Login
Grünland-Tagebuch Teil 6

Der Grünlandsanierer: Der Schweiß fließt, der Regen tröpfelt nur

Mathias Heckenberger
Thumbnail
Anne Ehnts, agrarheute
am
15.08.2018

Junglandwirt Matthias Heckenberger berichtet alle 14 Tage über seine Grünlandmaßnahmen und den Einfluss auf die Milchleistung seiner Kühe. Dieses Mal konnten der Winterweizen und der 4. Schnitt eingefahren werden. Etwas Regen brachte Abkühlung, dafür sorgte der Futtervorschiebetraktor für Schweißausbrüche.

Außenwirtschaft: Gute Erträge im Weizen aber weiterhin kaum Niederschlag

Nachdem die Wintergerste Anfang Juli schon gut gedroschen hatte, konnten wir am 30. Juli den Winterweizen vom Halm holen – mit einer Rekordernte von rund 110 dt/ha. Trotz des hohen Kornertrags war auch der Strohertrag mit bis zu 15 Großballen pro ha hoch.

Auch die Qualität des Weizens stimmt in diesem Jahr. Das meiste verkaufen wir als Backweizen. Einen Teil lagern wir selbst ein. Dieser landet später als Getreideschrot im Futtermischwagen.

Ein paar Tage nach dem Dreschen haben wir die Flächen mit der Federzinkenegge bearbeitet. Dann kann das Ausfallgetreide auflaufen und der Boden trocknet nicht weiter aus.

Wegen der anhaltenden Hitze haben wir auf 7 ha des 4. Aufwuchses Heu gemacht statt zu silieren. Die Heuqualität ist mit hohen Anteilen von Gras und Weiß- sowie Rotklee top.

Als dann für den 8. August Niederschlag angesagt war, konnten wir endlich auch den 4. Silageschnitt auf dem Dauergrünland mähen. Wir wollten damit bis zum Regen warten damit die Grasnarbe nach dem Schnitt nicht komplett austrocknet, sondern direkt wieder anschieben kann.

Das Gras war aufgrund der Dürre derart trocken ausgewachsen, dass wir uns entschieden, abends zu mähen und direkt mit zwei Schwadern hinterherzufahren. Wir wollten ein weiteres Trocknen verhindern und konnten mit etwa 35 % TS schwadern, um direkt am nächsten Morgen zu häckseln.

Da zog dann das Gewitter etwas früher auf als erwartet und brachte 5 l Regen ins Schwad, aber ich glaube, dass es der Silage nicht geschadet hat, ganz im Gegenteil.

Noch am selben Abend haben wir Gülle mit 12-15 m³/ha ausgebracht. Am nächsten Tag fielen dann nochmal 5 Liter Regen und wir konnten auch die Mineraldüngung mit erledigen. Somit kamen insgesamt 35-40 N/ha auf die Grünlandflächen.

Innenwirtschaft: Gute Strohernte und ein zufriedenstellender 4. Schnitt

Während das Gerstenstroh verfüttert wird, verwenden wir das Weizenstroh hauptsächlich zur Einstreu. Dazu lagern wir es im Freien unter Folie.

Weil der 4. Aufwuchs im Grünland vergleichsweise alt war und einen hohen Anteil an abgestorbenen Blättern hatte, ist dieser Schnitt eigentlich komplett fürs Jungvieh geplant. Unter der Silofolie kam es dann aber zu einer starken Gasbildung, was eigentlich ein Zeichen für eine hohe Grundfutterqualität der Silage ist. Ich bin mal gespannt wie dieser Schnitt am Ende aus dem Silo kommt und ob er melkbar ist.

In der Summe standen die Bestände, sowohl im Dauergrünland als auch beim Ackerfutter, zum 4. Schnitt besser da als aufgrund der Trockenheit erwartet. So lagen die Masseerträge im Dauergrünland am Ende bei 25-28 dt TM/ha und wegen eines noch höheren Rot-und Weißkleeanteils im Ackerfutter sogar bei 35 dt TM/ha.

Werkstatt: 5 Tage lang von Hand Futter vorschieben

Beim Heuen ging am Kreiselwender ein Reifen kaputt. Wir konnten also nicht alles mehrmals wenden. Letztlich war das aber auch gar nicht nötig. Es war so heiß, dass das Heu ausreichend durchtrocknete.

Weitaus schweißtreibender war die Tatsache, dass an einem Samstagmittag der Anlasser unseres Futteranschiebe-Traktors nicht mehr wollte. Also mussten wir das Futter 12-mal pro Tag von Hand vorschieben. Und das ganze 5 Tage, denn so lange warteten wir auf die Ersatzlieferung.

Landwirt Heckenberger: Winterweizen-Ernte und 4. Schnitt sind erledigt

Heckenberger-6
Heckenberger-10
Heckenberger-1
Heckenberger-9
Heckenberger-8
Heckenberger-3
Heckenberger-2
Heckenberger-7
Heckenberger-4
Heckenberger-5
Auch interessant