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Grünland-Tagebuch Teil 1

Der Grünlandsanierer: Punktlandung beim 1. Schnitt

Häckseln von Grünland
Matthias Heckenberger
am
05.06.2018

Junglandwirt Matthias Heckenberger berichtet alle 14 Tage über seine Grünlandmaßnahmen und den Einfluss auf die Milchleistung seiner Kühe. Was er morgens um 2 Uhr auf dem Silo treibt, lesen Sie dieses Mal.

Außenwirtschaft: 1. Schnitt, Düngung und Nachsaat im Grünland

Nach langanhaltender Trockenheit konnten wir am 28. April den 1. Schnitt Silage mähen. Viel später hätte es nicht werden dürfen, denn das Gras befand sich bereits im Vegetationsstadium Ähren-/Rispenschieben. Das Mähwerk stellten wir auf 8 cm Höhe ein. Direkt im Anschluss kam der Wender zum Einsatz.

Am nächsten Tag wurde das Gras mit zwei Maschinen zusammen geschwadert. Weil es in der Nacht ein Gewitter geben sollte, entschieden wir, noch am selben Abend zu häckseln und die komplette Ernte einzufahren. Gegen Mitternacht konnte der Häckslerfahrer Feierabend machen und wir waren gegen 2 Uhr morgens mit dem Abdecken des Silos fertig. Der angekündigte Wolkenbruch an dem Tag blieb allerdings aus. Erst am Tag darauf suchte uns das Gewitter heim, brachte aber nur 3 l Regen.

Auch in den Folgetagen sollte es laut Wetterdienst immer wieder leicht regnen. Die richtige Witterung, um mineralischen Grünlanddünger auszubringen. Für den nächsten Aufwuchs düngten wir 50 kg N, 15kg P2O5, 9 kg MgO, 20 kg S pro ha. Gülle fahren war zu dem Zeitpunkt nicht möglich. Es war zu heiß und die angekündigte Niederschlagsmenge nicht hoch genug.

Etwa 2 Wochen später kontrollierte ich die Grünlandflächen. Einige wiesen sehr gute Gräserbestände auf. Ich entschied, eine Nachsaat durchzuführen, um die gewünschten Gräser zu fördern beziehungsweise zu erhalten. Mit meinem Striegel mit angehängter Walze brachte ich eine Mischung aus 80 Prozent Weidelgras und 20 Prozent Rot- und Weißklee mit einer Stärke von 8 bis 10 kg/ha aus. Die Nachsaat war gerade im Boden, da kam endlich der langersehnte Regen und brachte in 10 Tagen bis zum 20. Mai 70 l Wasser. Perfekt für den Mineraldünger und die Nachsaat. So kann das Grünland für den nächsten Schnitt wieder ordentlich Masse und Qualität bilden.

Innenwirtschaft: Fütterung der Schnitte 5 und 6

Im Stall gab es keine besonderen Vorkommnisse. Hier lief alles wie gehabt. Wobei, die Milchleistung ist erneut angestiegen - um durchschnittlich 1,3 l pro Kuh und Tag auf eine durchschnittliche Milchleistung von aktuell 36,3 l. Die Kühe fressen mit Heißhunger. Grund ist der sehr hohe Weidelgras- und Kleeanteil in den Schnitten 5 und 6, die verfüttert wurden.

Büro: Planung ist das A&O in der Ernte

Vier Tage vorm 1. Schnitt habe ich Rücksprache mit unserem Lohnunternehmer gehalten und die Abfuhrkolonne sowie weitere Erntehelfer organsiert. Häcksler und Radlader kommen bei uns vom Lohnunternehmer. Wir häckseln das Gras so lang wie es technisch möglich ist. In diesem Fall mit einem John Deere Häcksler auf eine theoretische Häcksellänge 17 mm. Wenn es nach den Kühen geht, gilt „je länger, desto besser“. Die Grundfutterleistung steigt quasi proportional zur Häcksellänge. Den Rest der Erntearbeiten managen wir selbst. Drei Schlepper mit Mulden schicken wir in den Ernteeinsatz. Beim abschließenden Siloabdecken gibt es ausreichend helfende Hände.

Werkstatt: „Einen kühlen Motor bewahren“

Mähwerk und Schwader hatten wir bereits eingangs Winter gewartet. Die waren also startklar. Nur die drei Schlepper brauchten einen kleinen Checkup. Bei den gestiegenen Außentemperaturen ist es vor allem wichtig, den Kühler auszublasen damit der Motor ausreichend runterkühlen kann. Und regelmäßiges Abschmieren schadet nie.

Gedanken: 2. Schnitt im Visier

Dieses Jahr erfolgte der 1. Schnitt etwas früher als üblich, aber genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Erntemenge fiel wie zu erwarten etwas geringer aus. Schließlich hatte es 6 bis 8 Wochen vorher kaum einen Tropfen geregnet. Im vergangen Jahr erreichten wir mit dem 1. Schnitt 35 bis 40 dt TM/ha, dieses Jahr schätzte ich den Ertrag auf 30 dt. Jetzt schauen wir gespannt auf den 2. Schnitt.

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