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Frühjahrsdüngung

Schwefeldüngung auf Grünland: So berechnen Sie die Nährstoffentzüge

AF_Wiese-Düngung
am Montag, 23.03.2020 - 10:07 (Jetzt kommentieren)

Nur eine ausgewogene Düngung ermöglicht hohe Erträge und gute Grundfutterqualität vom Grünland. Nährstoffentzugsrechner helfen, die Höhe der einzelnen Entzüge möglichst genau zu ermitteln. So ist eine ausgeglichene Düngung möglich.

Auf Grünland empfiehlt sich, zunächst einen leicht pflanzenverfügbaren Schwefel zu düngen. Schwefel aus organischen Düngern sei erst ab Bodentemperaturen von mehr als 8 bis 10 °C verfügbar, so die Deutsche Saatveredelung (DSV). Zumeist ist das erst ab Mitte bis Ende Mai der Fall, also nach dem ersten Schnitt. So lohne es, die ersten zwei Schnitte mit leicht verfügbarem Schwefel zu versorgen.

Entzug und Bedarf genau kennen

Um den Entzug zu berechnen, ist der erreichte oder angestrebte Trockenmasse (TM)-Ertrag/ha in dt/ha einzugeben. Die Kalkulation basiert auf einem Rohproteingehalt von 16,25 Prozent.

Der Bedarf pro dt Trockenmasse liegt dann laut DSV bei 2,60 kg/ha N, 1 kg/ha P2O5, 2,90 kg/ha K2O, 0,40 kg/ha S, 0,70 kg/ha CaO und 0,50 kg/ha MgO. Angegeben werden in dem Rechner die Nährstoffentzug je nach angegebenem Ertrag von N, P2O5, K2O, S, CaO und MgO.

Mangan und andere Mikronährstoffe ebenfalls wichtig

Die Symptome eines Mangels an Mikronährstoffen sind bei Gräsern nicht immer leicht zu erkennen. Sie sind jedoch oft mit denen bei Getreide vergleichbar. Wertvolle Gräser werden bei Nährstoffmangel oft durch anspruchslosere, im Futterwert schlechtere Gräser verdrängt.

Leguminosen haben in der Regel höhere Ansprüche. Sie zeigen öfters einen Mangel an Mikronährstoffen. Je nachdem, welche das sind, unterscheiden sich die Düngeempfehlungen für Grünland.

Mangan nehmen die Pflanzen relativ viel auf. Daher empfiehlt Yara bei akutem Mangel eine Blattdüngung. Bei Bor, Molybdän und Zink liege die Empfehlung für eine Blattdüngung zwischen 20 und 500 g/ha.

So erkennen Sie Mangelsymptome

Klee und Luzerne habe zum Beispiel einen hohen Bedarf an Molybdän, Luzerne darüber hinaus auch einen nennenswerten Bor- und Kupfer-Bedarf. Futtergräser sowie Wiesen und Weiden allgemein sein dagegen etwas anspruchsloser, so Yara. Sie haben einen mittleren Bedarf an Kupfer und Mangan. Gräser benötigen Bor, Zink und Molybdän eher weniger.

Bor-Mangel: Bei Klee vergilben die Blätter und die Ränder färben sich rot, besonders auf der Blattunterseite. Die jüngsten Blätter besitzen nur kurze Stiele und wirken gestaucht.

Kupfer-Mangel: Trotz guter Wasserversorgung neigen Leguminosen zur Welke. Die Blätter bilden braune Punkte, rollen sich ein und vertrocknen. Cu- und Mn-Mangel ist vor allem auf humusreichen Böden ein Thema.

Mangan-Mangel: Wiesenfuchsschwanz und Glatthafer sind anfälliger für Mn-Mangel, Knaulgras und Rotschwingel eher weniger. Bei Klee typisch: Chlorosen zwischen den Blattadern mit punktförmig, weißbraunen Nekrosen auf den jüngeren Blättern. Die Pflanzen haben mehr hellgrüne, fahle Blätter.

Molybdän-Mangel: Mo ist bei Leguminosen wichtig, da der Mikronährstoff an der Ausbildung der Knöllchenbakterien beteiligt ist. Die Mangelsymptome ähneln daher Stickstoffmangel.

Zink-Mangel: Klee bildet kürzere Stängelinternodien und kleinere Blätter und Blattstiele. Ältere Blätter verfärben sich um die Mittelrippe und die Blattbasis rötlich. Junge Blätter sind stärker verfärbt.

Mit Material von DSV, Yara
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