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Grünland-Tagebuch Teil 2

Der Grünlandsanierer: Gras, Gas und Gülle

Matthias Heckenberger
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Markus Pahlke, agrarheute
am
18.06.2018

Junglandwirt Matthias Heckenberger berichtet alle 14 Tage über seine Grünlandmaßnahmen und den Einfluss auf die Milchleistung seiner Kühe. Leider machte ihm bei der Gülledüngung das Wetter ein Strich durch die Rechnung.

Außenwirtschaft: Viel Regen, ordentlicher Ertrag

Die großen Regenmengen fielen erst in den letzten Tagen im Mai. Da waren es dann bis zu 100 l in einer Woche. So konnte der 2. Schnitt nochmal ordentlich nachschieben. Mit dem folgenden warmen Wetter wuchs dann nicht nur die Menge, sondern begann auch wieder das Schieben der Ährenrispen.

Nach der hohen Niederschlagsmenge haben wir die Bestände erst einmal sauber abtrocknen lassen, bevor wir begannen, den zweiten Schnitt zu mähen.

In der Regel gilt, wenn der 1.Schnitt sehr früh gemäht wird, muss der zweite nach spätestens drei bis vier Wochen von der Fläche, weil sonst das Ährenrispen-Schieben und damit die Verholzung des Grases voll im Gange ist. Wir haben am 25. Mai gemäht. Der Ertrag lag bei rund 30 dt Trockenmasse je ha. Und wir rechnen mit der besten Qualität. Von einer Fläche habe ich eine Grasprobe zur Pflanzenanalyse gezogen.

Wie immer haben wir das Gras gehäckselt und nach 24 Stunden ins Silo gefahren. Befüllt wurde auf den 1. Schnitt. Dabei ist mir ein gleichmäßiges Verteilen sehr wichtig. Jeder Anhänger wird vom Radlader auf die gesamte Länge des Fahrsilos verteilt. Damit stellen wir sicher, dass bei jeder Entnahme im Silo das gleiche Futter im Mischwagen und im Trog der Kuh ist. Am gleichen Abend haben wir das Silo noch abgedeckt.

Einige Tage nach dem Silieren hatten wir ordentliche Gärgashauben auf den gefüllten Silos. Die hielt fast eine Woche. Dass sich das Silo so aufbläht, erleben wir vor allem nach der Sanierung der Bestände.

Das Wetter war anschließend so warm, dass das Gras über die Pfingst-Feiertage so stark wuchs, dass es schwierig wurde die Gülle auszubringen. So konnten wir mit rund 12 m³/ha nur einen Teil der Gülle ausbringen. Leider fielen die vorhergesagten Gewitter nicht so stark aus, wie angekündigt. Das hatte zur Folge, dass die Gülle teilweise auf den Blättern verblieb.

Wir beschlossen dann, die Flächen mineralisch zu düngen. Wir brachten 40 kg Stickstoff, 12 kg Phosphor, 6 kg Magnesium und 14 kg Schwefel auf den ha aus.

Ich habe mich immer schon gefragt, warum bei uns auf manchen Flächen der Klee aus den Beständen verschwindet. Vor allem im Kleegras ist er meist nach 2 Jahren fast komplett weg. Deshalb haben wir einen Flüssigdünger ausprobiert: Yara Vita Raps Pro haben wir mit 3 l/ha mittels der Feldspritze auf den Grünlandflächen ausgebracht. Klee benötigt den Spurennährstoff Molybdän und Bor

Auf einer Fläche mit 1,5 ha haben wir Heu gemacht.

Am 5. Juni haben wir uns unsere Grünlandflächen angesehen. Die Nachsaat ist sehr gut aufgelaufen. Wie schon befürchtet, waren noch Teile der Gülle auf dem Gras zu sehen. Aber die dunklere Grasfarbe zeigt auch, dass die Nährstoffe dennoch angekommen sind. Der Ampfer ist teilweise schon ausgebildet und hat die Rispen schon geschoben. Das heißt für eine chemische Einzelbekämpfung ist es schon zu spät.

Innenwirtschaft: Kampf der Ketose

In der letzten Woche haben ein paar Kühe gekalbt. Darunter eine Braunviehkuh mit mittlerweile zehn Kälbern, ein weiteres Tier mit 6 Kälbern und eine Färse. Die Transitkühe werden bei uns die letzten sechs bis acht Wochen komplett auf Stroh gehalten.

Nach dem Kalben kommen die Kühe mit ihrem Kalb rund 7 bis 10 Tage in die Freshcow Box. Hier messen wir zweimal am Tag Fieber und messen zur Ketosevorbeuge den BHB-Wert im Blut. Seitdem sind bei uns Ketosefälle selten geworden.

Sobald die Kuh wieder fit ist, wird sie in die melkende Herde eingegliedert.

Büro: Nachhalten, damit es auf dem Feld und im Stall läuft

Wir haben die Feldarbeiten im Ackerbau und Grünland in die elektronische Schlagkartei Pro Flura eingetragen. Außerdem mussten Futtermittel, wie Eiweißmischung und Mineralfutter bestellt werden.

Werkstatt: Abgeschmiert

In der Werkstatt haben wir die Erntemaschinen vorbereitet. Hierzu gehört, das Schwader, Muldenkipper und Schlepper komplett abgeschmiert werden.

Landwirt Heckenberger: Der 2. Schnitt, Nachsaat und Düngung

Mathias Heckenberger
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