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Grünland

Grünland: Optimale Schnittreife erreicht

© Mühlhausen/landpixel
von , am
22.05.2013

Je nach Region ist der 1. Schnitt im Grünland beendet oder steht noch bevor. Mit dem Überschreiten des optimalen Erntezeitpunktes sinkt die Futterqualität allerdings rasch. Ein Hinauszögern der Ernte ist daher nicht zu empfehlen.

Grünland sollte in der letzten Oktoberdekade zum letzten Mal geschnitten werden. © Mühlhausen/landpixel
In der zurückliegenden Woche wurde vielerorts der 1. Schnitt im Grünland zu Ende gebracht - vor allem im Westen des Landes. In den östlichen Regionen sind die Landwirte teilweise etwas später dran, da hier der Regen auf sich warten ließ und sich der Bestand noch nicht weit genug entwickelt hat.






Futterqualität sinkt jetzt schnell

Am 14. Mai hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ihre dritte Reifeprüfung durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Parameter zur optimalen Schnittreife nunmehr den oberen Bereich der Empfehlung in allen Regionen erreicht haben. Mit dem Überschreiten des optimalen Erntetermins sinkt nun die Futterqualität sehr rasch, was aus den Prognosedaten zur weiteren Wachstumsentwicklung hervorgeht. Wie aus den Prognosedaten des Deutschen Wetterdienstes zeigen, ist in den nächsten Tagen mit einer verstärkten Einlagerung an Rohfaser zu rechnen, die zu einer deutlichen Abnahme des Futterwertes führt.
Unabhängig von der Klimaregion wird der Schwerpunkt der Grasernte insbesondere in der 21. bis 22. Kalenderwoche erwartet. Vor allem die intensiv geführten Grünlandbestände mit hohen Anteilen des Deutschen Weidelgrases haben gemäß der prognostizierten Wachstumsentwicklung die Schnittreife unmittelbar am Pfingstwochenende bzw. in den kurz darauf folgenden Tagen erreicht. Lediglich für besonders strukturbetonte Grassilagen sollte die Ernte noch in der letzten Maiwoche eingeplant werden.
Schnittzeitpunkt abhängig vom Rohfasergehalt
 
Der für den Einzelbetrieb richtige Schnittzeitpunkt ist in erster Linie vom Rohfasergehalt des Erntegutes und von der in der Futterration benötigten Struktur abhängig. Der optimale Schnittzeitpunkt der Gräser für die grasbetonte Milchviehfütterung ist bei einem Rohfaserbereich von 21 bis 23 Prozent i.d.TM gegeben, denn dann liegen eine hohe Nährstoffdichte und Energiekonzentration sowie günstige Verdaulichkeitseigenschaften vor.
Wird der Rohfasergehalt von 23 Prozent i.d.TM bei der Ernte überschritten, sinken die Energiekonzentration, Verdaulichkeit und die Grundfutteraufnahme. Die Grassilage wird zwar häufig als Strukturlieferant in Maissilage-betonten Futterrationen benötigt, doch auch für diese Einsatzzwecke ist ein zu langes Hinauszögern der Ernte nicht ratsam, weil der Rohfasergehalt mit Beginn des Ähren- oder Rispenschiebens täglich um 0,3 bis 0,4-Einheiten zunimmt.

Prophylaktisch Siliermittel verwenden

Im Gegensatz zu den Vorjahren weisen die aktuellen Untersuchungen relativ hohe Rohprotein- und stattdessen geringere Zuckergehalte auf. Kommen jetzt noch ungünstige Welkbedingungen hinzu, sind die Grasbestände vorzugsweise als mittelschwer silierbar einzustufen. Vor dem Hintergrund ist es ratsam, prophylaktisch Siliermittel in der Wirkungsrichtung 1b (zur Verbesserung der Gärqualität bei mittelschwer vergärbarem Siliergut) einzusetzen, um einen Teil des Pflanzenzuckers konsequent zur konservierend wirksamen Milchsäure zu überführen. Homofermentative Milchsäurebakterien mit einem DLG-Gütezeichen 1b sind bei Anwelkgraden von mindestens 25 %Prozent und Weidelgras reichen Beständen im Allgemeinen ausreichend. Je feuchter das Futter ist (Trockenmassegehalte unter 25 Prozent) und je weniger Weidelgras das Siliergut enthält, sollte vorzugsweise ein Siliersalz mit DLG-Gütezeichen in der Kategorie "1a" oder "1b" zur Anwendung kommen.
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