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Grünland

Grünland erreicht Schnittreife

© landpixel
von , am
15.04.2014

In vielen Regionen Deutschlands hat das Grünland bald die Schnittreife erreicht. Einige Felder sind sogar schon gemäht. Für die beste Futterqualität gilt es jetzt den richtigen Zeitpunkt abzupassen.

Die Nachfrage nach Schwadern ist rückläufig. © Mühlhausen/landpixel
Die beste Futterqualität des Ackergrases lässt sich mit dem ersten Aufwuchs gewinnen, vorausgesetzt der Schnitt wird zum richtigen Termin durchgeführt. Aufgrund des Vegetationsvorsprungs liegt der Schnittzeitpunkt dieses Jahr deutlich früher. Einige Flächen im Niederrhein und in Bayern sind bereits schon gemäht. Auch in vielen Teilen Niedersachsen erreicht das Grünland diese Woche die Schnittreife. Es werden Rohfasergehalte von 21 Prozent gemeldet.
 
In den nördlichen Regionen und Höhenlagen bremst die Kälte und Nässe momentan die Ertragsbildung.

Niedersachsen: Schnittreife erreicht

Auf den Beprobungsflächen hat das Ackergras Rohfasergehalte von über 21 Prozent erreicht, meldete die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, am Freitag vergangener Woche. Sowohl die Niederschläge in den zurückliegenden Tagen als auch die milden Temperaturen haben zu einer rasanten Entwicklung und Massebildung der Bestände geführt. Nur dort, wo gebietsweise unzureichende Niederschläge gefallen sind, blieb der Ertragszuwachs bei weiterer Rohfaserzunahme zurück. Darüber hinaus meldet die LWK geringe Zuckergehalte im Aufwuchs.
 
"Dies gilt es zu beachten, wenn bereits in den nächsten Tagen siliert wird. Kann ein Anwelkgrad von mehr als 30 Prozent nicht erreicht werden, ist es ratsam, Siliermittel in der Wirkungsrichtung 1b zusätzlich einzusetzen", so die Empfehlung. Nach den Prognosedaten des DWD ist die Schnittreife auf den Beprobungsflächen der Kammer diese Woche bereits das Ende des optimalen Schnittzeitraumes erreicht sein. Jedoch gilt es zu beachten, dass die Beprobungsflächen der Reifeprüfung unter optimalen Aussaat- und Düngungsbedingungen bewirtschaftet werden.
 

Nordrhein-Westfalen: Regional unterschiedlich

Die Entwicklung des Grünlands variiert regional sehr stark, stellt Clara Berendonk vom Fachgebiet Grünland der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen fest. "In Gebieten des Niederrheins sind viele Flächen schon bald schnittreif, einige auch schon gemäht." Hier ergaben Probeschnitte zwischen 30 und 50 Dezitonnen je Hektar. Dagegen sind die Flächen in den Westfälischen Niederungslagen noch nicht ganz so weit.
 
Im Mittelgebirge und im Sauerland liegt die Grasentwicklung noch deutlich zurück. Die kalten Nächten bremsen hier den Zuwachs, so Berendonk. In der Eifel bremst zudem die anhaltende Trockenheit. Probeschnitte ergaben in diesen Teilen Erträge von derzeit 2 bis 6 Dezitonnen je Hektar. Insgesamt sind die Qualitäten Berendonk zufolge sehr gut. Aufgrund des milden Winters findet sich vereinzelt jedoch Altmaterial in der unteren Schicht, das die Qualitäten beeinflussen kann.
 

Schleswig-Holstein: Nord-Süd-Gefälle

Im hohen Norden limitierten die niedrigen Temperaturen der letzten 3 Wochen das Graswachstum deutlich, berichtet die Kammer Schleswig-Holsteins. Die anhaltend feuchte und kalte Wetterlage führte auf allen Standorten zu deutlich verminderten Zuwachsraten, wohingegen elbnahe und geschützte Standorte gewisse Ertragsvorsprünge aufweisen. Auch werde in diesem Jahr sehr deutlich, dass frühe Gülle- und Mineraldüngergaben überall dort, wo die Befahrbarkeit der Grünlandstandorte es zuließ, sich sehr positiv ausgewirkt haben.
 
