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Grünland

Höhere Deckungsbeiträge vom Dauergrünland

Grünland-Nachsaat von oben
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Anne Ehnts, agrarheute
am
03.07.2018

Höhere Deckungsbeiträge vom Dauergrünland verspricht das Anbaukonzept „Grünland Plus“, das auf den Feldtagen in Bernburg präsentiert wurde. Es vereint Dauergrünland mit dem Anbau der schnellwachsenden Baumart Paulownia. Sie gilt als eine der am schnellsten wachsenden Wertholzbäume der Welt und soll höhere Deckungsbeiträge vom Dauergrünland um bis zu 2000 Euro pro Hektar und Jahr ermöglichen. Auf den Feldtagen war eine kleine Plantage angelegt, die ahnen ließ, welche Ausmaße die Bäume in ein paar Jahren erreichen können.

Paulownia

Bereits im Anpflanzungsjahr wächst der Baum bis zu 3 Meter hoch und erreicht nach 12 Jahren eine Höhe von 18 m und einen Durchmesser von 42 cm in Brusthöhe. Eine Eiche würde hierfür 300 Jahre und eine schnellwachsende Fichte 70 Jahre benötigen. Seine Wuchskraft zieht der Baum aus seinen sehr großen Blättern, die bei den Jungpflanzen einen Durchmesser von 60 cm erreichen. Die erste Ernte erfolgt nach 4 Jahren und anschließend im drei Jahresumtrieb.

Bis zu 100 Bäume je Hektar auf Dauergrünland

Laut Rechtslage ist, so Grünland-Plus, erlaubt, auf Dauergrünland bis zu 100 Bäume je Hektar anzubauen, ohne den Grünlandstatus zu verlieren. Neben dem erhöhten Deckungsbeitrag steigere das Anbaukonzept von Dauergründland in Kombination mit der Paulownia außerdem die Biodiversität der Fläche, verbessere den Wasserhaushalt und böte dank des tiefgreifenden Wurzelwerks der Bäume besonders an Hanglagen Schutz vor Erosionen. Paulownia wird zudem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft als besonders bienenfreundliche Baumart empfohlen.

Aluminium unter den Hölzern

Paulowniaholz gilt als Aluminium unter den Hölzern. Das Holz ist sehr leicht (300 kg/m³), stabil und ästhetisch und findet in der Möbelindustrie, im Instrumentenbau sowie im Flugzeug- und Fahrzeugbau Anwendung und lässt sich hochpreisig (bis zu 800 Euro/m³) verkaufen. Die erste Ernte erfolgt bei dieser Nutzungsrichtung nach einer Umtriebszeit von 12-15 Jahren.

Nutzung als Energieholz

Auch die Brenneigenschaften der Paulownia sollen mit einem Energiewert von 5,5 kWh/kg und einem Ascheanteil von nur 0,5% hervorragend sein. Mehr als 22t/ha Biomasse (20% Wassergehalt) sollen sich pro Jahr ernten lassen. Die erste Ernte ist nach 4 Jahren möglich, anschließend im Drei-Jahres-Umtrieb.

Auch auf Grenzstandorten

Paulownia kann auf Grenzertragsböden angebaut werden und besitzt eine ausgeprägte Trockentoleranz. Für die Ausschöpfung ihres vollen Wuchspotentials benötigt der Baum allerdings einen nährstoffreichen, mitteschschweren, tiefgründigen Boden, ausreichend Wasser und eine gute Nährstoffversorgung. Außerdem bedarf er in den ersten 3 Jahren bestimmter Pflegemaßnahmen zu bestimmten Zeiten. Ziel dieser Maßnahmen ist die Erziehung eines geraden Stamms und die Ausschöpfung der vollen Wuchskraft.

Pflegemaßnahmen im 1. Jahr

  • Vegetative Konkurrenz in einem Radius von mindestens 0,5 m beseitigen und die Pflanzstelle mit mit einer Mulchplatte (1 m²) abdecken
  • Wasserversorgung sicherstellen (optimal sind 25 l/Woche/Pflanze, im Minimum sollten es 6 l/Woche/Pflanze sein)
  • Auf einen Trieb selektieren
  • Nährstoffversorgung sicherstellen: 100-150 g N und 125 g Kalium (Chloridfrei) pro Baum

Pflegemaßnahmen im 2. Jahr

  • Kompletter Rückschnitt des Triebes im März
  • Selektion auf einen Trieb nach den Eisheiligen
  • Entfernung der Seitentriebe
  • Entfernung des Unkrauts

Pflegemaßnahmen ab dem 3. Jahr

  • Rückschnitt der Triebspitze
  • Seitenäste entfernen
  • Leichte Krone bilden lassen (ca. 1/3 des Baumes)
Mit Material von GrünlandPlus

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