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Futterknappheit

Mäusefraß: Landvolk fordert weniger Bürokratie

Mann kniet auf dem Acker und betrachtet geschädigtes Grünland
am Dienstag, 25.02.2020 - 11:04 (Jetzt kommentieren)

Nach dem Kahlfraß der Feldmäuse folgt das Bürokratiemonster. So sieht es der Bauernverband. Umweltverbände nutzten die Lage aus.

Der Bauernverband in Niedersachsen ist unzufrieden, wie bürokratisch die Grünlanderneuerung nach dem Mäusefraß geregelt ist.

„Der gute Wille ist erkennbar, aber unkomplizierte Verfahren sehen anders aus“, sagt Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender im Landvolk Wesermarsch. „Wir hätten uns eine pauschale Genehmigung zum Umbruch und der Neuansaat unserer Wiesen und Weiden gewünscht“.

Auf 150.000 ha schätzt das Landvolk die betroffene Fläche. In der Wesermarsch dürfte jeder vierte Milchviehhalter deutliche Schäden durch die Massenvermehrung der Feldmäuse melden.

Nach den zwei Trockenjahren seien Grundfuttervorräte aufgebraucht, viele Betriebe hätten teuer zukaufen oder Jungtierbestände verringern müssen.

Erstem Schnitt droht Komplettausfall

Auf den von den Feldmäusen abgefressenen Grünlandflächen wachse zurzeit kein Futter nach, dort werde im Frühjahr keine Tiere weiden können, berichtet das Landvolk. Die erste und vermutlich auch noch zweite Futterernte könnten dort nicht stattfinden.

Bevor die Bauern mit der Wiederherstellung ihrer Flächen loslegen könnten, sollten sie Beweisfotos der kahl gefressenen Flächen und entsprechende Anträge an die Genehmigungsbehörden schicken, um nicht in die Fallstricke durch das Umbruchverbot von Grünland zu gelangen.

Der Pflugeinsatz vor einer neuen Aussaat ist ohne Genehmigung nicht erlaubt. „Hier muss eindeutig pragmatisch und praxisnah entschieden werden“, fordert Padeken.

Padeken: Umweltverbände nutzen die Not der Bauern aus

Den Naturschutzverbänden wirft der Landwirt vor, die Entwicklung extensiven Grünlandes in Wiesenvogelschutzgebieten zu bevorzugen. „Hier wird die Not der Bauern noch ausgenutzt.“

Mit Unverständnis reagiert Padeken auf die Empfehlung einiger Behördenvertreter und Umweltverbände, auf eine natürliche Regeneration der Wiesen und Weiden zu warten.

Wenn sich Moos, Ampfer, Vogelmiere und im Laufe der Jahre Sumpfschachtelhalm und Jakobskreuzkraut ausbreiteten, könne man „diese Mischung unserem Rindvieh leider nicht schmackhaft machen.“

Mit Material von LPD
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