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Grünland

Ratgeber: Tipps für die Grünlandpflege im Herbst

© Mühlhausen/landpixel
von , am
08.10.2014

Damit das Grünland optimal durch den Winter kommt, sollte im Herbst einiges beachtet werden. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen gibt Tipps zur optimalen Grünlandpflege.

Das Kurzhalten der Grünlandnarbe ist eine wichtige Maßnahme um Auswinterungsschäden vorzubeugen. © landpixel
Um Auswinterungsschäden zu vermeiden, empfiehlt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen für das Grünland gezielte Pflegemaßnahmen am Ende der Vegetationsperiode. Entscheidend über die Leistungsfähigkeit der Grünlandnarbe sind vor allem Düngung, Nutzung sowie Mahd. Besondere Bedeutung hat hierbei das Kurzhalten der Grünlandnarbe und eine optimale Nährstoffversorgung vor dem Winter.

Kurzhalten der Grünlandnarbe

Die Aufwuchshöhe zu Vegetationsende sollte zwischen fünf und acht Zentimeter (cm) liegen. Sehr wüchsige Bestände sollten bis Mitte/Ende Oktober geschnitten sein, um eine ausreichende Regeneration des Grünlandes vor Winterbeginn zu gewährleisten. 
Hohe Restaufwüchse über zehn cm sind besonders anfällig gegenüber Frost, sodass ausgewinterte Pflanzenbestandteile die noch vitale Narbe nach und nach unter sich ersticken lassen. Gleichzeitig bildet das abgestorbene Pflanzenmaterial ein optimales Nährmedium für Pilzkrankheiten wie Fusarien und Schneeschimmelerreger.
 
Weiterhin kann sich neben einem zu hohen Aufwuchs auch eine zu kurz gehaltene Grünlandnarbe nachteilig auf die Winterfestigkeit auswirken. Deshalb ist eine Aufwuchshöhe von mindestens fünf cm erforderlich. Das Reservestoffdepot der Gräser wird bei zu kurzer Narbe reduziert, wodurch sich die Auswinterungsgefahr stark erhöht. Vor allem frostempfindliche Gräser wie das Deutsche Weidelgras sind auf die Bildung und Einlagerung dieser Reservestoffe aus wasserlöslichen Kohlenhydraten angewiesen, um den Winter gut zu überstehen.

Trittschäden und Fahrspuren vermeiden

Zu nasse Bodenverhältnisse im Herbst führen bei Schnittnutzung oder Beweidung zu nachhaltigen Schäden der Grünlandnarbe, insbesondere auf schweren Standorten. Eine empfohlene intensive Herbstnutzung muss demnach in Abhängigkeit vom Niederschlag flexibel erfolgen. Die Beweidung durch Rinder sollte Mitte bis Ende Oktober zur Vermeidung durch Trittschäden bei nassen Bodenbedingungen und zur Einleitung der Regenerationsphase des Grünlandes beendet werden.
 
Ebenso wie Trittschäden wirken Fahrspuren zu Unebenheiten auf dem Grünland und damit zu einer Verschlechterung bei der Flächenbewirtschaftung. Hier muss ein Kompromiss zwischen Mahd und Bodenverhältnissen gefunden und die Wahl des Schnitttermins mit den Gegebenheiten auf der Fläche abgestimmt werden. 

Gülledüngung im Herbst

Eine angepasste Güllegabe zum optimalen Zeitpunkt im Herbst sorgt für die Speicherung der Nährstoffe in den Wurzeln und begünstigt damit den Wiederaustrieb im folgenden Frühjahr. Zusätzlich schützt das in der Gülle enthaltende Kalium den Pflanzenbestand vor Auswinterung und erhöht die Widerstandskraft gegen Pilzkrankheiten. Allerdings sollte die Befahrbarkeit der Flächen bei der Entscheidung der letzten Gülleausbringung mit berücksichtigt werden, um Fahrspuren möglichst zu vermeiden.
 
Beweidetes Grünland wird durch die Nährstoffrückführung der Weidetiere über Kot und Harn versorgt und sollte nicht mit zusätzlicher Gülle versorgt werden, um der Gefahr von Nährstoffauswaschungen, insbesondere von Stickstoffverlusten, entgegenzuwirken. Eine frühe Güllegabe auf Grünland im Januar kann im Vergleich mit einer späten Herbstdüngung unter Berücksichtigung umweltrelevanter Aspekte sinnvoll sein.

Nährstoffversorgung im Boden

Nach der Düngeverordnung müssen alle Grünlandflächen, die eine Mindestgröße von einem ha aufweisen, alle sechs Jahre beprobt und auf ihre Nährstoffgehalte hin untersucht werden. Bei der Bodenprobennahme im Grünland wird eine Einstichtiefe von zehn Zentimeter gewählt. Als Bodenparameter sollten in jedem Fall der pH-Wert, Phosphat (P2O5), Kali (K2O) und Magnesium (Mg) analysiert werden. Bei der Wahl des Probennahmetermins sollten die letzte Düngung und die Beprobung möglichst weit auseinander liegen.

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