Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Agrarpolitik

Öko-Regelungen im Dauergrünland 2023: Das bringen Altgrasstreifen & Co

altgras-streifen-flaechen-gruenland-gap-eco-schemes
am Freitag, 16.12.2022 - 05:00 (5 Kommentare)

Extensive Bewirtschaftung, Altgrasstreifen oder -flächen, Gehölzstreifen oder Agroforsten - das fördert die EU ab 2023 mit den Eco-Schemes bundeseinheitlich. agrarheute zeigt die Möglichkeiten der Öko-Regelungen auf Grünland.

Bei der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) gelten in der 1. Säule etliche Öko-Regelungen auch für Grünland. Diese auch Eco-Schemes genannten Fördermöglichkeiten etwa mit Altgrasstreifen oder Agroforsten und extensiver Bewirtschaftung sind freiwillig und einjährig.

Sie sind nicht zu verwechseln mit dem bisherigen Greening, das es nun nicht mehr gibt. Und sie gelten zusätzlich zu den je nach Bundesland angebotenen Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) aus der sogenannten 2. Säule der GAP.

Darum die Öko-Regelungen fürs Grünland scharf durchrechnen

Um die Öko-Regelungen in der I. Säule wirtschaftlich für den eigenen Betrieb zu bewerten, ist entscheidend, ob sie einen echten Beitrag zum betrieblichen Einkommen bringen oder ob sich der Aufwand kaum lohnt. Das muss jeder Betriebsleiter einzelbetrieblich entscheiden.

Längerfristig zu planen und alle Möglichkeiten zu kalkulieren, wird angesichts gestiegener Erzeugerpreise für alle Landwirtschaftsbetriebe immer wichtiger. Das gilt auch auf Grünland.

Das bringen Altgrasstreifen und Co. für mehr Artenvielfalt

Das Bereitstellen von Dauergrünlandflächen, um die Artenvielfalt zu verbessern, ist ab 2023 etwa einjährig durch Altgrasstreifen oder -flächen möglich. Nötig sind dafür

  • mindestens 1 Prozent bis maximal 6 Prozent des Dauergrünlands. Es gilt für
  • 10 bis 20 Prozent eines Schlags,
  • auf einer Fläche von mindestens 0,1 ha
  • für maximal zwei Jahre auf derselben Fläche,
  • mit Beweidung und Schnittnutzung ab 1. September. 
  • Pflanzenschutz ist nicht zugelassen.

Das bringt bei Altgrasflächen oder -streifen

  • bis 1 Prozent 900 Euro/ha,
  • von 1 bis 3 Prozent 400 Euro/ha,
  • von 3 bis 6 Prozent 200 Euro/ha.

Das bringen Gehölzstreifen als Agroforst auf Dauergrünland

Weiter wird die agroforstliche Bewirtschaftungsweise auf Dauergrünland gefördert, und zwar mit 60 Euro/ha bei

  • 2 bis 35 Prozent Gehölzfläche,
  • bei mindestens zwei Gehölzstreifen,
  • zwischen 20 m und maximal 100 m Abstand zwischen den Streifen,
  • in 3 bis 25 m Breite.

Das bringt die Extensivierung des gesamten Dauergrünlands im Betrieb

Auch für extensives Grünland im ganzen Betrieb gibt es laut Öko-Regelungen Fördergelder. Sie sind wie gestaffelt und liegen bei 115 Euro/ha 2023 bis 100 Euro/ha 2026. Dabei sind mindestens 0,3 und maximal 1,4 RGV/ha (Rinder-Großvieheinheiten pro Hektar Dauergrünland) nötig.

Der Einsatz von Düngemitteln einschließlich Wirtschaftsdüngern ist nur in dem Umfang der höchstens bei1,4 RGV je ha anfallende Dünger gestattet. Nicht erlaubt sind Pflanzenschutzmittel oder Neuanlagen von Drainagen im Antragsjahr.

Das bringen bestimmte Kennarten für artenreiches Grünland

Eine sogenannte „ergebnisorientierte" extensive Bewirtschaftung von Dauergrünlandflächen mit Nachweis von mindestens vier regionalen Kennarten bringt ebenfalls Fördermitteln. Dabei hat jedes Bundesland seine eigene Liste mit Kennarten für artenreiches Grünland. Das bringt an Förderung

  • 240 Euro/ha 2023 und 2024,
  • 225 Euro/ha 2025,
  • 210 Euro/ha 2026. 

Die Bewirtschaftung von Dauerkulturflächen ohne Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel in festgelegten Zeiträumen je nach Kulturart liegen bei 50 Euro/ha für Grünfutter. Gefördert werden zudem bestimmte Bewirtschaftungsmethoden, die auf Flächen in Natura 2000-Gebieten durch Schutzziele bestimmt sind. Sie bringen 40 Euro/ha. Dabei sind keine zusätzliche Entwässerung, keine Instandsetzung von Drainagen und keine Auffüllungen, Aufschüttungen oder Abgrabungen im Antragsjahr erlaubt.

Wie weit sich die einzelnen Angebote lohnen, hängt auch davon ab, wie stark sie in der sogenannten 2. Säule in jedem einzelnen Bundesland für Grünlandbetriebe passend ergänzt werden.

Mit Material von LWK Niedersachsen, BMEL
Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Februar 2023
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
agrarheute Magazin Cover

Hätten Sie´s gewusst? 15 Fakten rund ums Grünland

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...