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Grünland

Rheinland-Pfalz begrenzt Grünlandumbruch

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von , am
05.12.2013

Mainz - Auch in Rheinland-Pfalz dürfen Landwirte Dauergrünland künftig nur nach amtlicher Genehmigung umbrechen. Das Land hat 2013 erstmals einen Schwellenwert von fünf Prozent Rückgang überschritten.

Das neue Landesnaturschutzgesetz in NRW schließt Grünlandumbruch auch für Ökobauern aus. © Mühlhausen/landpixel
In Rheinland-Pfalz dürfen Landwirte, die Direktzahlungen beziehen, Dauergrünland künftig nur nach vorheriger amtlicher Genehmigung umbrechen. Der Antrag dazu muss dann bei der zuständigen Kreisverwaltung gestellt werden. "Rheinland-Pfalz will das Grünland stärker schützen. Wiesen und Weiden sind Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Sie schützen den Boden vor Wasser- und Winderosion. Grünland prägt auch unsere typischen Mittelgebirgslandschaften und steigert deren Attraktivität für Naherholung und Tourismus", erklärte Landwirtschaftsstaatssekretär Thomas Griese.

2013 erstmals Schwellenwert von fünf Prozent überschritten

Mit Sorge betrachte er, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Grünland zu Ackerland umgebrochen wurde. "In Rheinland-Pfalz gingen in den letzten zehn Jahren allein auf den EU-geförderten Flächen mehr als sechs Prozent des wertvollen Dauergrünlandes verloren", so Griese. Damit hat das Land 2013 erstmals einen Schwellenwert von fünf Prozent Rückgang überschritten. Danach sind die Bundesländer nach Bundesrecht verpflichtet, Regelungen zum Grünlanderhalt zu erlassen. Rheinland-Pfalz werde deshalb mit einer Verordnung den Umbruch von Grünland genehmigungspflichtig machen, so Griese.

Verordnung setzt Vorgaben um

Die Verordnung setze so EU-rechtliche und nationale Vorgaben um. Gleichzeitig greife das Land Forderungen der Naturschutzverbände nach einem Stopp des Umbruchs von Grünland auf. So sehe die Verordnung entsprechend Bundesrecht vor, dass ab einem bestimmten Rückgang von Grünland, Flächen wieder angesät werden müssen. Viele Arten wie Kiebitz, Braunkehlchen oder Zauneidechse sind auf ein bewirtschaftetes Grünland angewiesen. Auf der Roten Liste der vom Ausserben bedrohten Vogelarten Deutschlands dominieren Grünlandarten, zum Beispiel Goldregenpfeifer, Großtrappe, Haubenlerche und Rotkopfwürger. Diese Art sei beispielsweise in der Vergangenheit rund um Mainz ein häufiger Brutvogel gewesen.

Flora und Fauna erhalten

Die Großtrappe war um 1920 zwischen Mainz und Bingen noch Brutvogel. Heute seien beide Arten hier ausgestorben, so Griese. "Die Landwirte leisten durch die Nutzung und Pflege von Grünland einen wertvollen Beitrag, indem sie einen bedeutenden Lebensraum für Flora und Fauna erhalten und eine Kulturlandschaft gestalten", sagte Griese. Das Land fördere daher Maßnahmen der Landwirte zum Grünlandschutz, zum Beispiel im Rahmen des Agrarumweltprogramms (PAULa) und Vertragsnaturschutzprogrammen wie "Mähwiesen und Weiden" oder "Umwandlung von Ackerland in artenreiches Grünland".

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