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Grünland

Grünland: Mit Nach- oder Neuansaat zu mehr Leistung

von , am
24.07.2012

Bringt das Grünland nicht mehr die Ertragsleistung und ist die Futterqualität nur noch durchschnittlich, wird es Zeit, Nach- oder Neuansaaten vorzunehmen. Die LWK Niedersachsen gibt wertvolle Tipps.

Die Auseinandersetzungen innerhalb der Regierungskoalition zum Greening sind beendet. Das Echo ist jedoch geteilt. © landpixel/Hapo
Mäuse, Tipula und Auswinterungsschäden haben nicht nur auf Moorböden dem Grünland in den letzten beiden Jahren stark zugesetzt und zu Lücken sowie zu Bestandesveränderungen geführt. Wenn auch im Frühjahr versucht wurde, dem schlechten Zustand der Grasnarbe nach dem Winter mit Nachsaaten zu begegnen, so hatten diese in vielen Fällen aufgrund unzureichender Niederschläge nicht den gewünschten Erfolg. Nehmen Unkräuter und unerwünschte Gräser im Bestand zu, so beeinträchtigt das die Futteraufnahme und die Fütterungseffizienz. Die Verschlechterung der Grünlandnarbe wird anhand der Weidereste für den Praktiker am besten sichtbar.
 
Es steigen aber auch die Silier- und Fütterungsverluste. Diese lassen sich allerdings unter Praxisbedingungen schlecht ermitteln. Unzureichende Grundfutterqualitäten werden durch Kraftfuttergaben ausgeglichen. Da aber die Ausnutzung der im Zukaufsfutter enthaltenen Inhaltstoffe (Stickstoff, Phosphor etc.) über Milch und Fleisch relativ gering ist, trägt das zu einem Ungleichgewicht im Stoffkreislauf des Betriebes bei. Wie gut das Aufnahmevermögen für Nährstoffe ist, hängt wesentlich vom Anteil an leistungsfähigen Gräsern zusammen. Weidelgras- betonte Pflanzenbestände verfügen über das höchste Nährstofftransformationsvermögen.

Problemunkräuter und Ungräser sind entscheidend

Folglich hat die Grünlandverbesserung in Form von Nach- oder Neuansaaten nicht allein wirtschaftliche Gründe, um pro Flächeneinheit mehr Futtermenge mit guten Gebrauchswerteigenschaften zu erzielen. Auch aus ökologischen Aspekten ist es sinnvoll, das Grünland in einem guten Zustand zu halten. Welche Maßnahme für die Grünlandverbesserung erforderlich ist, muss stets an der Einzelfläche entschieden werden. Nicht in jedem Fall ist eine komplette Grünlanderneuerung notwendig. Maßnahmen zur Verbesserung des Graslandes stehen in enger Beziehung mit dem Anteil an Problemkräutern und Ungräsern. So können mit Nachsaaten bereits sehr gute Effekte erzielt werden, wenn der Bestand noch ein Mindestmaß an erwünschten Gräsern enthält und vorrangig noch nicht von Unkraut besetzte Lücken das allgemeine Problem sind.
 
 
 
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