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Bestandsführung

Grünland: So gelingt die Nachsaat

© Mühlhausen/landpixel.de
von , am
10.03.2015

Wenn die Feuchtigkeit stimmt, ist das zeitige Frühjahr für das Grünland der richtige Zeitpunkt für die Nachsaat. In der Regel ist dabei ein relevanter Anteil der Altnarbe erhaltenswert. Was es dabei alles zu beachten gilt, lesen Sie hier.

Die Nachsaat ist, neben Übersaat und Neuansaat, eine Möglichkeit zur Saatgutausbringung im Grünland. Die Nachsaat ist laut LfL Bayern überall dort zu empfehlen, wo eine Neuansaat vermieden werden soll und Altbestand bereits eine so unerwünschte Zusammensetzung aufweist, dass eine Übersaat nicht genügend Verbesserungspotenzial besitzt. In der Regel ist also ein relevanter Anteil der Altnarbe erhaltenswert. Die Saatstärke liegt in der Regel bei 20 bis 24 kg/ha.

Vorteile der Nachsaat gegenüber der Neuansaat

  • geringes Ansaatrisiko: die alte Narbe bleibt erhalten
  • kostengünstiger: geringere Kosten für Saatgut und Maschinen sowie minimaler Futterausfall
  • Erhaltung der Tragfähigkeit der Narbe, da keine oder minimale Bodenbearbeitung
  • weniger termingebunden: der Nachsaattermin kann an günstige Boden- und Witterungsverhältnisse angepasst werden

Als Nachteil gilt, dass die alte Narbe eine Konkurrenz für die Nachsaat darstellt. Für das Gelingen einer Nachsaat sollte die Konkurrenz der Altnarbe durch eine intensive Nutzung daher so gering wie möglich gehalten werden.

Tipps zur Nachsaat

  • erhaltungswürdiger Restgrasbestand sollte vorhanden sein
  • ausreichend Lücken im Bestand oder es sind künstlich Lücken zu schaffen (Striegel)
  • "Keine Nachsaat in eine verfilzte, lebende Narbe", rät die LfL Bayern in ihrem Ratgeber weiter.

Es ist vorteilhaft, den alten Bestand vor der Nachsaat kürzer als üblich abzumähen (rund 5 cm), damit die nachgesäten jungen Pflanzen länger Zeit ohne Konkurrenzdruck der Altnarbe bekommen. Übermäßige Düngung nach einer Nachsaat ist zu vermeiden, um die Konkurrenz der Altnarbe nicht zu stärken. Genügend Bodenfeuchtigkeit zum Nachsaattermin und in der Folgezeit bis zur Etablierung der jungen Pflanzen.

Nachbehandlung: Das ist zu beachten

  • Walzen: Das Saatgutbenötigt unbedingt einen guten Bodenkontakt. Deshalb sollte vor allem bei trockenem Boden nach der Nachsaat gewalzt werden, am besten quer zur Saatrichtung (Rillen nur andrücken, nicht zuwalzen). Auch eine Beweidung nach der Nachsaat ist gut möglich.
     
  • Nutzung: Die Folgenutzungen nach der Nachsaat müssen rechtzeitig erfolgen. Frühes und häufiges Nutzen durch Mähen oder auch Beweiden sorgt dafür, dass keine zu hohe Konkurrenz für die jungen Keimlinge durch die Altnarbe entsteht. Die Nutzung sollte drei bis vier Wochen nach der Saat stattfinden. Die Höhe des Folgeaufwuchses sollte maximal 15 bis 20 cm betragen.
     
  • Düngung: Im Ansaatjahr sollte keine Düngung mit Gülle erfolgen.Wenn auf eine Gülledüngung nicht verzichtet werden kann, dann darf laut LfL Bayern nur Gülle mit geringem Trockensubstanz-Gehalt (4 bis 5 %) zur Anwendung kommen, da die jungen Keimlinge sonst verätzt werden können Als mineralische Anfangsdüngung sind maximal 30 kg/ha Stickstoff zu empfehlen.
     
  • Pflanzenschutz: Die auflaufenden Unkräuter sollten möglichst schnell bekämpft werden. In der Regel ist ein Schröpfschnitt bei 15 cm Bestandeshöhe zur Verhinderung der Entwicklung von samenvermehrenden Arten ausreichend.
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