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Grünlandpflege

Mehr Gras vom Grünland

Grünland Pflege und Übersaat
am Dienstag, 06.02.2018 - 13:42

Milchviehhalter Matthias Heckenberger hat seinen Grasertrag in vier Jahren mehr als verdoppelt. Die Pflege hat einen entscheidenden Anteil daran.

Alles begann mit seiner Meisterarbeit. Die habe seinen Blick auf das Grünland geschärft, erzählt Heckenberger. Er legte auf einer Fläche neun Versuchsparzellen an. Das Ziel war, das Grünland zu verbessern, ohne es zu umbrechen. Die Varianten reichten vom Auskämmen mit einem Striegel und dem Abfahren der Gemeinen Rispe bis hin zur leichten Bodenbearbeitung mit Scheibenegge und Ansaat mit der Sämaschine. Anschließend bewertete er die Flächen, wog das Erntegut und ermittelte den Futterwert. „Die Unterschiede ­waren riesig. Als ich mir das vor Augen ­führte, wurde mir erst bewusst, was man aus den Beständen noch herausholen kann“, sagt der 26-Jährige.

Aus dem Versuch in die Praxis

Im nächsten Schritt setzte er die Versuchsergebnisse auf dem Grünland seines Betriebs in der Nähe von Biberach in Oberschwaben in die Praxis um, striegelte die Gemeine Rispe aus den Beständen oder bearbeitete den Boden leicht und säte die Flächen mit Weidel- und Lieschgräsern sowie Weißklee neu ein. Dazu kommt die jährliche Pflege, mit der er die sanierten Bestände auf höchstem Leistungsniveau hält.„Entscheidend ist, dass ich nur die sanierten Bestände intensiv pflege. Das sind die Flächen, auf denen der Anteil der Gemeinen Rispe weniger als 20 Prozent der Pflanzen ausmacht. Dieses Gras verbreitet sich in den Beständen sehr stark und verschlechtert den Futterwert massiv.

Mit der Pflege Erträge erhalten

Die erste Pflege im Frühjahr findet auf allen Flächen statt. Dafür fährt der Landwirt mit einem Striegel und einer Prismenwalze über die Flächen. Die Ziele sind, Maulwurfshügel einzuebnen, das Wurzelwachstum anzuregen und den Gülleschleier aus dem Vorjahr zu brechen. Ist ein sanierter Bestand lückig, wird schon zu diesem Zeitpunkt nachgesät. Ansonsten erfolgt die Maßnahme erst später, denn von der ersten zur zweiten Ernte hat der Bestand gerade einmal vier Wochen Zeit, sich zu entwickeln. Daher beginnt Heckenberger mit der Übersaat und der Pflege acht bis zehn Tage nach dem ersten Schnitt. Zum Übersäen kommt eine Mischung aus frühem und spätem Weidelgras zum Einsatz. Zusätzlich sind etwas Weiß- und ­Rotklee dabei. Zwischen 4 bis 8 kg/ha bringt er aus.

Grünland für hochleistende Kühe

Mit Sanierung und Nachsaat schaffte es Heckenberger in vier Jahren die Erträge auf den Flächen mehr als zu verdoppeln. Holte er 2013 noch 99,8 dt Trockenmasse je Hektar, waren es 2016 bemerkenswerte 222,2 dt. „Wir können mittlerweile darauf verzichten, Feldgras auf Ackerflächen anzubauen. Mit dem Einsatz des besseren Futters stieg auch die Milchleistung. Waren es zu Beginn der Umstellung noch knapp 7.000 kg, melkt Heckenberger mittlerweile 10.800 kg je Kuh und Jahr. Von den 10.800 kg ermelkt er mit 5.050 kg die Hälfte der Milch aus dem Grundfutter.