fünf Bundesländern:

Niedersachsen: Auf Antrag zwei Wochen früher

In Niedersachsen kann der Einzelbetrieb einen Antrag auf Vorverlegung der Frist stellen. Das muss bis 10. Oktober passieren. Wird er genehmigt, kann die Sperrfrist also zwei Wochen früher beginnen.

Sie dauert dann vom 15. Oktober bis einschließlich 15. Januar. Das soll ein bodenschonendes Befahren auf tagsüber angefrorenem Boden im Frühjahr ermöglichen. Der Antrag kostet 50 Euro und ist bei der Landwirtschaftskammer zu stellen.

Schleswig-Holstein: Je nach Nitratbelastung zwei Wochen früher

Auch in Schleswig-Holstein stellt der Einzelbetrieb einen Antrag. Wird er genehmigt, kann die Sperrfrist für Flächen außerhalb der Nitrat- und Phosphatdüngung nach Landesdüngeverordnung zwei Wochen früher beginnen und enden. Sie gilt dann also vom 15. Oktober bis 15. Januar.

Auf Flächen in der Nitrat- und/oder Phosphorkulisse beginnt die übliche Sperrfrist schon zwei Wochen früher, also vom 15. Oktober bis 31. Januar. Mit genehmigtem Antrag kann auch sie um zwei Wochen vorgezogen werden: 1. Oktober bis 15. Januar. Der Antrag muss beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gestellt werden.

Nordrhein-Westfalen: Bis zu vier Wochen nach vorn oder hinten

In Nordrhein-Westfalen ist ebenfalls ein einzelbetrieblicher Antrag möglich. Hier ist ein Vorziehen oder ein Verschieben nach hinten der Sperrfrist um bis zu vier Wochen möglich.

Anträge sind in NRW bei der Landwirtschaftskammer zu stellen.

Baden-Württemberg: nach Allgemeinverfügung zwei Wochen später

In Baden-Württemberg erlässt das Ministerium sogenannte Allgemeinverfügungen. Daraufhin können sich Landratsamt und untere Wasserbehörde gemeinsam abstimmen, um die Sperrfrist für die jeweilige Region zu verschieben. Für 2018 hat das Ministerium derzeit noch keine Allgemeinverfügung erlassen.

In den letzten Jahren wurde damit eine regionale Verschiebung der Sperrfrist um zwei Wochen nach hinten (also 15. November bis 15. Februar) genehmigt, auf Einzelbetriebsantrag sogar um vier Wochen. Ein Vorziehen der Sperrfrist gab es in Baden-Württemberg bislang nicht.

Bayern: Für ganze Kreise zwei oder vier Wochen später

In Bayern kann die Kreisgeschäftsstelle des Bauernverbandes am zuständigen Fachzentrum einen Antrag für den jeweiligen Landkreis stellen.

Dabei ist ein Verschieben der dreimonatigen Sperrfrist nach hinten möglich, und zwar um zwei Wochen (15. November bis einschließlich 14. Februar) oder um vier Wochen (29. November bis einschließlich 28. Februar). Ein Vorziehen wie in Norddeutschland ist auch in Bayern nicht vorgesehen.

Mit Material von LfL Bayern, LWK Niedersachsen, LWK NRW, LWK Schleswig-Holstein, MLR Baden-Württemberg

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