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Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Grünland-Tagebuch Teil 25

Mit der Knoblauchpresse ins Gras

Knoblauchpresse_Gras_Zuckergehalt
am Donnerstag, 16.05.2019 - 12:01

Landwirt Matthias Heckenberger sitzt mit der Knoblauchpresse im Gras und schickt seine Rinder in den Sommerurlaub. Was ist da los? Lesen Sie selbst in seinem aktuellen Tagebucheintrag.

Außenwirtschaft: Der 1. Schnitt verzögerte sich

Der 1. Schnitt im Grünland verzögerte sich zunächst: Erst lagen die Temperaturen bei 10 Grad aber täglich fiel leichter Regen. Am 1. Mai passte dann zwar das Wetter, aber da war mir der Grasbestand noch etwas zu jung. Danach war das Wetter wieder kühl und nass. Am 6. Mai konnte es losgehen. Eine Hochwetterlage mit Temperaturen zwischen 10 und 14 °C war angesagt. Da haben wir entschieden, zu mähen. Der Grasbestand war grad am Rispenschieben - meiner Meinung nach der optimale Zeitpunkt, nur die Temperatur war eigentlich etwas zu niedrig. Für eine sichere Anwelke des Futters habe ich mir deshalb eine Mähkombination mit Aufbereiter ausgeliehen und im Anschluss sofort gekreiselt. Am nächsten Tag haben wir das Futter nochmals gewendet und brachten den 1. Schnitt so auf circa 35 Prozent TS. So konnten wir abends schon schwadern und das Erntegut in der darauffolgenden Nacht mit Häcksler einfahren. Auf dem Silo verdichten wir mit einem Radlader. Dabei wurde auch Siliermittel eingebracht. Das Häckseln unserer Grünlandflächen dauert pro Schnitt rund 6 Stunden. Direkt im Anschluss wurde das Silo abgedeckt. Um 2 Uhr morgens lag dann der 1. Schnitt endlich sicher verpackt im Haufensilo. Der Ertrag lag bei etwa 32 dt TM/ha.
Das gemähte Grünland wurde direkt am nächsten Tag mit 12 m³ Gülle/ha sowie einem speziellen Mineraldünger für Grünland mit 150 kg /ha versorgt. Das heißt, der zweite Schnitt ist mit 40 bis 50 kg N/ha angedüngt. Mit dem enthaltenen Phosphor, Schwefel und Magnesium reicht das aus.

Außenwirtschaft: Mit der Knoblauchpresse den Zuckergehalt des Grases messen

Der Zuckergehalt des Grases ist wichtig für den gezielten Einsatz von Siliermitteln. Noch beim Mähen hatte der Siliermittelberater den Zuckergehalt gemessen. Dabei wurde mit einer Knoblauchpresse der Saft des Grases auf ein Refraktometer Messgerät getröpfelt, das den Brixgehalt in Prozent anzeigt. Dieser lag auf den meisten unserer Grünlandflächen bei 5 Prozent. Das entspricht einem Ausgangszuckergehalt von 150 g/kg. Für eine gute Silierung im Futterstock werden rund 100 g gebraucht. Bleiben also 50 g Zucker/kg Silage übrig - für mich ein perfekter Wert für die Fütterung.

Innenwirtschaft: Rinderurlaub auf der Schwäbischen Alb

Der Kuhstall wurde ausgemistet. Den Mist konnten wir auf den frisch bestellten Maisflächen gut gebrauchen, denn die Saat war noch nicht aufgelaufen. Erfreulicherweise fielen dann auch noch 5 l Regen. Dank des Mists entwickelt sich ein reges Bodenleben und der organische Dünger zeigt seine Wirkung dann, wenn der Mais sie braucht. Zudem bewahrt der Mist den Boden vor dem Austrocknen.
Für Anfang Mai hatte die Weidegemeinschaft wieder einen Sammeltransport für Rinder organsiert. Zielort ist eine Sommerweide des Landesgestüts Marbach auf der Schwäbischen Alb. Auch mehrere unserer Rinder sind jedes Jahr dabei, um den Sommer von Mai bis Oktober zusammen mit einem Deckbullen auf der Weide zu verbringen. Sie kommen dann hoffentlich im Herbst trächtig zurück in den heimischen Stall.

Büro: Stoffstrombilanz läuft noch nicht rund

Am 15. Mai endetet die Frist für den Mehrfachantrag. Wir haben ihn fristgerecht über das baden-württembergische System Fiona gestellt. Ebenfalls konnten wir die Stoffstrombilanz fertig stellen. Leider aber noch nicht komplett ausdrucken, weil es Probleme mit dem Programm gab.

Werkstatt: Die Technik muss laufen

Vor der Mahd des Grases wurden alle Geräte auf Funktionsfähigkeit geprüft und startklar gemacht. Auch die Schlepper und Muldenkipper haben wir komplett durchgecheckt.

Mit Material von Heckenberger

Rinderurlaub, Knoblauchpresse und der 1. Schnitt

Mahd
Knoblauchpresse_Gras_Zuckergehalt
Refraktometer Messgerät
Schwader
Häcksler im 1. Schnitt
Gülledüngung nach dem 1. Schnitt
Einstreukalk
Sommerweide