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Grünland-Tagebuch Teil 8

Der Grünlandsanierer: Grünland und Silomais trotzen der Dürre

Matthias Heckenberger
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Anne Ehnts, agrarheute
am
11.09.2018

Junglandwirt Matthias Heckenberger berichtet alle 14 Tage über seine Grünlandmaßnahmen und den Einfluss auf die Milchleistung seiner Kühe. Dieses Mal ging es neben dem Grünland vor allem um den Mais. Der Silomais konnte trotz Trockenheit mit gutem Ertrag geerntet werden. Dafür kamen die Rinder wegen Futtermangels vorzeitig zurück von der Sommerweide.

Außenwirtschaft: Grünlandsanierungsmaßnahmen fruchten trotz Trockenheit

Die Nachsaat des Grünlandes und die Sanierung der Grünlandflächen vom August sind sehr erfolgreich. Leichte Regen mit 5-10 Liter zum Ende des Monats reichten aus, um das Gras wachsen zu lassen. Und das, obwohl wir den Grassamen quasi in den Staub gelegt hatten. Aktuell können wir dem Gras beim Wachsen zuschauen. Das Weidelgras entwickelt sich sehr gut. Ebenso Weiß- und Rotklee. Sie sind vollständig aufgelaufen.

Silomaisernte: Besondere Umstände erfordern „besondere“ Maßnahmen

Ab Mitte August zogen wir auf den verschiedenen Maisschlägen regelmäßig Proben zur Bestimmung der Trockensubstanz (TS) um den optimalen Erntetermin zu wählen. Von 27 Prozent TS der Gesamtpflanze Mitte August, ging es über 29,2 Prozent TS auf 34,5 Prozent Ende August hoch. Der Kolben hatte da 48 Prozent TS. Drei Tage später, am 31. August, wurde gehäckselt. Auf unserem Maisfeld fand in diesem Jahr ein Maisversuch von Agro Mais statt. Deshalb wurden bei der Ernte Wiegungen durchgeführt. Das Ergebnis waren 19 t TM/ha bei 34,5 Prozent TS.

Im Gegensatz zu vielen anderen Maisbeständen der Region waren unsere vergleichsweise lange feucht. Ich bin davon überzeugt, dass wir dies unserer Bodenbearbeitungsstrategie zu verdanken haben: Nach der Ernte der Vorfrucht (Wintergerste) führen wir nur eine leichte Bodenbearbeitung durch. Dann säen wir eine Zwischenfrucht ein. Diese speichert den Stickstoff und bildet viel Biomasse, die im Winter abfriert. Im Frühjahr arbeiten wir dann mit einer leichten Bodenbearbeitung Gülle und Mist ein. Das heißt, wir bewegen nur die obersten 5-8 cm Boden. Der Unterboden bleibt unberührt und kann deshalb Feuchtigkeit besser halten beziehungsweise trocknet nicht so schnell aus.

Obwohl unsere Maisbestände die Feuchtigkeit noch recht lange halten konnten, waren sie trockener als herkömmlich. Sie hatten zudem einen Pilz bekommen, so dass wir Siliermittel einsetzten. Wegen der Trockenheit passten wir die theoretische Häcksellänge von 9-12 mm in normalen Jahren auf 6-8 mm in diesem Jahr an. Den Spaltabstand des Corncrackers haben wir wegen der sehr harten Maiskörner ebenfalls verkleinert.

Für mehr Energie und Stärke im Silo häckseln wir den Mais auf 50 cm Stoppellänge. Diese Maisstoppeln wurden vorbeugend gegen den Maiszünsler gemulcht und/oder mit dem Grünlandstriegel und der Prismenwalze bearbeitet.

Innenwirtschaft:Rinder kommen wegen Futtermangels vorzeitig von der Sommerweide

Vor der Maisernte hatten wir die Wände der Fahrsilos mit Folie ausgekleidet und noch 150 Stück Sandsäcke befüllt.

Normalerweise schicken wir über den Sommer einen Teil unserer Jungrinder in eine Weidegemeinschaft mit bis zu 70 Tieren von verschiedenen Betrieben, darunter auch ein Bulle. Täglich schaut ein Weidewirt nach der Herde. Wegen der Trockenheit der Weiden wurde in diesem Jahr entschieden, die Tiere vorzeitig zurück zu ihren Betrieben zu bringen.

Mitte August haben wir bei all unseren Tieren die Klauenpflege durchgeführt. Trotzdem bauen wir einmal wöchentlich unseren Klauenpflegestand auf, um Tiere zu schneiden, die kurz vor dem Trockenstehen sind oder weibliches Jungvieh das zum ersten Mal geschnitten wird.

Büro: In der Erntezeit setzt das Büro Staub an

Im Vorfeld der Maisernte musste ausreichend Folie für die Fahrsilos bestellt werden.

Mit Material von Heckenberger

Landwirt Heckenberger: Grünland und Silomais trotzen der Dürre

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