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Grünland-Tagebuch Teil 24

Der Mais ist im Boden

Maisdrille
am
30.04.2019

Matthias Heckenberger bereitet seine Maisflächen vor und sät anschließend Tag und Nacht. Die Grasbestände brauchen noch Zeit, stehen aber gut da.

Auf den Ackerflächen, auf denen wir in diesem Jahr Mais anbauen, haben wir kohlensauren Kalk ausgebracht. Wir streuen im Jahr rund vier Tonnen kohlensauren Kalk vor dem Silomaisanbau. So versuchen wir die Bodenorganismen wie Bakterien, Pilze, Einzeller, Regenwürmer oder Ringelwürmer zu fördern. Sie wollen alle einen pH-Wert von mehr als 6,2. Dazu kommt, dass sich die Nährstoffverfügbarkeit von Phosphor, Kalium, Magnesium und Molybdän verbessert. Ein weiterer Vorteil des Kalks: Er erhöht die Druckstabilität des Bodens gegenüber der Gülle und Erntetechnik.

Mais nach Ostern gesät

Direkt nach Ostern haben wir auch die Gülle auf den Maisflächen ausgebracht. Rund 33 m3 je Hektar. Da wir es direkt einarbeiten, entstehen keine Emissionen und ich kalkuliere mit 2 kg Stickstoff je Kubikmeter. Das heißt, wir haben etwas 66 kg N ausgebracht. Da das Wetter danach sehr trocken war, hatten wir uns entschieden, die Maisfelder auch mit gekörntem Harnstoff zu düngen. 200 kg Harnstoff, beziehungsweise 92 kg Stickstoff kamen zusätzlich pro Hektar dazu. Den Harnstoff haben wir mit einer Federzinkenegge eingearbeitet, um Verluste zu mindern. Direkt danach kam mit einem sechsreihigen Maissägerät in den Boden. Bei der Aussaat kam eine neu erworbene Front-Prismenwalze mit fünf Meter Arbeitsbreite zum Einsatz, um ein feinkrümeliges und rückverfestigtes Saatbett zu erreichen. Wegen der schlechten Wettervorhersagen mussten wir uns etwas sputen und arbeiteten Tag und Nacht, bis der Mais im Boden war. Wir haben die Sorten Amaroc 230, Amavit 210 (eventuell für Körnermais) und Amaveritas 240 gewählt. Zur Aussaat setzten wir noch einen Unterfußdünger ein. Rund 160 kg kamen davon je ha zum Einsatz. Insgesamt haben wir damit 185 kg Stickstoff je Hektar ausgebracht.

Grünland braucht noch Zeit und Regen

Das Grünland lässt noch auf sich warten. Die Grasbestände im Moment 18 bis 19 Prozent Rohfaser erreicht. Das Rispen schieben im Moment auch noch nicht. Die Bestände stehen jedoch sehr gut da. An Stellen, an denen Mäuse oder der Winter kahle Erde zurückgelassen haben wurde im Frühjahr nachgesät. Davon ist jetzt schon etwas aufgelaufen. Teilweise liegt das Saatgut noch da, wird aber beim nächsten Regen auflaufen. Auch Rot- und Weißklee sehen gut aus und aktuell ist lediglich der Wiesenfuchsschwanz und der Löwenzahn in der Blüte. Zum Schnitt sollte aber die Hälfte der Löwenzahnpflanzen verblüht sein.

Kälber- und Klauenhorn

Im Stall haben wir die Kälber enthornt. Das machen wir in der Regel in den ersten 2 bis 3 Lebenswochen. Dabei sedieren wir das Tier und geben ein Schmerzmittel bevor wir die Hornanlage veröden. Bei der Klauenpflege waren diesmal die Jungrinder dran. Die sind jetzt in etwa 20 bis 22 Monate alt. Außerdem haben wir die Liegeboxen mit einem Kalkstrohgemisch nachgestreut. Man kann richtig sehen, wie sich die Tiere in den neu eingestreuten Boxen sauwohl fühlen und tiefenentspannt sind.

Düngeberechnungen

Das schöne Wetter hat das Büro etwas verwaisen lassen. Lediglich die Kalkulation für eine optimale Düngung und Verteilung der Nährstoffe habe ich im Büro fertig gestellt.

Mais legen und Kälber enthornen

gülle fahren
Mais säen
Nachts Mais säen
Grasnachsaat
Grasbestand
Blühendes Gras
Enthorntes Kalb
Kuh in Tiefbox
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