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Grünland

Frühmahd tierschutzgerecht gestalten

von , am
27.04.2013

Berlin - Die Mahd von Grünland oder Energiepflanzen wie Grünroggen steht an. Um die Jungen vieler Wildtiere zu schützen, ist es ratsam, von innen nach außen zu mähen.

Die erste Mahd fällt mit der Geburt vieler Wildtiere zusammen. © Mühlhausen/landpixel
Der Mahdtermin fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher wähnen. Doch "Ducken und Tarnen" schützt zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher. Darauf machen Bundesverband Lohnunternehmen (BLU), Bundesverband der Maschinenringe (BMR), Deutscher Bauernverband (DBV) und Deutscher Jagdschutzverband (DJV) aufmerksam und empfehlen, den Mähtermin mindestens 24 Stunden vorher mit dem Jagdpächter abzusprechen oder selbst erforderliche Maßnahmen für die Wildtierrettung durchzuführen.
 
Effektive Wildtierrettung beginnt bereits vor der Mahd, so die Verbände. Entscheidend sei dabei, die anstehenden Grünschnitt-Termine - für Silage oder Biomasseproduktion - rechtzeitig mit dem Jagdpächter abzustimmen und die Mähtechnik dem Tierverhalten anzupassen. Die Verbände empfehlen vor allem, das Feld mit dem Grünlandschnitt grundsätzlich von innen nach außen zu mähen. So haben Feldhasen oder Fasane während der Mahd die Möglichkeit zur Flucht. Bei der Ernte der Ganzpflanzensilage verspricht die Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtzeit zusätzlichen Erfolg - gerade bei Rehkitzen, die sich instinktiv ducken.

Vergrämung schützt Tierleben

© Deutscher Jagdschutzverband
Das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden, der Einsatz von Wildrettern oder die Vergrämung (Vertreibung) helfen, Wildtierverluste zu vermeiden. Und sie sind wichtig, um tierschutzrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Vergrämung könne kostengünstig und sehr effektiv mit Knistertüten, Flatterbändern oder Kofferradios durchgeführt werden. Bereits eine Maßnahme zur Vertreibung pro Hektar Anbaufläche wirke, wie Experten herausgefunden haben.
 
Auf Basis der Erkenntnisse eines Grundlagenprojektes des Bundesforschungsministeriums werde aktuell die Praxistauglichkeit geeigneter Wildrettersysteme am Traktor erforscht. Mit finanzieller Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums wollen namhafte Hersteller von Landtechnik und Elektronik marktfähige Geräte entwickeln, mit denen künftig in den Wiesen liegende Rehkitze bei der Mahd erkannt werden. Unabhängig von der Entwicklung praxistauglicher Wildrettersysteme seien die Maßnahmen zur Kitzrettung vor dem Grünschnitt weiterhin wichtig.
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