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Grünland

Grünland: Baden-Württemberg plant Umbruchverbot

von , am
30.06.2011

Stuttgart - Die baden-württembergische Landesregierung bereitet ein generelles Umbruchverbot für Grünland vor. Die Regelung soll ab 1. Juli wirksam sein, kündigte Landwirtschaftsminister Alexander Bonde an.

Die Auseinandersetzungen innerhalb der Regierungskoalition zum Greening sind beendet. Das Echo ist jedoch geteilt. © landpixel/Hapo
"In Baden-Württemberg hat die Grünlandbewirtschaftung eine lange Tradition und unsere Wiesen und Weiden gehören zu den artenreichsten Kulturlandschaften in Europa. Die Landesregierung wird dieses wertvolle Kulturgut schützen und beabsichtigt, ab dem 1. Juli ein Umwandlungsverbot für Dauergrünland einzuführen", kündigte der baden-württembergische Landwirtschaftsminister, Alexander Bonde, heute an.

Keine 'Last-Minute-Umbrüche'

Die Regelung soll ab dem 1. Juli 2011 wirksam sein. Dauergrünland, das zwischen dem 1. Juli 2011 und dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der geplanten Änderung des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes umgewandelt wird, wird wieder hergestellt werden müssen. Damit sollen sogenannte "Last-Minute-Umbrüche" durch einzelne Landwirte vermieden werden. In begründeten Einzelfällen wird es Ausnahmen vom generellen Umbruchverbot geben. Außerdem ist eine Genehmigungspflicht für die Entwässerung von Dauergrünland vorgesehen.
 
"Das generelle Umbruchverbot ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer 'grüneren' Landwirtschaft im Südwesten. Es ist ein klares Bekenntnis Baden-Württembergs zugunsten einer nachhaltigen Landbewirtschaftung", erklärte der Agrarminister.

Setzen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um

Mit der geplanten Regelung setze die Landesregierung einen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um. "Dauergrünland ist eine der klima- und wasserschutzfreundlichsten Landnutzungsformen überhaupt. Ein Hektar geschütztes Dauergrünland bietet nach Expertenmeinung ein jährliches Einsparpotenzial von rund zehn Tonnen Kohlendioxid", erklärte der Minister. Das Umbruchverbot diene somit direkt dem Erhalt der natürlichen Ressourcen.
 
Etwa die Hälfte der rund 3.900 in Deutschland vorkommenden Pflanzenarten hätte ihre Heimat in grünlandähnlichen Gebieten. Bei den geschützten Arten sei der Anteil sogar noch höher. Seit dem Jahr 2003 seien in Baden-Württemberg über 20.000 Hektar Dauergrünland verloren gegangen. Der überwiegende Teil sei in Ackerland umgewandelt worden. Der Grünlandanteil in Baden-Württemberg belaufe sich insgesamt auf 545.000 Hektar. 

Der Neue im Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg: Alexander Bonde im Agrarcheck. zum Artikel ...
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