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Fernerkundung

Grünland: Per Radarbild den optimalen Schnitttermin finden

Radarbild von Grünlandfläche in Bayern
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
18.01.2017

Mit Hilfe von kostenfreien und flächendeckend verfügbaren Radarbildern hat die LfL Bayern ein Modell entwickelt, um die Ertragsbestimmung im Grünland zu optimieren.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) entwickelte eine Methode, die auf Basis von kostenfreien und flächendeckend verfügbaren Radarbildern von Copernicus Schnitte im Grünland bestimmen kann. Diese Informationen bilden als „Schnitttermin“ und „Schnitthäufigkeit“ laut LfL wichtige Parameter für ein Grünlandertragsmodell und verbessern die flächendeckende Ertragsbestimmung.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) wählte das Projekt als erstes "bestes Anwendungsbeispiel" für eine innovative Nutzung der Informationen des Copernicus-Programmes mittels der Bilder der Sentinel-Satelliten oder Geodaten.

Unter dem offiziellen Titel „Satellitengestützte Schätzung von Grünland- und Feldfuttererträgen“ förderte das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) diese Nutzung der Copernicus-Dienste für den öffentlichen Bedarf in Deutschland.

Copernicus nimmt regelmäßig Bilder aus dem Weltraum auf

Copernicus nimmt in regelmäßigen Abständen Bilder von bayerischen Wiesen aus dem Weltraum auf und gibt damit Hinweise, ob eine Wiese gemäht wurde und, wenn ja, wann. Grünlandexperten der LfL können mit diesen Informationen die Erträge von Wiesen schätzen und den Landwirten damit wichtige Tipps zu Düngung, Anbau und Ernte geben.

Genau diese Ertragsbestimmung ist bisher beim Grünland sehr aufwändig und liegt nicht flächendeckend vor. Anders als bei anderen Kulturen wie Getreide, bei dem über den Mähdrescher die Ertragsdaten sicher und flächendeckend gemessen werden, wird bei Wiesen und Weiden der Ertrag nur bei Versuchen und einzelnen Teilflächen exakt gemessen.

Der Ertrag als Output ist das, was bei den Rindern und Milchkühen im Futtertrog ankommen sollte und gibt zusätzlich wichtige Informationen zum notwendigen Input, wie Düngung oder die optimale Schnitthäufigkeit. Voraussetzung für eine ressourcenschonende Bewirtschaftung im Grünland ist eine hohe Effizienz, also ein möglichst gutes Verhältnis von Input und Output.

LfL entwickelt Verfahren weiter

Momentan entwickelt die LfL das Verfahren weiter und strebt an, dieses als dauerhaften Service verfügbar zu machen. Die bereits bestehende Zusammenarbeit mit den angrenzenden Bundesländern eröffnet die Möglichkeit, den Einsatz zügig auszuweiten. In der Zukunft könnte der Landwirt mit diesem Verfahren in einer Web-Anwendung den optimalen Schnitttermin für seine eigenen Wiesen ermitteln und die Ernte noch effizienter planen.

Mit Material von LfL Bayern

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