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Grünland-Tagebuch Teil 7

Landwirt Heckenberger: Nachsäen und sanieren

Mathias Heckenberger
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Markus Pahlke, agrarheute
am
27.08.2018

Nach der Hitze werden die Lücken in den Beständen deutlich. Auf manchen Flächen braucht es Ersatz. Doch Matthias Heckenberger nutzt auch die Gunst der Stunde, um der Gemeinen Rispe auf den Leib zu rücken.

Außenwirtschaft: Nachsaat, Mitte August

Nach dem vierten Schnitt, Mitte August, haben wir uns entschieden im Grünland nachzusäen. Die Trockenheit hat größere Lücken verursacht. Die Nachsaatmenge lag bei 15 kg/ha mit einer Mischung aus Weidelgras, Weißklee und Rotklee. Wir sind dabei volles Risiko gegangen, da wir ja nicht wussten, ob es regnen würden. Aber die Lücken waren aktuell so groß, dass sich neues Saatgut perfekt etablieren lassen müsste. Nach der Maßnahme hat es rund 5 Liter geregnet und danach war es wieder heiß. Wir werden sehen, wie es klappt.
Mir wäre die Nachsaat Ende August oder Anfang September lieber gewesen, aber aktuell, war es nach dem Mähen einfacher. Wären wir jetzt nicht aktiv geworden, wären die lückigen Flächen auch grün geworden – aber eben nicht mit den Pflanzen, die wir benötigen. Mit der Maßnahme haben wir jetzt den Startpunkt für 2019 gesetzt.

Gelegenheit zum Sanieren nutzen

Wegen der Trockenheit haben wir uns auch entschlossen, eine Fläche zu sanieren, auf der wir noch nie etwas gemacht wurde. Die Folge: Das Grünland besteht zu 60 bis 70 Prozent aus Gemeiner Rispe. Der wenige Regen hat auch die Gemeine Rispe leiden lassen. Größtenteils waren die Pflanzen braun. Als ich sie allerdings mit der Hand herauszog, zeigte sich, dass immer noch etwas grün vorhanden war. Das Gras ist nicht totzukriegen!
Die Fläche wird bei uns viermal gestriegelt, wobei die Zinken sehr aggressiv eingestellt werden. Dabei fahren wir zuerst in Fahrtrichtung, danach zweimal quer dazu und zum Schluss noch mal in Fahrtrichtung. Je mehr des alten Pflanzenbestands aus dem Boden kommt, desto besser können sich die neuen Gräser etablieren. Das ausgestriegelte Gut wurde geschwadert und anschließend mit einem Ladewagen abgeführt. Für 2,8 ha waren neun Ladewagenfuhren nötig. Das entspricht rund 40 bis 60 m³ pro ha.
Danach haben wir mit Striegel und angehängter Prismenwalze eingesät. Aussaatstärke: 35 kg/ha
Saatgutmischung DSV 2018 und 2026. Die Tage danach hatte wir rund 25 l Regen.

Das ausgetriegelte Material haben wir auf einem Stoppelfeld mit einem Miststreuer verteilt. Die Staubentwicklung war enorm.

Innenwirtschaft: Futterwechsel

Aktuell haben zwei Kühe gekalbt. Einmal Holstein, einmal Braunvieh. Wir prüfen die Qualität der Biestmilch kontiuierlich. Damit lässt sich Rückschlüsse auf die Trockensteherfütterung schließen.
Seit ein paar Tagen füttern wir den diesjährigen dritten Schnitt. Bei den Kühen haben wir den Anteil kontinuierlich gesteigert, um sie daran zu gewöhnen. Wir stellen fest, dass die Inhaltsstoffe steigen und der Harnstoffwert fällt. Sogar auf Stroh in der Ration konnteb wir verzichten, da der 3.Schnitt ausreichend Struktur hat. Und das, obwohl er nur drei Wochen zum Wachsen hatte.

Landwirt Heckenberger: Grünlandpflege und Zwillinge im Stall

Grünland Heckenberger
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Sanierung
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