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Grünland

Grünland: Sortenempfehlungen für 2014 - 2016

© landpixel
von , am
30.09.2014

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat die neuen Sortenempfehlungen 2014 - 2016 für Grünlandmischungen und das Deutsche Weidelgras herausgegeben. Zudem gibt das Faltblatt Informationen zu Pflegemaßnahmen.

Grünland sollte in der letzten Oktoberdekade zum letzten Mal geschnitten werden. © Mühlhausen/landpixel
Nachsaaten werden zur Verbesserung lückiger Grasnarben oder als regelmäßig durchzuführende Pflegemaßnahme empfohlen. Nachsaaten können im einfachsten Fall als Übersaat (10 kg/ha) erfolgen, aber auch mit Spezialmaschinen in die Grasnarbe eingedrillt werden (20 kg/ha). Wichtig für den Erfolg von Nachsaaten sei laut Kammer der ausschließliche Einsatz einer Weidelgrasmischung (G Vo/G V-Klee und/ oder G V-spät), ausreichende Bodenfeuchte während des Jugendwachstums und eine möglichst geringe Konkurrenz durch die Altnarbe. 

Sortenempfehlungen 2014: Weidelgras

  • Lieschgras: Aturo, Barpenta, Classic, Comer, Crescendo, Fidanza, Licora, Lischka, Phlewiola, Rubato
  • Wiesenschwingel: Barvital, Cosima, Cosmolit, Cosmonaut, Cosmopolitan, Liherold, Lipoche, Pampero, Pardus, Pradel, Praxilla, Preval
  • Wiesenrispe: Lato, Liblue, Likollo, Limagie

Grünlanderneuerung

Grünlanderneuerung ist im Allgemeinen bei sehr hohem Anteil minderwertiger Grasarten erforderlich, da andere Pflegemaßnahmen dann meist wirkungslos bleiben, erklärt die LWK Niedersachsen. Auf umbruchfähigen Standorten mineralischer Herkunft sei eine Ansaat mit vorausgehender Bodenbearbeitung sinnvoll, denn dies sichere eine gleichmäßige Entwicklung. Moorböden sollten, wenn notwendig, nur sehr flach bearbeitet werden, um verfilzte Altnarben zu zerkleinern.

Saatzeitpunkt: Grünlanderneuerung im Sommer

Nachsaaten und Neuansaaten können laut Kammerempfehlung zwar prinzipiell während der Vegetationszeit erfolgreich durchgeführt werden, doch seien bei der Terminwahl Vor- und Nachteile abzuwägen. Nachsaaten erfolgten vorzugsweise je nach Standort und Auswinterungsschäden entweder im zeitigen Frühjahr oder im Spätsommer. Auf sommertrockenen Standorten könne bei Nachsaat im Frühjahr vor allem die Frühjahrsfeuchtigkeit genutzt werden. Für die Nachsaat im Spätsommer spricht die nachlassende Konkurrenzkraft der Altnarbe. Die Kammer empfiehlt, die Grünlanderneuerung aus wirtschaftlicher Sicht besser im Sommer (bis Anfang September) durchzuführen, da anderenfalls  mit einem deutlich höheren Ertragsausfall im Vegetationsjahr der Ansaat gerechnet werden müsse.

Regelmäßige Grünlandpflege

Für eine langfristig erfolgreiche Etablierung des Grünlandbestandes nach Neu- oder Nachsaaten dürfen Pflegemaßnahmen nicht vergessen werden. Sie sind in einigen Fällen bereits nach der Keimung und frühen Jugendentwicklung der Neuansaaten und Nachsaaten wichtig, um der Unkrautentwicklung entgegenzuwirken. Zudem wird eine frühzeitige erste Nutzung durch Beweidung, Mahd oder Schröpfschnitt empfohlen, denn das mindert den unerwünschten Fremdbesatz und fördert die Bestockung.
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