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Grünland

Grünland: Wer jetzt pflegt, erntet mehr

Dr. Reinhard Priebe / af
am
05.03.2015

Im Winter leiden die Grünlandbestände und warten darauf gepflegt zu werden. Nach einer ersten Bestandsaufnahme, sollte vor dem Walzen zunächst der Wasserhaushalt reguliert werden.

Jetzt, wo die ersten frühlingshaften Temperaturen im Anmarsch sind, ist genau der richtige Zeitpunkt, um sich mit der Grünlandpflege zu befassen. Dieses Jahr war der Winter relativ mild und mit großen Auswinterungsschäden ist wahrscheinlich nicht zu rechen. Dennoch ist der Bestand über den Winter zusätzlichem Stress ausgeliefert. Gute Erträge und gute Qualitäten können jetzt durch geeignete Pflegmaßnahmen gesichert werden.

Im Frühjahr die Bestände prüfen

Wie Reinhard Priebe vom Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung Brandenburg (LELF) schreibt, soll bei einer Begehung des Bestandes grundsätzlich der Austrieb aus dem noch vorhandenen Pflanzenbestand sicher beurteilt werden, bevor man sich für bestimmte Maßnahmen entscheidet. Geringfügige Narbenschäden ziehen sich laut Priebe durch Regeneration der Altnarbe bald wieder zu. Junge Bestände sind etwas widerstandsfähiger als alte Narben und "zu lang" in den Winter gegangene Bestände, insbesondere Mischungen mit hohen Anteilen an Deutschem Weidelgras, sind stärker gefährdet.

Überschüssiges Wasser abführen

Überschüssiges Wasser muss schnell auf das notwendige Maß abgeführt werden. Gelingt das nicht, kommt es infolge von Sauerstoffmangel und Fäulnis zu einer Bestandsumschichtung, wertvolle Gräser und Kleearten sterben als erste ab. Es gilt nach wie vor: Wenn die Wasserverhältnisse auf dem Grünland nicht beherrscht werden, werden die erforderlichen Maßnahmen erschwert oder weitgehend ihrer Wirkung beraubt.

Schleppen auf allen Böden

Schleppen ist der erste mechanische Arbeitsgang im Frühjahr, sobald die Maulwurfshügel frostfrei und die Flächen, ohne der Narbe zu schaden, befahrbar sind. Es dient der Verteilung von Erdaufwerfungen und Kotfladen, der Einebnung von Tritt- und Fahrspuren. Bisher mit Erde bedeckte Gräser können besser austreiben. Nicht verteilte Maulwurfshügel, unter denen die Grasnarbe zu ersticken droht, bieten optimale Entwicklungsmöglichkeiten für Unkräuter. Haben diese erst Fuß gefasst, breiten sie sich schnell weiter aus. Außerdem liefert nicht geschlepptes Grünland, wenn der 1. Aufwuchs gemäht wird, stark verschmutztes Schnittgut. Daraus hergestellte Silagen neigen zu Fehlgärungen.

Verfilzte Böden striegeln

Striegeln ist auf verfilzten Grünlandnarben zweckmäßig. Die Effekte sind dem Schleppen zwar ähnlich, aber wirkungsvoller. Mit dem Striegel kann fest auf dem Boden lagerndes, abgestorbenes und verfaultes Pflanzenmaterial gut ausgekämmt werden. Der Boden und die Narbe werden aufgeritzt und durchlüftet. Außerdem werden als Nebeneffekt flachwurzelnde und nicht erwünschte Gräser (Gemeine Rispe) herausgeharkt.

Humose Böden walzen

Walzen ist auf Mineralböden meist nicht erforderlich. Auf Böden mit hohem Gehalt an organischer Substanz und hoher Luftkapazität (Niedermoor, anmoorige und humose Böden) ist dieser Arbeitsgang aber nicht wegzudenken. Auf solchen Böden kommt es durch Frosteinwirkung zum Auffrieren der obersten Bodenschicht und somit zur Trennung der Grasnarbe von der darunterliegenden Schicht, der Bodenschluss ist unterbrochen. Walzen stellt durch Andrücken der oberen Bodenschicht den Bodenschluss wieder her, verbessert somit den kapillaren Wasseraufstieg und bewirkt eine schnellere Erwärmung der tieferen Bodenschichten.
 
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Grünlandpflegetechnik im Test

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