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Grünland

Heu und Stroh bleiben knapp

© hapo/landpixel
von , am
08.05.2012

Die Preise für Heu und Stroh sind hoch und die Lager leergefegt. In diesen Tagen erfolgt in einigen Regionen der erste Grünlandschnitt. Ein Preisrückgang ist jedoch auch für 2012 nicht zu erwarten.

Erst zu wenig Regen, nun durchwachsen. Die Heuernte fordert auch in diesem Jahr wieder gute Nerven. © hapo/landpixel
Hält das Heuwetter wird in einigen Regionen das erste Mal in diesem Jahr gemäht. Aufgrund der guten Witterungsverhältnisse kam es in Niedersachsen zur schnelleren Abreife der Grünlandbestände. Es sind jedoch keine zu hohen Erträge zu erwarten. Der strenge Winter hat die Grasbestände teilweise stark geschwächt und ausgedünnt.
In den letzten zwei Jahren stiegen die Preise für Heu und Stroh stark an. In 2011 verdoppelten sich teilweise die Preise gegenüber dem Vorjahr. Zeitweise war Heu so knapp, dass einige Landwirtschaftsverbände Raufutterbörsen einrichteten.
 
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Heumarkt: leichte Entspannung zu erwarten

Nach wie vor halten sich die Preise auf einem hohen Niveau. Im Rheinischen Erzeugergebiet liegen 100 Kilogramm Wiesenheu aus dem 1. Schnitt (2011) bei 24,50 bis 25,85 Euro für kleine Ballen und zwischen 21,90 bis 23,00 Euro für große Ballen. Rundballen kosten derzeit rund 18 Euro. Für den 2. Schnitt bezahlen Käufer zwischen 17,25 und 19,25 Euro. Es sollte sich jedoch demnächst eine leichte Entspannung am Heumarkt abzeichnen. Mit Beginn des neuen Erntejahrs, versuchen viele ihre Restbestände zu verkaufen, so der Raufutterhändler Horst Lausch. Aufgrund der Knappheit, sind die Lagerbestände jedoch gering. Andererseits lässt die Nachfrage etwas nach, da die Tiere vermehrt auf den Weiden grasen. "Ich gehe von einem leichten Preisrückgang in den nächsten 14 Tagen aus", schätzt Lausch. Doch der Preis sollte seiner Meinung nach nicht unter 21 Euro pro Ballen fallen.

Strohmarkt: Nachfrage und Preise bleiben konstant hoch

Auch Stroh ist nach wie vor teuer und knapp. Für 100 Kilogramm Weizenstroh bezahlen Käufer im Rheingebiet aktuell 13,75 bis 14,50 Euro für kleine Ballen, 11,35 bis 12,65 Euro für große Ballen. Gerstenstroh liegt bei gut 15 Euro für kleine und 13 Euro für große Ballen. Der Preis für große Roggenstrohballen liegt derzeit bei 14,50. Ein Rückgang der Preise ist nicht zu erwarten, so Dr. Herbert Funk von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Ertragsprognose für Stroh in 2012 ist aufgrund der starken Auswinterungen nicht rosig.
 
Grundsätzlich werden die Strohpreise sich auch langfristig auf hohem Niveau halten, da Dünger- wie Energiepreise steigen. Auch der verstärkte Maisanbau spielt dabei eine entscheidende Rolle. Auf der anderen Seite nimmt die Nachfrage weiter zu, denn Stroh wird zunehmend auch zur Energiegewinnung eingesetzt. Beispielsweise wird mit dem Bau eines neuen Strohheizkraftwerks die Verknappung im Emsland, einem Gebiet mit dichter Viehhaltung stark zunehmen.

Hochwertiges Stroh ist knapp

Vor allem hochwertiges Stroh scheint knapp. Auf dem Forum landlive berichten User, dass es kaum „gutes“ Stroh gibt. Anfang März berichtete der Zentralverband deutscher Schweineproduktion (ZDS), dass Stroh letztes Jahr häufig erhebliche Qualitätsmängel aufwies. Neben gefährlichen Schimmelpilzen kann Stroh auch Überträger von Krankheiten wie Brucellose, Salmonellose oder anderen Tierseuchen sein. So warnte die Bezirksstelle Oldenburg-Nord der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Ende 2011 vor Strohmehl aus der Türkei. Mehrere Dutzend norddeutsche Betriebe sollten über Händler in Belgien und Holland mit dem Strohmehl beliefert worden sein.

Heu 2011: knapp und gefragt

 
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