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Leser fragen, agrarheute antwortet

Grünland: 'Was passiert, wenn die Wiese zu spät geschleppt wird?'

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Anne Ehnts, agrarheute
am
23.04.2018

Eine gute Grünlandpflege ist die Vorraussetzung für gute Erträge. In diesem Frühjahr überschlagen sich vielerorts dank zunächst andauernder Regenperioden und nun wüchsiger Witterung die Ereignisse, so dass es schwierig ist, alle Maßnahmen fristgerecht umzusetzen. Was passiert, wenn man eine Wiese zu spät schleppt? wollte ein User auf facebook wissen. Wir haben bei der LfL Bayern nachgefragt.

Grünlandbestände verändern sich abhängig von der Bewirtschaftung sehr stark. Mit den Düngungs- und Pflegemaßnahmen im Frühjahr wird die Grundlage für die Schnitte unter dem Jahr gelegt.

"Was passiert, wenn man eine Wiese zu spät schleppt, also wenn das Gras schon 15-20 cm hoch ist? Steht das Gras danach wieder auf oder wird der Bestand dadurch zu stark geschädigt?" wollte ein Leser auf facebook von uns wissen. Wir haben bei der LfL Bayern nachgefragt.

Hier die Antwort von Dr. Stephan Hartmann vom Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.

Bei Wuchswetter steht das Gras wieder auf

Das Gras steht in aller Regel wieder auf, der Bestand wird nicht geschädigt. Die Gefahr, die bei nicht vollständigem bzw. hinreichend raschem "Aufstehen" besteht, ist eher das Auftreten einer Ernteerschwernis bzw. einer höheren Verschmutzung des Erntegutes", erklärt Dr. Hartmann. Dabei steigt auch die Gefahr von Qualitätseinbußen im Lager.

Eventuell seien auch Qualitätsverluste durch die verringerte Assimilationsfläche mit der Folge von:

  • Vergilbungen der abgedeckten Flächen und
  • geringeren/schlechteren Inhaltsstoffgehalten möglich.

Eine solche Gefahr bestehe insbesondere, wenn nach der Maßnahme längere Zeit eine für das Wachstum ungünstige Folgewitterung auftritt.

Wuchswetter hingegen lässt den Bestand sich rasch wieder aufrichten. Diese Situation ist bei verspätetem Schleppen eher die Regel als die Ausnahme. Nach dem nächsten Schnitt sind dann auch Folgen für den Bestand und dessen Folgeaufwüchse beendet, womit der Bestand selbst (also seine charakteristische Zusammensetzung) keine Beeinträchtigung erfährt.

Fazit: Spätes Schleppen

  • In den meisten Fällen tritt kein Schaden auf.
  • Wenn Schäden auftreten, betreffen sie eher die Qualität des Folgeschnittes und den nötigen Arbeitsaufwand für seine Gewinnung.
  • Langfristige Schäden für den Bestand sind nahezu auszuschließen.

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Mathias Heckenberger
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