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Unkrautbekämpfung

Ratgeber: So bekämpfen Sie Jakobskreuzkraut

© lumv
von am
16.04.2018

Das hochgiftige Jakobskreuzkraut breitet sich immer mehr aus und stellt eine tödliche Gefahr für Weidetiere dar. Tipps zur Bekämpfung des toxischen Unkrauts lesen Sie in unserem Ratgeber.

Jakobskreuzkraut ist eine zweijährige, krautige Pflanze, die bei günstigen Bedingungen auch länger ausdauern kann. Im ersten Jahr wird eine Rosette ausgebildet, während sich ein Jahr später eine aufrechte Pflanze mit einer Stängellänge zwischen 30 und 120 cm entwickelt. Störungen (Schnitt, Verbiss) können zur Ausbildung mehrjähriger Rosetten führen, was die Widerstandsfähigkeit der Pflanze erhöht.

Wo wächst Jakobskreuzkraut?

Die Pflanze findet sich hauptsächlich auf basenreichen Magerrasen, an Wegrändern und an Böschungen. Seit einigen Jahren breitet sie sich aber auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zunehmend aus. Schwerpunkte sind übernutzte (Pferde-)Weiden und extensiv genutzte, gut dränende Grünlandstandorte. Auch stillgelegte und nicht aktiv begrünte Ackerflächen sind anfällig für gelegentliches Massenauftreten der Art.

Vorbeugende Maßnahmen

Jakobskreuzkraut ist in der Jugendentwicklung vergleichsweise konkurrenzschwach und kann sich nur in lückigen Pflanzengesellschaften gut etablieren. Die beste Vorbeugung ist deshalb:

  • eine dichte, gut genutzte Grünlandnarbe ohne offenen Boden.
  • Narbenschäden müssen so schnell wie möglich repariert werden. Dies sollte vorzugsweise über die pfluglose Einsaat von konkurrenzstarken Arten wie Deutschem Weidelgras oder Wiesenschweidel erfolgen.
  • Unter ökologischen Bedingungen kann die Narbenstabilisierung auch durch den Zusatz von schnellwüchsigen Leguminosen gelingen. Diese versorgen die Gräser mit dem notwendigen Stickstoff und verbessern so indirekt die Konkurrenzkraft der Narbe.
  • Durch angepasste Besatzdichten während der Weideperiode kann einer narbenschädigenden Überweidung vorgebeugt werden. Insbesondere Pferdehalter sind mit einem rechtzeitigen Flächenwechsel gut beraten.

Mechanische Regulierung

Befinden sich nur wenige Pflanzen auf der Fläche, lohnt eine Einzelpflanzenentnahme per Hand. Das ist besonders effektiv bei Jungpflanzen (Rosetten), weil bei diesen die ganze Wurzel mit entfernt werden kann. Aus verbliebenen Wurzelstücken im Boden können bei günstigen Bedingungen rasch neue Pflanzen entstehen. Hat sich das Jakobskreuzkraut aber erstmal etabliert, kann es durch häufige und frühe Mahd kaum noch wirksam bekämpft werden. Vergleichsweise wirksam ist eine Mahd vor der Hauptblüte. Dann ist die Pflanze bereits geschwächt und neigt weniger zum Wiederaustrieb.

Chemische Umkrautbekämpfung

Möglich ist der Einsatz der Präparate Simplex, Banvel M sowie eine Mischung aus U46 M-Fluid und U46 D-Fluid. Beim Einsatz des gut wirkenden Mittels Simplex sind die besonderen Anwendungshinweise strikt zu beachten. Der enthaltene Wirkstoff wird in organischer Substanz nur sehr langsam abgebaut und kann deshalb noch lange nach der Ausbringung Schäden an nicht behandelten Kulturen verursachen.

Wichtig: Abgestorbene Pflanzenteile müssen von der Fläche entfernt werden! Unabhängig von der mittelspezifischen Wartezeit nehmen Weidetiere vertrocknetes Material gern auf.

6 Tipps zur effektiven Weidehaltung: Das können Sie tun

Um die notwendige Fläche zu kalkulieren, sollte bei der Vollweidehaltung pro Kuh mit etwa 0,3 bis 0,4 ha Weidefläche gerechnet werden. © Maren Diersing-Espenhorst/agrarheute
Der Landwirt soll über zehn Prozent Weiderest einkalkulieren, da die Kühe auf der Weide das beste Futter selektieren. © Maren Diersing-Espenhorst/agrarheute
Tränken müssen in ausreichender Größe und in nicht zu weiter Entfernung aufgestellt sein. An heißen Tagen kann der Wasserverbrauch pro Kuh auf 150 l steigen. Sind die Wege zu weit, suchen die Tiere die Tränken nicht auf. Als Faustzahl gilt: Innerhalb von 100 Metern muss die nächste Tränke erreichbar sein. © Maren Diersing-Espenhorst/agrarheute
Nasse Flächen und Ecken fördern das Überleben von Parasitenlarven. Sechs bis acht Wochen vor dem Weideaustrieb empfiehlt es sich, die Herde auf Lungenwürmer zu testen. Anschließend, in der zweiten Beweidungsphase, ist es ratsam, eine Untersuchung auf Magen-Darm-Würmer vorzunehmen. © Maren Diersing-Espenhorst/agrarheute
Durch Weidehaltung wird die Arbeitsbelastung bestensfalls gesenkt. Allerdings müssen die Kühe zur und von der Weide getrieben werden. © Maren Diersing-Espenhorst/agrarheute
Muss beim Umtrieb eine Straße überquert werden, sind mehrere Personen notwendig. © Maren Diersing-Espenhorst/agrarheute
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