Bei den ersten Probenahmen am 10.04.14 wurden im Norden zwischen 7 bis 10 Dezitonnen Trockenmasse je Hektar (dt TM/ha), im Süden jedoch schon bis 20 dt TM/ha ermittelt. Die Ertrags- und Qualitätsmessung am 10. April 2014 ergab einen durchschnittlichen Frischmasseertrag von 81dt/ha. Bei 14 Prozent TM ergab das einen durchschnittlichen Ertrag von 11 dt TM/ha. Die Ertragsbildung war  durch Kälte und Nässe gehemmt. Die Wuchshöhen schwankten von 10 - 25 cm, im Mittel lagen sie bei 18 cm. Dabei wurden im südlichen Schleswig-Holstein relativ hohe, im nördlichen und westlichen Regionen unterdurchschnittliche Erträge erzielt. Die Rohfasergehalte schwankten gering zwischen 17- 18 Prozent,  die Rohproteingehalte lagen vielfach um 30 Prozent.
 

Wetterprognose: Es bleibt trocken

Auch für das Wochenende sind die Wetteraussichten größtenteils nicht gut. © Martin Wegner/pixelio.de
In der Nacht zum Mittwoch lockern die Wolken zunehmend auf. Die Temperatur geht auf 4 Grad an den Küsten, sonst auf +2 bis -2, im Bergland bis -4 Grad zurück. Am Mittwoch scheint vor allem in der Westhälfte meist die Sonne, im Süden und Osten bilden sich im Tagesverlauf Quellwolken, Schauer sollte es aber keine geben. Die Höchsttemperatur liegt zwischen 8 Grad in Südostbayern und 16 Grad am Rhein, an den Alpen und im höheren Bergland Ostdeutschlands werden kaum 5 Grad erreicht.
 
In der Nacht zum Donnerstag kühlt die Luft sich auf 5 bis -2, im östlichen Mittelgebirgsraum und im Südosten auch bis -4 Grad ab. Verbreitet gibt es Bodenfrost. Am Donnerstag ist es zunächst meist heiter, gebietsweise auch sonnig. Im Tagesverlauf zieht jedoch aus Nordwest dichte Bewölkung auf, es bleibt aber noch trocken. Die Höchstwerte werden zwischen 13 und 19 Grad erwartet. 
 
In der Nacht zum Freitag weiten sich die Wolkenfelder auch auf den Süden aus, im Norden verdichten sich die Wolken weiter und es regnet zeitweise. Die Tiefstwerte liegen zwischen sieben Grad an der Nordsee und -2 Grad im Südosten.

Praxisforum zu Grünland und Milcherzeugung

Unter dem Titel "Milch aus Gras rentabel produzieren" führt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) am 25. April 2014 ein Praktikerforum am Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum (LVFZ) für Ökologischen Landbau in Kringell durch. Wie die LfL mitteilte, sind innovative Ansätze gefragt, um das Ziel einer rentablen Produktion zu erreichen. Für Betriebe mit arrondierten Grünlandflächen und Interesse an Weide sei beispielsweise die Vollweide mit Winterkalbung ein möglicher neuer Weg, der bereits am ökologisch wirtschaftenden LVFZ praktiziert werde.
 
Auf dem Praktikerforum wollen die Referenten weitere innovative Ansätze im Hinblick auf Pflanzen, Tiere und Ökonomie zur Diskussion stellen. In den Vorträgen geht es etwa um das Grünland und um die Futterwirtschaft; in Workshops auf dem Betrieb werden konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Grünlandbewirtschaftung und der Milcherzeugung thematisiert.
 
Um Anmeldung wird bis zum 18. April gebeten. (Telefon 08505/91810, Telefax 08505/918151, lvfz-kringell@lfl.bayern.de, www.lfl.bayern.de/praktikerforum)
 
 

Vegetationsreport: Septoria tritici im Getreide

 
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