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Grünland

Grünland: Die richtige Schnitthöhe für Ertrag und Futterqualität

© landpixel
von , am
09.04.2015

Die Schnitthöhe bei der Grünlandernte wirkt sich direkt auf den Ertrag und die Futterqualität aus. Lesen Sie hier, was die Folgen eines zu hohen oder zu tiefen Schnitts sind - und wie es richtig ist.

Eine Schnitthöhe von 6 bis 8 Zentimetern ist bei Grünland optimal. © landpixel
Die meisten Futtergräser (Deutsches Weidelgras, Wiesenschwingel, Knaulgras, Wiesenlieschgras) speichern Reservestoffe während der Vegetationszeit in den Stoppeln.  Aus diesen Reservestoffen ziehen sie die Energie, um nach dem Schnitt wieder ordentlich zu wachsen. Die richtige Schnitthöhe beim Grünland mähen ist also entscheidend.
 
Denn fällt der Schnitt zu tief aus, sind viele wertvolle Futtergräser nicht mehr konkurrenzfähig. Pflanzen, die ihre Reservestoffe tiefer lagern, breiten sich aus, die Futterqualität des Grünlands sinkt. Auch ein zu hoher Schnitt hat Folgen.
 
Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie gibt Tipps zur richtigen Schnitthöhe.

Grünland: Auswirkungen von Hochschnitt (Stoppelhöhe > 8 Zentimeter)

Bei einem Hochschnitt fällt der Stoppelanteil höher aus. Das führt zu einem verminderten Jahresertrag und bringt keinen zusätzlichen Vorteil für die Reservestoffvorräte.

Grünland: Auswirkungen von Tiefschnitt (Stoppelhöhe < 6 Zentimeter)

Der Tiefschnitt schädigt die Speicherorgane oder Restassimilationsflächen. Tiefere Bestandsschichten haben gewichtsmäßig den bedeutendsten Anteil am Gesamtaufwuchs.
 
Die Folgen: Der Nachwuchs wird nachhaltig verzögert, der Ertrag fällt demzufolge geringer aus. Auch die Futterqualität ist schlechter, da diese Pflanzenteile erhöhte Rohfasergehalte und somit eine schlechtere Verdaulichkeit haben.

Grünland: Auswirkungen von Normalschnitt (Stoppelhöhe 8 bis 6 Zentimeter)

Der Normalschnitt schont den Vegetationskegel und die Reservestoffvorräte. Bei einem frühen Schnitt bleibt genügend assimilationsfähige Blattmasse zurück. Ein besserer Nachwuchs führt zu einem höheren Ertrag.

Diese Pflanzen lagern ihre Reservestoffe tiefer als wertvolle Futtergräser

Fällt die Schnitthöhe dauerhaft zu tief aus, kommt es zu einer Umschichtung des Grünlandbestands, wertvolle Futtergräser werden zurückgedrängt. Diese Pflanzen breiten sich dann aus: 
  • Stumpfblättriger Ampfer (Reservestoffe in der Wurzel)
  • Löwenzahn (Reservestoffe in der Wurzel)
  • Quecke (Reservestoffe in den Rhizomen)
  • Gemeine Rispe (Reservestoffen in den Stolonen)
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