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1. Schnitt

Ratgeber Mahd: Techniken und Tipps zur Wildrettung

Totes Rehkitz im Grünland
Symbolbild © agrarfoto.com
von , am
15.05.2017

Bei der Mahd besteht immer das Risiko einer Wildtiervermähung. Insbesondere Kitze sind gefährdet, da sie in den ersten Tagen reglos im Gras sitzen. Neue Techniken sollen helfen Wildunfälle zu vermeiden.

Wildunfälle bei der Mahd ereignen sich regelmäßig. Neben der unschönen Begebenheit, besteht eine Verseuchungsgefahr für die Silage und es entsteht ein Schaden für den Jagdpächter. So mancher Landwirt sieht sich sogar mit einer Anzeige konfrontiert. Vorsorge-Maßnahmen können das Risiko minimieren und sind tierschutzrechtlich Pflicht. Lesen Sie  10 Tipps, um Wildunfällen vorzubeugen:

Tipp 1: Jagdpächter informieren

Effektive Wildtierrettung beginnt bereits vor der Mahd. Entscheidend ist dabei, die anstehenden Grünschnitt-Termine rechtzeitig mit dem Jagdpächter abzustimmen. Der Revierpächter oder Jagdaufseher übernimmt oft gerne die Aufgabe die Flächen abzusuchen.

Tipp 2: Von innen nach außen mähen

Das Feld von innen nach außen zu mähen, ermöglicht Feldhasen oder Fasanen während der Mahd die Flucht.

Tipp 3: Begrenzung der Schnitthöhe

Bei der Ernte der Ganzpflanzensilage verspricht die Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtzeit zusätzlichen Erfolg - gerade bei Rehkitzen, die sich instinktiv ducken.

Tipp 4: Vergrämen

Vergrämung kann kostengünstig und sehr effektiv mit Knistertüten, Flatterbändern oder Kofferradios durchgeführt werden. Bereits eine Maßnahme zur Vertreibung pro Hektar Anbaufläche wirkt, haben Experten herausgefunden.

Tipp 5: Absuchen der Wiesen

Das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden oder mit einem Infrarot-Gerät. Mit einem tragbaren Infrarot-Wildretter kann man eine sechs Meter breite Spur zu Fuß absuchen. Das Gerät entdeckt die Kitze im hochstehenden Gras aufgrund der höheren Wärmestrahlung der Tiere gegenüber der Wiese. Fehlalarme können allerdings bei Sonnenschein auftreten. Der Wildretter kostet zwischen 1.400 und 1.600 Euro.

Einfachen Wildretter selbst bauen: So geht's

Wildretter Marke Eigenbau
AP4-SireneBatterieklemmeDruckschalterScotchlok-Einzeladerverbinder9-V-Blockbatterie © Florian Bieg
Wildretter Marke Eigenbau
Kreuzschlitzschrauben am Gehäuse öffnen. © Florian Bieg
Wildretter Marke Eigenbau
Darunter sitzt eine Platine mit einem schwarzen und einem blauen Draht. © Florian Bieg
Wildretter Marke Eigenbau
Das Loch für den Druckschalter hat 10 mm Durchmesser. © Florian Bieg
Wildretter Marke Eigenbau
Während des Bohrens das Gehäuse gut fixieren, um Vibrationen und damit unrundes Bohren zu vermeiden. © Florian Bieg
Wildretter Marke Eigenbau
Das schwarze Kabel der Batterieklemme mit dem schwarzen Kabel der Platine und der Scotchlok-Klemme verbinden. Dazu beide Kabel in die Scotchlok-Klemme einführen und mit einer Zange zusammendrücken. Praktisch: Die Kabel müssen dafür nicht abisoliert werden. © Florian Bieg
Wildretter Marke Eigenbau
Anschließend das blaue Kabel der Platine mit dem Schalter verbinden. Hier wird das Kabel mit einer Schraube geklemmt. An den zweiten Anschluss das rote Kabel der Batterie klemmen. © Florian Bieg
Wildretter Marke Eigenbau
Schalter in das Loch im Gehäuse stecken und mit Kappe festschrauben. © Florian Bieg
Wildretter Marke Eigenbau
Danach die Batterie anklemmen: Tipp: Klebeband, um die Batterie gewickelt, schützt die Platine vor einem Kurzschluss. © Florian BiegFlorian Bieg
Wildretter Marke Eigenbau
Das Gehäuse schließen, mit den zwei Schrauben fixieren und den Kasten fest am Mähwerk anbauen. © Florian Bieg
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