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Grünland

Ratgeber: Grünland richtig düngen

von , am
15.10.2015

Dünge-Empfehlungen im Grünland richten sich nach Standort, Nutzungsart und -intensität. Stickstoff und Grundnährstoffe werden nach Entzug gedüngt. Diese und weitere Tipps geben die Experten von effizientdüngen.

Moderne Stickstoff-Düngung nach dem Cultan-Verfahren. © Bollmer
Ertrag und Rohproteingehalt bestimmen den Stickstoffbedarf von Grünland. Über die Ertragsabschätzung können die Nährstoffentzüge berechnet und der Düngebedarf abgeleitet werden. Laut den Experten der Yara-Tocher effizientdüngen wird dieser Gesamtbedarf bei Wiesen auf jede Nutzung und dem dann zu erwartenden Ertragsniveau aufgeteilt.
 
Bei ausschließlicher Weidenutzung sei so der Stickstoffbedarf mit maximal 130 Kilogramm Stickstoff pro Hektar deutlich niedriger, da über die Exkremente ein erheblicher Teil der aufgenommenen Nährstoffe dem Standort zurückgegeben werden. Grünland benötige neben Stickstoff auch Phosphat, Kalium und Magnesium. Vor allem Grünland-Standorte ohne oder mit nur geringem Gülleeinsatz benötigten ergänzend mineralische Düngemittel. Eine Düngung mit NPK-Volldünger mit Schwefel könne dort sinnvoll sein.

Düngeverordnung einhalten

  • Nach der geltenden Düngeverordnung dürfen auf Grünland maximal 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr über Wirtschaftsdünger aus tierischer Herkunft ausgebracht werden.
  • Für Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an verfügbarem Stickstoff gilt die Sperrfrist vom 15. November bis 31. Januar.
  • Der in der Gülle enthaltene Ammonium-Stickstoff wird zum jeweiligen Aufwuchs voll angerechnet.
  • Die Nachlieferung aus der organischen Stickstoff-Fraktion muss auf die Folgejahre aufgeteilt werden.
  • Kalium und Phosphat sind langfristig voll anrechenbar.

Zusätzlich zu den gesetzlichen Vorgaben werden in einzelnen Bundesländern Düngeempfehlungen herausgegeben, die sich nach ländertypischen Standorten und Nutzungen richten.

Auf Schwefel achten

Eine Schwefel-Düngung sorgt laut effizientdüngen für mehr Futter mit höherem Protein- und Energiegehalt. Mit Hilfe einer Futteranalyse könne die Schwefelversorgung überprüft werden. Ein Verhältnis von Stickstoff zu Schwefel zwischen 10:1 und 12:1 sei optimal. Einen Schwefel-Mangel kann man annehmen, wenn das Stickstoff-Schwefel-Verhältnis über 15:1 beträgt. In Nordrhein-Westfalen wird auf eine Schwefelgabe von 10 bis 20 Kilogramm pro Hektar zu jedem Schnitt empfohlen.
 
Der Stickstoffbedarf liegt bei hoher Schnittintensität und in hochwertigen Gräsermischungen bei 240 bis 300 Kilogramm Stickstoff pro Hektar. Gleichzeitig müsse eine ausreichende Grundnährstoff- und Schwefel-Versorgung gegeben sein.
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