Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Frühjahrsdüngung

Extreme Düngerpreise: So berechnen Sie Nährstoffentzüge auf Grünland

Düngung auf einer Wiese
am Sonntag, 13.03.2022 - 06:00 (Jetzt kommentieren)

Nur eine ausgewogene Düngung ermöglicht hohe Erträge und gute Grundfutterqualität vom Grünland. Nährstoffentzugsrechner helfen, die Höhe der einzelnen Entzüge möglichst genau zu ermitteln. agrarheute sagt, wie ausgeglichen zu düngen ist und Mangelsymptome zu erkenen sind.

Explodierte Düngerpreise schreien nach Antworten auf die Frage, was 2022 gedüngt werden kann.  Neben ausgewogener Nährstoffversorgung sind vor allem Leguminosen im Futterbau wichtig. Sie binden Luftstickstoff und liefern pflanzenverfügbaren Stickstoff.

Auf Grünland empfiehlt sich oft zunächst auch leicht pflanzenverfügbarer Schwefel. Schwefel aus organischen Düngern ist erst ab Bodentemperaturen von mehr als 8 bis 10 °C verfügbar, so die Deutsche Saatveredelung (DSV), also meist erst ab Mitte bis Ende Mai, oft nach dem ersten Schnitt. So lohne es sich, die ersten zwei Schnitte mit leicht verfügbarem Schwefel zu versorgen.

Schwefeldüngung auf Grünland: Entzug und Bedarf genau kennen

Um den Entzug zu berechnen, ist der erreichte oder angestrebte Trockenmasse (TM)-Ertrag/ha in dt/ha einzugeben. Die Kalkulation basiert auf einem Rohproteingehalt von 16,25 Prozent.

Der Bedarf pro dt Trockenmasse liegt dann laut DSV bei:

  • 2,60 kg/ha N,
  • 1 kg/ha P2O5,
  • 2,90 kg/ha K2O,
  • 0,40 kg/ha S,
  • 0,70 kg/ha CaO
  • 0,60 kg/ha MgO
  • ca. 0,08 g B, 0,9 g Cu, 23 g Fe, 15 g Mn, 0,09 g Mo, 5 g Zn.

Angegeben werden in dem Rechner die Nährstoffentzüge je nach Ertrag (in dt/ TM/ha):

  • gering: 30 dt/ha,
  • normal: 35 dt/ha,
  • gut: 40 dt/ha,
  • sehr gut: 45 dt/ha

Trockenmasse (TM) vom ersten bis zum sechsten Schnitt.

Grünland: Mangan und andere Mikronährstoffe ebenfalls wichtig

Die Symptome eines Mangels an Mikronährstoffen sind bei Gräsern nicht immer leicht zu erkennen. Sie sind jedoch oft mit denen bei Getreide vergleichbar. Wertvolle Gräser werden bei Nährstoffmangel oft durch anspruchslosere, im Futterwert schlechtere Gräser verdrängt.

Leguminosen haben in der Regel höhere Ansprüche. Sie zeigen öfters einen Mangel an Mikronährstoffen. Je nachdem, welche das sind, unterscheiden sich die Düngeempfehlungen für Grünland.

Mangan nehmen die Pflanzen relativ viel auf. Daher empfiehlt Yara bei akutem Mangel eine Blattdüngung. Bei Bor, Molybdän und Zink liege die Empfehlung für eine Blattdüngung zwischen 20 und 500 g/ha.

So erkennen Sie Mangelsymptome im Grünland

Klee und Luzerne habe zum Beispiel einen hohen Bedarf an Molybdän, Luzerne darüber hinaus auch einen nennenswerten Bor- und Kupfer-Bedarf. Futtergräser sowie Wiesen und Weiden allgemein sein dagegen etwas anspruchsloser, so Yara. Sie haben einen mittleren Bedarf an Kupfer und Mangan. Gräser benötigen Bor, Zink und Molybdän eher weniger.

So erkennen Sie die Mangelsymptome im Grünland:

  • Bor-Mangel: Bei Klee vergilben die Blätter und die Ränder färben sich rot, besonders auf der Blattunterseite. Die jüngsten Blätter besitzen nur kurze Stiele und wirken gestaucht.
  • Kupfer-Mangel: Trotz guter Wasserversorgung neigen Leguminosen zur Welke. Die Blätter bilden braune Punkte, rollen sich ein und vertrocknen. Cu- und Mn-Mangel ist vor allem auf humusreichen Böden ein Thema.
  • Mangan-Mangel: Wiesenfuchsschwanz und Glatthafer sind anfälliger für Mn-Mangel, Knaulgras und Rotschwingel eher weniger. Bei Klee typisch: Chlorosen zwischen den Blattadern mit punktförmig, weißbraunen Nekrosen auf den jüngeren Blättern. Die Pflanzen haben mehr hellgrüne, fahle Blätter.
  • Molybdän-Mangel: Mo ist bei Leguminosen wichtig, da der Mikronährstoff an der Ausbildung der Knöllchenbakterien beteiligt ist. Die Mangelsymptome ähneln daher Stickstoffmangel.
  • Zink-Mangel: Klee bildet kürzere Stängelinternodien und kleinere Blätter und Blattstiele. Ältere Blätter verfärben sich um die Mittelrippe und die Blattbasis rötlich. Junge Blätter sind stärker verfärbt.
Mit Material von DSV, Yara

Gegen Ampfer, Vogelmiere & Co.: 8 Tipps gegen Unkräuter auf Grünland

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Juni 2023
agrarheute_magazin_composing

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...