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Neophyten

Invasive Pflanzen: So lässt sich Riesenbärenklau bekämpfen

Riesenbärenklau am Feldrand
am Dienstag, 15.06.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Der Riesenbärenklau hat sich in den letzten Jahren immer mehr in Deutschland ausgebreitet. Die weißen Blüten sehen zwar schön aus, aber sein Gift ist für Mensch und Tier gleichermaßen gefährlich. So lässt sich der Neophyt von den Flächen entfernen.

Der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude genannt, breitet sich immer mehr in Deutschland aus. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Asien. Sie hat ein enormes Samenpotenzial mit 10.000 bis 50.000 Samen. Bis zu 10 Jahre lang bleiben sie im Boden keimfähig.

Die Pflanze verbreitet sich nicht nur schnell, sie ist auch giftig. Beim Entfernen der Pflanzen ist daher einiges zu beachten.

Achtung, Verbrennungsgefahr!

Der Riesenbärenklau tritt an Hecken, Wegrändern, Flussläufen und auf Brachflächen auf. Bis zu 4 m Wuchshöhe kann die mehrjährige Pflanze erreichen. Zum Vergleich: Der harmlose, einheimische Wiesenbärenklau erreicht maximal 1,5 m Höhe. Seine Samen verbreiten sich über Wind, Wasser aber auch landwirtschaftliche Maschinen oder Gartenabfälle.

Das Gift der Herkulesstaude sitzt im Stängel; es setzt den natürlichen Sonnenschutz der Haut außer Kraft. Die Symptome reichen von Juckreiz und Übelkeit bis hin zu heftiger Blasenbildung und verbrennungsähnlichen Symptomen. Teilweise treten die Symptome mit zwei bis drei Tagen Verspätung auf. Daher ist beim Entfernen der Stauden äußerste Vorsicht geboten, das Tragen von Schutzkleidung ist empfohlen.

Tiere fressen die jungen Triebe beim Beweiden gern. Aber auch für sie kann die Pflanze gefährlich werden. Insbesondere bei Vieh mit heller Haut kann es zu schweren Verbrennungen kommen. 

Herbizide nur unter Auflagen

Nachhaltig bekämpfen lässt sich die Pflanze durch Ausgraben oder Ausstechen der Wurzeln.  Wurzelreste im Boden können wieder austreiben. Auch tiefes Fräsen oder Pflügen hilft. Das gelegentliche Entfernen durch Mähen, Abschneiden und Mulchen zeigt kaum nachhaltige Effekte.

Auch der chemische Pflanzenschutz bietet Bekämpfungsmöglichkeit. Mit den beiden Mitteln Garlon und Ranger gibt es sogar zwei Wuchsstoffe, die gegen Bärenklau zugelassen sind. Die Zulassung beschränkt sich aber nur auf nicht-landwirtschaftliche Flächen.

Eine Alternative ist das Totalherbizid Glyphosat. Hier empfiehlt sich, die großen Blätter der Stauden mit dem Mittel zu bestreichen. Dadurch bleibt der umliegende Bewuchs von dem Mittel verschont. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist für den Herbizideinsatz allerdings eine Genehmigung nötig.

Verbrennen und Restmüll

Die Samenstände und anderen Pflanzenreste sollten Sie nicht mit anderem Grünschnitt oder auf dem Komposthaufen entsorgen. Stattdessen gehören Herkulesstauden in den Restmüll oder in die Verbrennung, um ein weiteres Ausbreiten der Samen verhindern.

In den folgenden Jahren sollten Sie die betroffenen Flächen nachkontrollieren, ob die Stauden zurückgekehrt sind und gegebenenfalls konsequent dagegen vorgehen.

Mit Material von Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Invasive Pflanzen: Bärenklau breitet sich weiter aus

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