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Grünland

Jakobskreuzkraut: Flächen jetzt auf Giftpflanzen prüfen

AF_Jakobs-Kreuzkraut
am Montag, 01.07.2019 - 15:57

Derzeit blüht das giftige Jakobskreuzkraut; sie sollten es jetzt entfernen. Unsere Tipps, wie sie es erkennen und was zu tun ist.

Zurzeit blüht das Jakobskreuzkraut oder es steht kurz davor. Häufig wird es mit dem Wiesenpippau verwechselt. Diese Pflanze ist nicht giftig. Ein Blick in Google zeigt sehr eindeutige Bilder, die man leicht zuordnen kann. Charakteristisch für das giftige Jakobskreuzkraut sind die dreizehn kreisförmig angeordneten Blütenblätter.

Das gelb blühende Jakobskreuzkraut findet sich jetzt vor allem auf nicht genutzten oder nicht gepflegten Flächen entlang von Straßen, Wegrändern und Zäunen sowie auf schlecht gepflegten Wiesen und Weiden. Das Wasserkreuzkraut kommt auf feuchten Flächen (Nass- und Moorwiesen) auch bei intensiver Nutzung vor.

Alle Pflanzenteile sind giftig

Pflanzenbauexperte Friedrich Merz vom Regierungspräsidium Stuttgart warnt: „Alle Pflanzenteile der Kreuzkräuter sind im frischen und konservierten Zustand sehr giftig für Pferde und Kühe. Schafe und Ziegen sind weniger gefährdet.“ Auf der Weide meiden die Tiere die Pflanzen aufgrund der Bitterstoffe, in Heu und Silage werden sie mitgefressen.

Kreuzkräuter können sich durch überreichliche Samenbildung schnell ausbreiten. Wo das Jakobskreuzkraut näher als 100 Meter von Wiesen oder Weiden entfernt wächst, besteht ein mittleres bzw. hohes Risiko des Einwanderns.

Ausstechen und nachsäen

Dort und auf dem Wirtschaftsgrünland sollten einzelne Pflanzen konsequent vor der Samenbildung mit der Wurzel ausgerissen oder ausgestochen und entsorgt werden. Am besten geht das mit einem Unkrautstecher. Ampferstecher sind weniger gut geeignet.

Der Kontakt mit der Pflanze kann Hautreizungen hervorrufen. Empfindliche Personen sollten daher Handschuhen tragen.

Es bestehen Verwechslungsmöglichkeiten mit weiteren zurzeit gelb blühenden Pflanzen, wie etwa Rainfarn, Johanniskraut und Wiesenpippau.

Auf Wirtschaftsgrünland sollten die entstehenden Lücken umgehend mit Gras nachgesät werden, damit es nicht zum Neuaustrieb von Samen der Kreuzkräuter kommen kann.

Per Schnitt zurückdrängen

Ein Zurückdrängen funktioniert bei stärkerem Befall durch zweimal Mähen pro Jahr, wenn mehr als die Hälfte der Pflanzen erste offene Blüten hat. Verfüttern Sie das Schnittgut nicht!

Wasserkreuzkraut lässt sich durch einen späten Schnitt im Herbst und Abräumen des Schnittguts unterdrücken. Wiederholte Mahd zur Blüte durch Schnitte im Juli, August und Oktober mit anschließendem Abräumen hilft auch hier.

Bei Massenauftreten auf Wiesen (nach dem letzten Schnitt) und Weiden kann ein Herbizid eingesetzt werden. Zum Zeitpunkt des Rosettenstadiums, kurz bevor der Stängel geschoben wird, ist beispielsweise mit 2,0 l/ha Simplex ein guter Bekämpfungserfolg möglich. Es sind viele Auflagen einzuhalten, etwa bei der Verwendung von Gärresten oder Gülle. Entstehende Lücken sollten nachgesät werden.

Mit Material von Dr. Friedrich Merz, RP Stuttgart

Giftiges Jakobskreuzkraut erkennen und bekämpfen

Jakobskreuzkraut
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