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Grünland

Heupreis kalkulieren: So machen Sie Heu zu Geld

Dieser Artikel ist zuerst in der LAND & Forst erschienen.

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von , am
02.09.2016

Unter 13 Euro/dt sollten Sie ihr Heu nicht verkaufen. Zumindest nicht, wenn Sie kostendeckend agieren wollen. So wird Heu zu Geld.

© agrarfoto.com

Der Heu-Markt ist wenig transparent, da sich die Notierungen zwar manchmal zur Ernte, aber nur sehr selten im weiteren Jahresverlauf ändern. Damit Sie nicht nur kostendeckend produzieren, sondern auch ihre Arbeitszeit vergütet haben, sollten Sie bei der Kalkulation des Heupreises folgendes beachten:

1. Das muss in die Vollkostenberechnung

In die Vollkostenrechnung müssen folgende Punkte:

  • Produktionskosten
  • Lagerkosten
  • Transportkosten

Zusätzlich gehören in die Vollkostenbetrachtungen auch die Fest- und Gemeinkosten sowie eine angemessene Entlohnung für die eigene Arbeit. Der Zinsansatz für das Maschinenkapital ist in den Vollkosten bereits enthalten und bleibt deshalb zur Vermeidung der Doppelzählung außen vor.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen kommt in einer detaillierten Kostenbetrachtung in Summe auf Gesamtkosten in Höhe von 838 bis 1.591 Euro€/ha. Werden diese auf die Heuerträge umgerechnet, so ergeben sich reine Erzeugungskosten von etwa 13 €Euro/dt Heu.

2. Soviel kostet die Heuproduktion

  • Es zeigt sich, dass in den höheren IntensitätsstufenHeu mit dem ersten Schnitt für 11 Euro€/dt erzeugt werden kann.
  • Dies gilt auch für den 2. Schnitt bei viermaliger Nutzung.
  • Bei geringerer Intensität kann das Heu aus dem ersten Schnitt ebenso wie das Heu aus dem zweiten Schnitt in der Vollkostenbetrachtung zu Produktionskosten von 12 bis 13 Euro€/dt erzeugt werden.
  • Das Heu im dritten Schnitt eines vierschnittigen Systems kann zu 14,84 €Euro/dt bereitgestellt werden,
  • während der dritte Schnitt bei einer dreischnittigen Gesamtnutzung mit einmaliger Nachweide mit Kosten von 16 €Euro/dt angesetzt werden muss.
  • Am teuersten ist eigentlich das Heu aus dem vierten Schnitt: Da die anteiligen absoluten Gesamtkosten mit 335 €Euro/ha zwar etwas geringer ausfallen, aber nur auf einen deutlich geringeren Ertrag verteilt werden können, resultieren daraus 17,86 Euro€/dt Heu.

3. Den vierten Schnitt quersubventionieren

Da es aber vermutlich unmöglich ist, für den 4. Schnitt den höheren kostendeckenden Preis zu realisieren, sofern von den potenziellen Abnehmer nicht gerade diese Qualität gewünscht wird, muss quersubventioniert werden. Den kostengünstigen ersten Schnitt gibt es nur in Kombination mit weiteren teureren Schnitten.

In der durchschnittlichen Betrachtung ist Heu aus intensiverer Produktion kostengünstiger als Heu aus extensiveren Nutzungssystemen; je intensiver die Nutzung, desto kostengünstiger wird die erzeugte einzelne Einheit.

4. Auch Lagerung hat ihren Preis

Aus Sicht des Käufers ist es sehr bequem, mehrmals im Jahr immer nur die kurzfristig benötigten Teilmengen zu kaufen. Das spart Lagerraum, weil dieser nicht für den gesamten Jahresbedarf vorzuhalten ist und schont zudem die Liquidität, wenn nicht mehr der Jahresbedarf im Voraus gekauft werden muss. Außerdem reduzieren sich noch die Risiken wie Diebstahl, Bröckelverluste, Feuer, Gärung und/oder Schimmelbildung. Wer also Heu für andere lagert und dann auch noch bringt, sollte die daraus resultierenden Kosten durchaus in seine Kalkulation mit einbeziehen.

Bei der Lagerung sollte unterschieden werden, ob diese in einer Halle (oder zumindest in einem dreiseitig geschützten Unterstand mit 2 % Verlusten) oder in einem Feldrandlager (7,5 % Verluste) erfolgt.

Während bei ersterem mit einem spezifischen Investitionsbedarf von 20,03 Euro€/dt gerechnet werden muss, wird für das Feldrandlager nur das entsprechende Grundstück zu bewerten sein, manchmal zusätzlich noch die Befestigung der Zufahrt.

5. Lieferung mit einberechnen

Wer das Heu sogar noch liefert, muss neben den Kosten für das Beladen (anzusetzen mit 0,11 Euro€/dt) auch noch die Kosten für das Ausliefern dazurechnen. Letztere hängen zwar in erster Linie von der Lieferentfernung ab, werden aber auch durch das Transportverfahren (Zugmaschine und Auflieger oder Schlepper und Anhänger) und die Transportkapazität beeinflusst.

Wie bei allen Transporten ist im Nahbereich (auf Strecken bis 7 km), der Schlepper dem LKW überlegen, bei größeren Entfernungen dreht sich die Vorteilhaftigkeit um. Bei Lieferungen in der Nachbarschaft (2 km Entfernung) sollte ein Aufschlag von 0,25 bis 0,40 Euro€/dt vorgenommen werden, für 10 km reichen etwa 0,56 Euro€/dt und bei 20 km Lieferstrecke sind zwischen 0,56 und 0,75 €Euro/dt angemessen.

6. Kostendeckender Heupreis

Wer eine Vollkostendeckung anstrebt, sollte also Heu in Rundballen selbst aus der Ernte heraus nicht unter 13 Euro€/dt verkaufen. Mit 15 % Risiko- bzw. Unternehmergewinnaufschlag ist Kostendeckung erst bei 15 Euro€/dt erreicht.

Es  sollten mindestens 1,80 Euro€/dt drauf gerechnet werden, wenn Heu aus dem Lager verkauft wird. Wer anliefert, sollte sich dies mit 0,50 bis 1 Euro€/dt vergüten lassen. Und für das Abladen kommen noch 0,20 Euro€/dt dazu.

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