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Grünland: Wozu dienen Silierzusätze?

Siliermittel
am Donnerstag, 16.04.2020 - 12:12 (Jetzt kommentieren)

Die Weidesaison hat bereits begonnen, der erste Schnitt folgt in den kommenden Wochen. Benötigen Sie einen Silierzusatz? Allen Mitteln gemeinsam ist, dass sie nur funktionieren, wenn man sie sorgfältig verteilt und die empfohlene Dosierung einhält.

Warum riecht die Silage unangenehm?

Grassilage

Sie riecht nach Essig, Karamell oder Tabak. Oder es steigt gar ein stechend fauliger Geruch in die Nase. Dann ist etwas schief gelaufen in der Silage. Jeder Tierhalter oder auch Energielandwirt hat sich schon einmal darüber geärgert, dass er genau diese Gerüche an seiner Siloanlage wahrgenommen hat.

Dass es so weit kommt, kann mehrere Ursachen haben. Ist das Grünfutter zum Beispiel überständig, sprich zu alt, verringert sich zum einen der Anteil des wasserlöslichen Zuckers exponentiell. Den Milchsäurebakterien fehlt die Nahrungsgrundlage und es kann infolgedessen keine optimale Milchsäuregärung stattfinden. Zum anderen lässt sich das Siliergut nur unzureichend verdichten. Das ist ein Manko für die Milchsäuregärung. Sie verläuft nur optimal, wenn der Luftsauerstoff weitestgehend aus dem Siliergut gepresst wird.

Warum ist die Dosierung und Verteilung wichtig?

Die erfolgreiche Konservierung von Grünfutter hängt folglich von zahlreichen Faktoren ab: Siliereignung des Pflanzenbestands, Einhaltung der Silierregeln und Wetterbedingungen. Gerät hier etwas aus den Fugen, sollte der Einsatz eines Silierzusatzes in Erwägung gezogen werden. Siliermittel sollen dazu beitragen, Qualitätsverluste zu vermeiden und die Leistungen aus dem Grobfutter – sowohl in der Höhe als auch der Rentabilität – nach oben zu treiben.

Silierhilfsmittel wirken meist in eine spezielle Richtung und werden aufgrund ihrer wirksamen Bestandteile in unterschiedliche Gruppen eingeteilt: Bakterien-Impfkulturen, chemische Verbindungen und sonstige Silierhilfsmittel. Allen Mitteln gemeinsam ist, dass sie nur funktionieren, wenn man sie sorgfältig verteilt und die empfohlene Dosierung einhält.

Wofür eignen sich die unterschiedlichen Siliermittel?

Silieren mit dem Lohnunternehmer

Produkte auf Basis von milch-, essig- und propionsäurebildenden Bakterien kommen am häufigsten zum Einsatz und sind dann wirksam, wenn die Absenkung des pH-Werts beschleunigt und dadurch die Buttersäuregärung reduziert werden. Diese Gruppe dient in erster Linie der Verbesserung der Verdaulichkeit und des Energie­gehalts und trägt zur ­Steigerung der Futteraufnahme bei.

Sowohl organische Säuren als auch chemische Konservierungsmittel helfen bei der Unterbindung von Fehlgärungen, die meist als Folge von ungünstigen Witterungsbedingungen oder Missachtung der Silageregeln auftreten. Höchste Priorität dieser Gruppe haben die Eindämmung der Nährstoff- und Energieverluste sowie die Verhinderung der Schimmel- und Hefepilzvermehrung.

Bei den sonstigen Siliermitteln kann die Wirksamkeit nicht immer wissenschaftlich nachgewiesen werden. Das gilt vor allem bei Kräuterextrakten und deren Wirkung auf den Gärprozess. Enzyme sind in der Lage, komplexe Kohlenhydrate zu spalten und können so das Zuckerangebot für die Milchsäurebakterien erhöhen. Den gleichen Ansatz hat Melasse. Sie kann ebenfalls die Zuckerkonzentration im Futter erhöhen  – bei entsprechend hohen Einsatzmengen.

Wer prüft Siliermittel?

Das DLG-Testzentrum Technik & Betriebsmittel in Groß-Umstadt ist zuständig für die Verleihung des DLG-Gütezeichens für Siliermittel. Siliermittel mit DLG-Gütezeichen müssen ihre Wirksamkeit in mehreren Versuchen gegenüber gleichen, aber unbehandelten Silagen nachgewiesen haben. Ihre Eignung wird jedes Jahr kontrolliert.

Je nach ausgezeichneter Leistungsprüfung verbessern DLG-getestete Siliermittel:

  • die Vergärung des silierbaren Futters
  • die Haltbarkeit unter Lufteinfluss
  • den Futteraufnahmewert der Silage
  • die Verdaulichkeit der Silage
  • den Fleischerzeugungswert der Silage
  • den Milcherzeugungswert der Silage
  • die Hemmung von Clostridien
  • die Methanerzeugung in Biogasanlagen

Die DLG veröffentlicht online eine Liste mit geprüften Siliermitteln, die tagesaktuell gepflegt wird. So ist jederzeit erkennbar, wenn neue Siliermittel hinzukommen oder Prüfzeichen für bestimmte Produkte auslaufen sollten.

Mit Material von agrarheute, DLG
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