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Grünland

Grünland: Bald sind die Häcksler los

von , am
10.05.2012

Oldenburg - Die Gräser erreichen vorraussichtlich Anfang nächster Woche ihre "Silierreife". Die Ertragserwartungen der Landwirte sind jedoch verhalten.

Auch der erste Schnitt vom Grünland wird unbrauchbar, weil die Gänse das Gras nicht nur abfressen, sondern auch stark verkoten. © Mühlhausen/landpixel
Langsam bereiten sich die Grünlandbetriebe auf den ersten Silageschnitt vor. Die Experten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen rechnen damit, dass die meisten Ackergrasbestände bereits gemäht werden, während das Grünland die sogenannte "Silierreife" überwiegend erst Mitte Mai erreichen wird. In der Regel ist das zu Beginn des Ährenschiebens oder, wie eine Faustregel besagt, wenn eine Bierflasche im Grasbestand verschwindet. Zu diesem Zeitpunkt ist das Verhältnis von Ertrag und Qualitätsparametern, insbesondere Trockenmasse- und Eiweißgehalt, optimal.

Ertragserwartungen sind verhalten

Das extrem kalte Frühjahr hat mit seinen Kahlfrösten zu lückigen Beständen geführt, sodass die Ertragserwartungen der Landwirte verhalten sind. Trotzdem setzen sie auf bessere Erträge als im letzten Jahr. Da führten geringe Niederschläge von April bis Juni zu massiven Ertragseinbrüchen bis hin zum Totalausfall. Solche Extreme deuten sich für den anstehenden ersten Schnitt nicht an. Mit welchem Ertrag und welcher Qualität die noch folgenden zwei bis drei weiteren Schnitte eingefahren werden können, hängt entscheidend vom weiteren Witterungsverlauf ab.

Trend zum Einsatz von Lohnunternehmern

In Niedersachsen gibt es 700.000 Hektar Grünland, das sind rund 60 Prozent der für die Futtererzeugung genutzten Fläche. Gras und Silage werden überwiegend als Viehfutter genutzt, nur ein geringer Teil wandert in Biogasanlagen. Die Ernte übernehmen überwiegend Lohnunternehmer, die mit hochmoderner, teurer Technik ausgerüstet sind. Sie können ihre Schlagkraft immer dann besonders gut ausspielen, wenn die Ernte witterungsbedingt zügig vonstattengehen muss. Die Vorbereitungen bis zur Ernte, also die Mahd, das Zetten und Wenden, machen viele Landwirte mit ihren eigenen Maschinen selbst. Aber auch hier ist der Trend zum Einsatz von Lohnunternehmern ungebrochen.

Grünlandnutzung unter geänderten Klimabedingungen

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